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Mit diesen Werken und namentlich mit dem zweiten ist die neueste Schrift Fortune's, deren Titel wir oben angeführt haben, an Reichhaltigkeit allerdings nicht zu vergleichen. Dennoch enthält sie viel Neues und zeugt wie die früheren von einem geübten Beobachtungstalent, von gesundem Urtheil und der Gabe lebhafter und anschaulicher Schilderung. Auch diese dritte Reise hat Fortune im Auftrage der Ostindischen Compagnie unternommen, um neue Theepflanzen für die Anlagen im Himalaya herbeizuschaffen und geübte Arbeiter namentlich für die Bereitung des schwarzen Thee's zu engagiren. Er landete am 17. März 1853 zu Shanghai, und verliess den chinesischen Boden, nach glücklicher Ausführung seines Auftrages, erst am Anfange des Jahres 1856. Während dieser Zeit unternahm er von Ningpo aus mehrere Reisen, die ihn mit einigen früher von ihm noch nicht besuchten Theilen der Provinz Tschekiang zwischen dem Thale des Tsientang und der Meeresküste genauer bekannt machten. So besuchte er ausser Ayuka’s Tempel und dem Buddhisten-Tempel Teintung, etwa 20 Miles südlich von Ningpo, in der Mitte eines ausgedehnten Thee - Districts, auch die Gebirgslandschaften im Quellgebiet des Ningpo-Flusses und die dort gelegenen Tempel Tsantsing und Quanting. Im Westen von Ningpo machte er die Stadt Tsekee mehrmals zu seinem Aufenthaltsort und zum Mittelpunkt kleinerer Ansflüge in die Umgegend. Dann trat er eine grössere Reise von Ningpo nach Shanghai an; sie führte ihn auf dem Canalnetz zu der Stadt Nekalu an der Bai von Hangtschau, die in Folge der durch starke Fluthströmungen hierher getriebenen Ablagerungen des Yangtsekiang immer mehr verflacht, dann über die Bai nach Kappu, dem ehemaligen Hafen von Hangtschau, dann wieder auf Canälen über Yuenhwa nach Shanghai. Von hier aus unternahm er über Cading einen Ausflug in den Seidendistrict von Nantsin und Hutschau und fuhr auf dem hier in das Canalnetz mündenden Flusse Lunke noch 20 Miles weiter aufwärts nach Westen in das Hügelland bis zur Stadt Meiche, wo die Cultur des Maulbeerbaumes wieder vor anderen Zweigen landwirthschaftlicher Thätigkeit zurückzutreten beginnt. In diese Schilderungen verschiedener Theile der Provinz Tschekiang sind zwei Episoden über andere Gegenden eingeschlossen: der Bericht über einen Besuch der Stadt Futschau, verknüpft mit einer eingehenden Würdigung der commerciellen Bedeutung dieses Hafenplatzes, der sich seit 1853 in directe Verbindung mit den Producenten des schwarzen Thee's am oberen Min gesetzt hat; und die Schilderung einer Seereise nach Formosa, wo sich der Verf. kurze Zeit in dem Hafen der etwas weiter im Innern gelegenen Stadt Tamshuy an der Nordspitze der Insel auf hielt und die jetzt auch auf der Insel Hongkong eingeführte Aralia papyrifera, aus deren Mark das sogenannte Reispapier bereitet wird, anscheinend wild wachsend fand. Sie wird in manchen Districten Formosa's eifrig angebaut und bildet neben Reis und Kampfer ein Hauptproduct der Insel und einen wichtigen Ausfuhr-Artikel.

Das sind die Punkte, welche Fortune während seines letzten dreijährigen Aufenthalts in China besucht hat. Er entwirft von ihnen so lebhafte Bilder, wie wir sie in seinen früheren Werken kennen gelernt haben, verweilt aber mit grösserer Vorliebe als früher bei der Schilderung des Volkslebens, dem Treiben in den Kaufläden, in den Tempeln, und ergeht sich darin zuweilen mit solchem Bebagen, dass er sich mancherlei Wiederholungen in Sachen und Wendungen er

