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mexicanischen Archive schickte. Um aber nichts zu vernachlässigen, was die Genauigkeit der Areal - Berechnung von Oltmanns bekräftigen konnte, habe ich den mir sehr befreundeten, so erfolgreich thätigen Astronomen Dr. Bruhns, Adjuncten der Königl. Sternwarte zu Berlin, ersucht, die Quadrirung des Prof. Oltmanns vom Jahre 1809 auf derselben Karte zu wiederholen. Die Resultate, welche Dr. Bruhns erhalten hat, stimmen bis auf die Intendencias von Merida und Texas, wegen der unbestimmten Grenzen, vollkommen mit den Angaben von Oltmanns überein; auch compensirten sich die Differenzen: da sie auf 2000 Quadrat-Lieues in Merida positiv, in Texas um fast eben so viel negativ waren. „Das von Oltmanns gefundene Areal von 118,478 Quadrat-Lieues, zu 25 auf 1',“ sagt Dr. Bruhns, ,sind 133,122

° Quadrat -Leguas, zu 26; auf den Grad; und der grosse Unterschied zwischen Ihren Zahlen und denen von Don Lucas Alaman liegt, wie der vormalige mexicanische Minister selbst sagte, in den ehemals so unbestimmten Grenzen von Ober-Californien, Neu-Mexico und Texas. Diese drei Provinzen sind in Ihrem Werke nur als

Neu - Californien mit 2,125,
Neu - Mexico

5,709,
Texas

10,948,

zusammen mit 18,782 Quadrat-Lieues, zu 25 auf den Grad, = 21,104 Quadrat-Leguas, zu 26} auf den Grad, bezeichnet: so dass das grosse Oregon-Gebiet, Utah und das Great Basin, wie les Innere von Ober-Californien zwischen dem Rio Colorado und Rio del Norte als uncolonisirte Wildnisse unbeachtet blieben. Zieht man nun diese 21,102 Quadrat-Leguas von den für ganz Neu-Spanien angenommenen 133,122 ab, so bleiben 112,018 QuadratLeguas übrig. Macht man dieselbe Operation mit der vollständigen, auch alles Uncultivirte und Unbewohnte umfassenden Angabe von Don Lucas Alaman für die drei Provinzen von

Ober - Californien 49,851,
Neu - Mexico

29,200,
Texas ohne Coahuila 25,796,

zusammen 104,847 Quadrat-Leguas; so bleiben für Neu-Spanien ohne die im Tractat von Guadalupe abgetretene Bodenfläche 111,165 Quadrat-Leguas: und der ganze Unterschied zwischen Ihren Angaben den Berechnungen Ihrer Karte von Oltmanns im Jahre 1809 und mir im Jahre 1857) und der Angabe Alaman’s reducirt sich auf 853 Quadrat-Leguas, d. i. auf weniger als Tho des ganzen Areals.“

Das Areal der Republik Mexico wird nach der Länderabtretung im Bevölkerung der Stadt Mexico wird dort nur zu 170,000 angegeben, was um so auffallender ist, als man dieselbe schon 1803 zu 137,000 schätzte.

Frieden von Guadalupe zu 106,068 Quadrat-Leguas (26į auf den Grad), = 94,400 Quadrat-Lieues (25 auf den Grad), = 33,984 geographischen Quadrat-Meilen (15 auf den Grad) angeschlagen. Wenn man nun den Flächeninhalt von Frankreich, nach dem Handbuch der Erdkunde von A. v. Klöden, zu 9620 geograph. Quadrat-Meilen schätzt, so ist die Republik Mexico jetzt noch 3, Mal grösser als Frankreich; vergleicht man sie dagegen mit Europa (182,300 geograph. QuadratMeilen), so ist sie 5 Mal kleiner.

Berlin, im März 1858.

VIII. Ueber den untern Theil des Syr Dariah (Jaxartes) zwischen dem Fort Peroffsky und seiner Mündung. Von Alexis Boutakoff, Schiffscapitain der Kaiserl. Russ. Marine.

(Ein Auszug aus Briefen an Herrn Alex. v. Humboldt.)

