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Ausfuhr an Baumwolle-Waaren und Garn näherte, und auf diesem noch so überaus günstigen Standpunkte für den Absatz in diesem Zweige auch bis jetzt im Allgemeinen sich erhalten hat. Denn zwischen und į des Werthes der Totalausfuhr aller britischen Fabricate und Rohproducte fallen auf die Ausfuhr der Baumwoll-Fabriken, wobei natürlich auf den Zwischenhandel der wieder ausgeführten fremden Fabricate und Rohstoffe keine Rücksicht genommen wird.

Declarirter Werth der Ausfuhr ').
Baumwoll- Baumwoll-

Gesammt

Zusammen
Waaren
Garn

Ausfuhr

Pfd. St.

Pfd. St.

Prd. St.

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1843 16,354,050 7,193,971 23,548,021

47,381,023 1819 20,071,046 6,704,089 26,775,135 63,596,025 1850 21,873,697

6,383,704 28,257,401 71,367,885 1851 23,454,810 6,634,026 30,088,836 74,448,722 1852 23,223,432 6,654,655 29,878,087 78,076,854 1853 25,817,249 6,895,653 32,712,902 98,933,781 1854 24,948,367 6,695,897 31,644,264 97,092,308 1855 27,581,278 7,230,428 34,811,706 95,669,380

1856 28,527,789 8,065,671 36,593,460 103,092,364

Vergleichen wir die Ausfuhr dieses Artikels mit den nächstdem bedeutendsten und werthvollsten und bleiben bei runden Zahlen stehen, so kommen wir zu folgenden Uebersichtsverhältnissen: Baumwoll

Maschinen,
Woll-Man. Leinen-M. Metall- M.,

Seiden-M.
Manuf. und

Kohlen Leder und Garn und Garn rohes Eisen,

und Garn Garn

Zinn
Pfd. St.

Pfd. St. Pfd. St. 1852 (29,870,000 10,160,000 5,370,000'11,130,000 1,370,000 840,000 1,550,000 1853 32,710,000 11,620,000 5,910,000.16,360,000 1,600,000 1,570,000 2,040,000 1854 (31,640,000 10,670,000 5,060,000,13,600,000 2,120,000 1,510,000 1,690,000 1855 |34,810,000 9,840,000 5,030,000 11,680,000 2,430,000 1,140,000 1,530,000 1856 36,590,000 10,150,000 5,020,000 12,160,000 2,670,000 1,060,000 1,350,000

Daraus geht ferner hervor, dass die jährliche Ausfuhr sämmtlicher genannten so wichtigen Fabricate, Halb - Fabricate und Rohstoffe in Wolle, Metallen, Leinen, Seide, Leder sammt den Koblen noch nicht vollständig den Gesammtwerth umfasst, den die Baumwoll-Manufacturen allein für sich besitzen.

In diesen liegt aber auch vorzugsweise die Ausdehnung des britischen Handelsgebiets, so dass gegenwärtig über zwei Drittheile der gesammten britischen Ausfuhr nach den ausser-europäischen Erdtheilen gehen und auf solche Weise noch für lange Zeit für den europäi

Pfd. St.

Pfa. St.

Pid, St.

Pfd. St.

') The Companion to the Alman. London 1845 - 58. Der letzte Jahrgang ist mir noch in diesen Tagen zugegangen, um die Zahlen für 1856 aus den officiellen Listen einrücken zu können.

schen Gewerbfleiss der Markt in Amerika, Asien, Australien und Afrika gesichert bleibt, wie er durch die Engländer vor allem seit dem Anfange dieses Jahrhunderts zuerst eröffnet ist.

nach den brit. Britische Aus- nach den Ver- Colonien in

nach fuhr einigt. Staaten

Amerika

Brasilien

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Wenn wir nach den vorangegangenen Schilderungen uns von dem gewichtvollen Einflusse dieser Industrie auf das Gemeinwohl des britischen Volkes und seine Verbindungen mit anderen Völkern überzeugt haben, so darf nicht übersehen werden, in welchem Zusammenhange sie mit der Schifffahrt, mit dem Steinkohlenbau, mit dem Strassen- und Eisenbahnbau steht. Lassen wir durchschnittlich die Zufuhr auf grossen Schiffen von 200 Tonnen und mit voller Fracht in Baumwolle in die englischen Häfen einlaufen, so werden für die gegenwärtige Zufuhr aus Amerika und Ostindien 2000 Schiffe mit 25,000 Seeleuten erfor. dert. Etwas über die Hälfte dieser Schiffszahl und Schiffsmannschaft wird theilweise zu einer noch längeren Fahrt für die Ausfuhr der Baumwollenstoffe verbraucht. Dazu kommt der jährliche Geldumlauf des von 15 Mill. Pfd. St. in 30 Jahren (1826--56) bis auf 33 Mill. Pfd. St. gestiegenen Arbeitslohnes und Arbeitsverdienstes der Unternehmer und aller übrigen bei dieser Industrie beschäftigten Gewerbe. Schon im Jahre 1827 schätzte man nach den dem Parlamente über. reichten Angaben die in den Fabriken und Maschinen angelegten Capitalien auf 75 Millionen Pfa. Sterling; sie sind gegenwärtig (1857) auf 211 Millionen Pfd. Sterling gewachsen, und auf ihre entsprechende Verzinsung ist ein grosser Theil des britischen Volkes angewiesen, indem ihr reichlicher Ersatz auf den entferntesten Handelsmärkten