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laubt. Am wichtigsten sind wol seine botanischen Erläuterungen, die sich an verschiedene Nutzpflanzen knüpfen und für eine Erweiterung des Handelsverkehrs mit China beachtenswerthe Winke enthalten. So verbreitet er sich namentlich in lehrreicher Weise über verschiedene chinesische Farbegewächse, über Isatis indigotica, über die Gewinnung einer Art Indigo aus einer Ruellia, und über eine Rhamnus - Art, die ein ächtes, auch zum Färben der Seide geeignetes Grün liefert, welches, je nach der Art der Beize, mehr oder minder in das Olivenfarbige spielt. Auch diejenigen Gewächse, deren Fasern zu verschiedenartigen Geweben verwendet werden, finden eine eingehende Betrachtung, z. B. eine Art Corcho

aus deren Fasern die Getreide- und Reissäcke bereitet werden; eine Art Riesenhanf, die 10 bis 15 Fuss hoch und zu Tauen und Stricken verwendet wird; Urtica nivea, die das Material zu den chinesischen grass cloths liefert und jährlich drei Erndten giebt; endlich eine Juncus - Art, die zur Verfertigung von Matten benutzt wird, worin in Ningpo ein ausgedehntes Geschäft stattfindet. Ueberhaupt enthält das Werk über verschiedene Zweige der landwirthschaftlichen Thätigkeit und des chinesischen Binnen handels eine Fülle von lehrreichen Bemerkungen. Dass die Cultur des Maulbeerbaumes und die Plege der Seidenwürmer besonders eingehend behandelt wird, versteht sich von selbst. Auch die früheren Berichte über die Zubereitung der verschiedenen Theesorten sind durch die Beschreibung der Art und Weise, wie dem Thee durch die Beimischung von Orangen-, Jasmin- und anderen duftreichen Blüthen ein eigenthümliches Aroma verliehen und wie er darauf von diesen fremdartigen Zusätzen wieder gereinigt wird, vervollständigt worden. Solche beachtungswerthe Aufzeichnungen verleihen dem Werke einen nicht unerheblichen Werth, wenn es auch in Folge des beschränkteren und zum Theil schon hinlänglich bekannten Terrains, auf dem sich der Verf, während seines letzten Aufenthalts in China bewegt hat, an Bedeutung hinter seinen früheren Arbeiten zurücksteht.

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Berlin und Charlottenburg mit nächster Umgebung. Aufgenommen und her

ausgegeben im Massstabe von 1:12500 der natürlichen Länge von der
topographischen Abtheilung des Königl. Preuss. Grossen Generalstabes.

Berlin 1857.

Dieser neue Plan von Berlin und der Umgegend veranschaulicht auf vier zusammengehörigen Blättern ein Areal von mehr als drittehalb Quadratmeilen. Er reicht im Norden bis Weissensee und bis zu den Rehbergen, umfasst im Westen Charlottenburg und den Schlossgarten, im Süden Tempelhof und im Osten Lichtenberg mit seiner Feldmark, und zeichnet sich durch reichhaltiges Detail und höchst sorgsame Terrainzeichnung, wie durch die geschmackvolle Ausführung in Buntdruck auf eine dem Auge sehr wohlgefällige Weise vortheilhaft ans. Die Correctheit der Aufnahme und der Zeichnung, für die der Name des topographischen Bureau's bürgt, und die gelungene technische Ausführung im hiesigen Königl. lithographischen Institut werden beide dazu beitragen, dieser ansprechenden Arbeit eine beifällige Aufnahme von Seiten des Publicums zu sichern.

n.

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Sitzung der geographischen Gesellschaft zu Berlin