Nota. Aus einem Briefe, datirt Orenburg íš. Mai 1854,

und einem anderen Schreiben aus St. Petersburg vom 1. März 1858 (mit dem angezeigten Memoire), in welchem Aufschluss über die Unglücksfälle des ersten Schreibens und der damals aus der Aralischen Steppe damit zugleich übersandten geographischen Notizen gegeben wird, die hier keiner Erörterung bedürfen, geht hervor, dass Herr Capt. Boutakoff schon im Jahre 1853 im Sommer auf dem Syr Dariah 15 Werst weiter aufwärts als das Fort Peroffsky geschifft war, welches unter 44° 50' 44" Lat. und 65° 31' 48" Longit. Greenwich gelegen ist, 100 Toisen fern vom rechten Ufer des Syr Dariah. Diese Auffahrt im Strome geschah mit dem eisernen Dampfschiff Peroffsky von 40 Pferdekraft, das der Capitain im Herbst 1852 in Stücken an den Aral-See transportirt und nicht ohne Mühe im Jahre 1853 auf dem unteren Syr Dariah hatte flott machen können. Den damals abgegebenen Bericht ersetzt der Capitain, welcher, nach längerem Aufenthalte zu St. Petersburg, im Begriff ist, in seine Steppe am Aral-See über Orenburg zurückzukehren, durch das oben angezeigte neueste Memoire, und fügt seinem Schreiben auch den Dank an die Berliner Geographische Gesellschaft hinzu, die ihn schon 1854 zu ihrem Mitgliede erwählte, deren Diplom ihm aber erst kürzlich zugekommen ist.

In seinem letzten Schreiben an Herrn A. v. Humboldt fügt Herr Capt. Al. Boutakoff, als Antwort auf dessen Anfrage, ob Tiger am Ufer des Caspischen See's überwintern, hinzu, dass nach General v. Blaramberg's Versicherung die Tiger allerdings an der Südwestküste

des Caspischen Meeres bis Lenkoran überwintern, wo die russischen Soldaten fortwährend gegen sie Jagd zu machen haben.

Der Herr Verfasser bemerkt, dass er demnächst eine neue Karte über den Syr-Strom einsenden wird, die vor seiner Rückreise von St. Petersburg in die Steppe noch nicht ganz vollendet werden konnte. Die Namen sind in dem nachstehenden Bericht genau nach der französischen Originalschrift des Herrn Capt. Boutakoff beibehalten worden, da sie mitunter von früheren Mittheilungen abweichen und die russische Aussprache ihre Schwierigkeit hat; die deutsche Uebersetzung ist dem französischen Original getreu wiedergegeben von C. Ritter.

Capt. A. Bouta koff's Bericht. Im Jahre 1855 hatte Se. Exc. der Gouverneur von Orenburg und Samara, Graf Peroffsky, mir die Ehre der Erforschung des unteren Theils des Syr Dariah, vom Fort Peroffsky an, das zuvor Ak-Metchett hiefs, übertragen.

Vor dieser Epoche gab es keine Specialkarten vom Syr, obwohl seine Ufer zum Theil mit zu den topographischen Aufnahmen für die Kirghisen-Steppe gehörten. Der Fluss selbst war nicht eigentlich die Special - Aufgabe jener topographischen Arbeit in der Kirghisen-Steppe gewesen, seine Windungen wurden also nur oberflächlich aufgenommen, ebenso wie seine Inseln, und für die Beschiffung des Stromes wurde dabei Nichts gewonnen, denn es fehlte den zur Aufnahme beorderten Beamten jedes Fahrzeug, um Sondirungen machen zu können.

Im Sommer 1853 schiffte ich zum ersten Male den Strom aufwärts am Bord des eisernen Dampfschiffes Peroffsky, das ich in demselben Frühjahre erst vom Schiffswerft bei dem Fort Aralsk hatte vom Stapel abwärts laufen lassen.

Während dieser Stromfahrt hatte ich meine beiden Topographen, Rybine und Yakovleff, beauftragt, nur aus freier Hand die Contouren der Ufer des Syr, sammt den Inseln und Inselchen, aufzuzeichnen und stets mit Sondirungen zu begleiten.

Nach diesen Umrissen, den früherhin bezeichneten topographischen Daten und den astronomischen Beobachtungen des Capitain-Lieutenant Iwachintzoff, dem, bei seinen ganz ausgezeichneten Kenntnissen, doch die von ihm unabhängigen und nicht zu besiegenden Hindernisse nur eine wenig genaue Aufnahme gestatteten, wurde von ihm die Karte vom unteren Laufe des Syr zwischen dem Fort Peroffsky und der Mündung des Flusses gefertigt ').

) Die russische Aufnahme des unteren Syr Darja im Jahre 1853, nach den officiellen russischen Berichten, nebst Karte Iwaschtschinzoft's, in Dr. Petermann's Mittheilungen 1856, VII u. VIII, p. 277 — 285.

Nachfolgende Schifffahrten auf dem Strome ergaben jedoch sehr bald die Nothwendigkeit einer genaueren geodätischen Aufnahme desselben. Zur Vermessung der Ufer und für die Sondirungen hatte man mir im Jahre 1855 noch zwei Offiziere vom Corps der Topographen mitgegeben, die Fähndriche Khristophoroff und Yakovleff, sowie die Topographen Tchernicheff und Khitrine. Diese Herren stellten sich mir Mitte Juli (alten Styls) 1855 zur Disposition; ich theilte sie in zwei Parteien: die erste Abtheilung, unter Commando des Fähndrichs Khristophoroff, mit Beistand des Topographen Tchernicheff, wurde mit der Partie des Syr zwischen dem Fort No. 2 (45° 29' 9" Lat., 64° 8' 50' Longit. Gr.) und der Mündung beauftragt. Sie begann die Aufnahme mit den Instrumenten und die Sondirungen am 1. Juli und schiffte in zwei Schaluppen den Syr vom Fort No. 2 abwärts. Die zweite Abtheilung, unter Commando des Fähndrichs Yakovleff, mit Beistand des Topographen Khitrine, begann ihre Arbeiten am . August und schiffte den Fluss vom Fort Peroffsky in drei Fabrzeugen abwärts.