vom 6. März 1858. Der Vorsitzende, Herr Prof. Ritter, eröffnete die Sitzung durch Ueberreichung der eingegangenen Geschenke: 1) Statistische Nachrichten von den preussischen Eisenbahnen, bearbeitet auf Anordnung Sr. Excellenz des Herrn Chefs des Königl. Ministeriums für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten von dem technischen Eisenbahn - Bureau des genannten Ministeriums. Bd. I - IV. Berlin 1855 – 1858. 2) Preussisches Handelsarchiv. Wochenschrift für Handel, Gewerbe und Verkehrsanstalten. Nach amtlichen Quellen herausgegeben. Berlin 1858. No. 5 - 10. 3) Die Erdkunde von Asien. Von Carl Ritter. Bd. IX. Klein-Asien. Thl. I. Berlin 1858. 4) Uebersichten zur äussern Geschichte des preussischen Staats. Von W. Fix. Berlin 1858. 5) Wandkarte zur Geschichte des preussischen Staats, insbesondere seit 1415. Von W. Fix. 6) Zeitschrift für Allgemeine Erdkunde. N. F. Bd. IV. 1. 7) Mittheilungen über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesammtgebiete der Geographie. Von Dr. A. Petermann. 1858. I. – 8) Uebersicht der Witterung im nördlichen Deutschland nach den Beobachtungen des meteorologischen Instituts zu Berlin. Jahrgang 1857. 9) Handbuch der Geographie und Statistik, begründet durch C. G. D. Stein und Dr. F. Hörschelmann. Neu bearbeitet von Dr. J. E. Wappäus. Siebente Aufl. Bd. I. Liefer. 8. Amerika, von Dr. Wappäus. Leipzig 1858. 10) Considérations géographiques sur l'histoire du Brésil. Rapport fait à la société de Géographie de Paris, par M. d'Avezac, Paris 1857. 11) Informe sobre un camino carril mas recto de Mendoza al Rosario. Parana 1857. 12) Journal der Kais. Russ. Geogr. Gesellschaft. Bd. XII. St. Petersburg 1857. 13) Journal of the Geological Society of Dublin. Vol. I VII. Dublin 1834 - 1857. 14) Sonnenfinsterniss den 15. März 1858 für Berlin, ein beweglicher Apparat von Pappe. Desgl. Mondfinsterniss den 27. Februar 1858. 15) Geognostische Karte von Ober-Schlesien, entworfen von R. v. Carnall. 16) Telegraphen-Karte von Europa. Bearbeitet im Central - Telegraphen-Bureau zu Berlin 1858. 17) Plan des Königl. Schlossgartens zu Charlottenburg. 18) Track Survey of the River Paraguay. Sheet No. 11, 12, 13. Surveyed by Commander Th. T. Page. 1855. 19) Sieben photographische Ansichten der Ruinen von Baalbek, aufgenommen von W. y. Herford.

Herr Prof. Dove überreichte die unter No. 8 und No. 13 verzeichneten Geschenke und legte darauf eine bedeutende Anzahl von Büchern und Abhandlungen überwiegend meteorologischen Inhalts vor, deren wesentlichen Inhalt er in Kürze mittheilte. Manche noch wenig bekannte Thatsachen und Ansichten veranlassten den Vortragenden zu längerem Verweilen, wie namentlich die auffallenden Temperatur-Verhältnisse an der Westküste Nord-Amerika's, wo die Winter sehr warm, die Sommer dagegen kühl sind, während das Plateau von Neu-Mexico viel wärmere Sommer als die Meeresküste zeigt; desgleichen der bemerkenswerthe Umstand, dass Redfield in New-York (jetzt verstorben) und der Vortragende hinsichtlich der Theorie der Wirbelstürme ganz unabhängig von einander zu einem und demselben Resultate gelangt sind; ferner eine neue Gletscher- Theorie des Prof. Tyndall, mit welcher er der Forbes'schen Ansicht entgegentritt u. a.

Herr Prof. Ehrenberg zeigte an, dass ihm durch Herrn Lieut. Maury 213 Proben des Meeresgrundes übersandt sind, die bei Gelegenheit der neuesten Küstenaufnahme Japan's durch die Nord - Amerikaner aus den dortigen Gewässern emporgehoben sind, und besprach darauf einen Staubfall, der kürzlich auf einem amerikanischen Schiffe zwischen den Keelings - Inseln und Neuholland beobachtet worden. Eine von Herrn Lieut. Maury ebenfalls eingeschickte Probe dieses Staubes lässt kleine, glänzend harte Hohlbläschen erkennen, welche Samenkapseln gleichen und von dem Vortragenden in vergrösserten Abbildungen vorgezeigt wurden. Da diese kleinen Körper vom Magnet stark angezogen werden, erklärte sie der Vortragende für Eisentheilchen, welche durch Gas - Explosionen in die Luft getrieben worden seien, wobei man vielleicht an den Gasvulcan Merapi auf Java zu denken habe. Weiter anknüpfend an die Thatsache, dass ein französisches Schiff bei der Aufsuchung von La Perouse auf Neu-Caledonien eine erdige Masse kennen gelernt habe, die, obgleich sie eine ansehnliche Quantität Kupfer enthielt, von den Eingeborenen als Brod gegessen wurde, erwähnte Herr Prof. Ehrenberg, dass ihm kürzlich eine zu gleichen Zwecken dienende grünliche Masse von den Fidji - Inseln zugegangen sei, die sich seifenartig anfühle und sich bei näherer Untersuchung als ein mürber Speckstein ohne organische Reste erwiesen habe.

Herr Prof. Wolfers legte einige in der lithographischen Anstalt von L. Kraatz erschienene Karten vor und begleitete sie mit einigen Bemerkungen.

Herr v. Carnall legte seine geognostische Karte von Ober-Schlesien vor, die 1843 in erster Auflage erschienen und jetzt bedeutend vervollständigt ist, und knüpfte daran eine übersichtliche Darstellung der geologischen Verhältnisse dieses Landes. In der Tiefe ist die Kohlenformation am meisten verbreitet; der Vortragende schlägt die Ausdehnung derselben auf 20 Quadratmeilen an, und schliesst mit der Bemerkung, dass der Steinkohlenverbrauch in Schlesien schon jetzt auf 4000 bis 5000 Jahre gesichert sei.

Herr v. Herford theilte einen Brief aus Cairo über das Grab Burckhardt's mit, der unter den Miscellen dieses Heftes abgedruckt ist, und legte darauf seine photographischen Aufnahmen der Ruinen von Baalbek vor, indem er sie mit erläuternden Bemerkungen begleitete.

Herr Prof. Koch machte Mittheilungen aus einer von Prof. Schübler in Christiania ihm zugegangenen Abhandlung über die Verbreitung des Obstes in Norwegen. Hiernach wären von den 5800 Quadratmeilen, welche das Areal des Landes ausmachen, nur 80 Quadratmeilen kulturfähiger Boden, da der Anbau im Allgemeinen nur bis in die Breite von Drontheim und nicht höher als bis 2700 Fuss über dem Meere zulässig sei. Der Winter werde warm, der Sommer kühl genannt und als besonders mild die Gegend des 62. Breitengrades bezeichnet, da dort der Golfstrom die Küste bespüle. Dessenungeachtet soll in 60° N. Br. die Sommerwärme im Schatten bis auf 34° R. steigen, und im Winter das Thermometer bis auf 28° R. sinken. Gerste gedeihe bis 70', die Kartoffel noch darüber hinaus; der Apfelbaum komme als Baum (nicht am Spalier) noch bis 63° fort, die Kirsche bis 66°; die Pflaume gedeihe nicht, die Wallnuss dagegen bis 61°, und die ächte Kastanie werde noch unter 58" und 59° gefunden. Unter den Waldbäumen gehe die Birke am Weitesten gegen Norden.

X.

Die Meteoren von Stagus in Thessalien.

Von Prof. G. L. Kriegk in Frankfurt a. M.

In der Nähe der auf dem linken Ufer der Salambria (des Peneus) gelegenen Stadt Stagus (türkisch Kalabak), fast gerade in der Mitte des oberen Laufes dieses Flusses endigt ein Bergzug von geringer Höhe, welcher von dem macedonisch-thessalischen Scheidegebirge ausgeht. Das Ende dieses Bergzuges ist eine geologisch merkwürdige Stelle; denn es besteht weder aus einer allmählichen Abdachung, noch auch, wie solches sonst mitunter vorkommt, aus einer steilen Felsenwand, sondern vielmehr aus einer beträchtlichen Zahl von hohen und säulenartigen oder kegelförmigen Felsen, welche isolirt neben einander stehen und in Bezug auf Gruppirung, Höhe und Gesammtausdehnung in unserem Erdtheil wohl ihres Gleichen nicht haben. Sie sind noch dazu in einer besonderen Hinsicht eine geologisch merkwürdige Erscheinung; denn sie müssen, wie sich nachweisen lässt, in der historischen Zeit sehr bedeutende Veränderungen ihrer Formen erlitten haben, und erleiden dieselben sogar noch fortwährend. Ausserdem sind sie aber auch dadurch merkwürdig, dass ihre zum Theil horizontal abgestumpften Gipfel seit mehreren Jahrhunderten Klöster tragen, zu welchen man nur vermittelst herabhängender Seile oder angelegter Leitern gelangen kann, und von denen es fast unbegreiflich ist, wie sie haben erbaut werden können. Diese Klöster werden von den Griechen die Pindus - Klöster oder noch häufiger, nach dem bedeutendsten derselben, die Meteoren genannt. Sie sind endlich noch in einer anderen Hinsicht interessant. In diesen Klöstern finden sich nämlich griechische Manuscripte, welche noch nicht näher untersucht worden sind und vielleicht einige bisher unbekannt gebliebene Schriften des Alterthums enthalten.

Wegen der angedeuteten Wichtigkeit der Meteoren von Stagus hat Holland schon im Jahre 1831 in einer Sitzung der Londoner geographi

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