Zum festen astronomischen Ausgangspunkt meiner Expedition nahm ich die Südost-Bastion des Forts No. 1; ich bemühte mich, ihn durch Sternoccultationen absolut zu bestimmen; da mir dies nicht gelang, schloss ich ihn chronometrisch an Raïme an, das im Jahre 1846 durch Herrn Lemm bestimmt war.

Zur Basis der Flussvermessungen wählte ich im Westen des Forts No. 1 Raïme (früher Fort Aralsk) und Koss - Aral an der Mündung des Syr ') im Osten des Fort No. 1; die Forts No. 2 und Peroffsky.

Für die chronometrische Differenz der Longitudo zwischen den Forts No. 1 und No. 2 ist bei der Auffahrt des Stromes für jedes eine Reihe von correspondirenden Observationen der Sonnenhöben gemacht, daraus ich den mittleren Gang der Chronometer zwischen beiden Serien nahm. Ebenso verfuhr ich mit der Differenz der Longitudo zwischen den Forts No. 2 und Peroffsky. Bei der Niederfahrt auf dem Syr verfuhr ich auf gleiche Weise an jedem der genannten Orte, und am Ende nahm ich die mittleren Zahlen als Resultate jeder der beiden Directionen.

Um Raïme und Koss - Aral mit dem Fort No. 1 zu verbinden, hatte ich ein gleiches Verfahren beobachtet. Für die Zwischenpunkte, wie Ak-Djar, Tschim-Kourgan und Koumyche-Kourgan, nahm ich die Mittel des Ganges der Chronometer an den Hauptpunkten, zwischen denen die secundären Punkte liegen. Für die Breitenbestimmungen

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') Derselbe Ausgangspunkt, der für die Längenbestimmung des Aralischen See's angenommen ist, der jedoch einer Correctur bedarf, s. unten.

nahm ich das Mittel der Sonnenhöhen am Meridian Vor- und Nachmittags. Meine Observationen, die auf der Sternwarte zu Poulkowo neu calculirt wurden, gaben folgende Resultate:

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Der Sommer 1855 war mir sehr günstig, das Fahrwasser und die Sandbänke des Stromes Syr zu bestimmen, da sein Wasser wegen Mangel an Schnee im vergangenen Winter sehr niedrig geblieben war und die seichten Stellen fast überall trocken lagen.

Ich muss offen gestehen, dass Alles, was ich über die geologischen und naturhistorischen Verhältnisse der Syr-Ufer sagen kann, nur sehr unvollkommen bleibt, da ich weder Geologe noch Naturforscher bin, und so viel wie möglich über Dinge zu schreiben vermeide, die ausser der Sphäre meines Urtheils liegen. Aber Sr. Excellenz dem erleuchteten General Katénine, dem neuen General-Gouverneur von Orenburg und Samara, werden wir die baldige Ankunft eines ausgezeichneten Naturforschers, des Herrn Sévertzoff, Magisters der Universität zu Moskau, verdanken, der auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers auf zwei Jabre zu wissenschaftlichen Erforschungen der Steppe und der Ufer des Syr ausgesandt ist und die in wissenschaftlicher Hinsicht bisher gebliebene Lücke ausfüllen wird.

Hier folgt also nur, was ich unmittelbar selbst als Augenzeuge zu beobachten im Stande war.

Ich schiffte 80 Werst oberhalb des Forts Peroffsky aufwärts, konnte aber bei der Flüchtigkeit wenig Positives beobachten und habe daher diesen Theil des Flufslaufs aus meiner Karte weggelassen.

Oberhalb des Forts Peroffsky treibt der Syr majestätisch seine Wasser zwischen den Ufern hin, die mit einer dichten Vegetation von Saksaôul (Anabasis ammodendron), Djida, Tourangah, Djanguil (Tamariske), Weiden und Rankengebüsch überzogen sind; an den Ufern stehen Schilfwälder. Die Breite des Flusses beträgt 600 bis 1200 Fuss. Die Tiefe betrug ungeachtet des seichten Wasserstandes während des Sommers 12 bis 18 Fuss. Die Ufer sind meist flach, der Boden besteht aus Thon von mehr oder weniger Meersalz durchzogen, oder

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