der tropischen Gegenden mit aufgesucht und vortheilhaft vermittelt wird. Diese politische Seite vermag ich hier nur anzudeuten, aber ihr Zusammenhang mit der Widerstandsfähigkeit und der nachhaltigen Neigung dazu, wie sie sich zu wiederholten Malen im britischen Volke kundgegeben, leuchtet klar ein. Das überraschende Wachsthum die ser Manufacturen in den letzten Jahren (1840—57) ist indess auch als ein neuer glänzender Erfolg des britischen Systems der Handelsfreibeit zu würdigen. Bekanntlich war es dem würdigen Verfasser des sehr geschätzten Werkes über die Preise, Thomas Tooke, vorbehalten, am 8. Mai 1820 die erste eindringliche Petition über die Handelsfreiheit einzureichen, als ein grosses Gut, welches man bald in's Werk setzen müsse, ohne auf ein gegenseitiges Zusammenwirken der übrigen Völker zu warten“. Nur in annähernder Auffassung dieses Gedankens führte der Handelsminister Huskisson praktisch 1824 – 1826 seine erste Ermässigung der Zollsätze aus. Doch vergingen noch 20 Jahre, bis am 19. März 1845 alle Zölle abgeschafft wurden, welchen die eingeführte rohe Baumwolle bis dahin unterworfen war, wenngleich die Staatseinnahme den nicht unwesentlichen Verlust von 683,000 Pfd. St. dabei erlitt. Wiewohl dem englischen Zolltarif auch gegenwärtig noch viele Mängel ankleben, so darf man ihm doch die Anerkennung nicht versagen, dass er am besten den Interessen der Consumenten entspricht, namentlich dem. deutlich erkennbaren Vortheile der grossen Menge, dass er aber auch gleichzeitig den wahren Vortheil der nationalen Arbeit berücksichtigt. Durch diesen Tarif wurde auch jetzt die Einfuhr der am stärksten verbrauchten Baumwolle-Fabricate freigegeben, und gerade diese Industriezweige, welche vor der Zollreform zurückgeblieben oder doch in anbaltenden Stillstand gerathen waren, sind jetzt durch die Concurrenz kräftig angetrieben, haben billiger zu produciren und zu verkaufen gelernt, und dafür den grossen Vortheil eines verdoppelten und vervierfachten Absatzes gewonnen.

Der Baumwoll-Städte und Landschaften habe ich noch als einer besonderen Erscheinung zu gedenken, die für die Culturgeschichte nicht ohne fortdauerndes Interesse bleiben wird. Schon aus der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts habe ich oben Manchester als den Hauptpunkt der Gewerbe für Baumwolle angegeben und doch war seine Be völkerung bis zum Jahre 1771 nur auf 22,240 Einw. gewachsen: seitdem hat sie sich um das Achtzehnfache vermehrt, 1801 = 94,876 E., 1831 = 237,832 E., 1841 = 308,893 E., 1851') = 401,321 E. Diese

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') Im Jahre 1851 wurde bekanntlich die letzte officielle Volkszählung in Grossbritannien vorgenommen.

106 F. W. Schubert: Die Baumwolle im Weltverkehr und in der Industrie.

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Stadt mit Einschluss von Salford bildet den Hauptsitz der BaumwollenIndustrie in der Grafschaft Lancaster. Ihre nächsten Umgebungen in derselben, die Städte Bolton, Blackburne, Oldham, Rochdale und Preston waren vor dem Jahre 1770 Ortschaften mit 3000 bis 6000 Einwohnern: gegenwärtig (1851) zählt Bolton 97,519 Einw., Blackburne 75,091 E., Oldham 72,357 E., Rochdale 60,577 E., Preston 69,542 E. Die ganze Grafschaft Lancaster hatte im Jahre 1801 eine Bevölkerung von 673,486 Einw., im Jahre 1851 = 2,031,236 Einw., d. i. 23,350

. Seelen auf 1 geogr. Quadrat-Meile bei 82,75 Quadrat-Meilen Flächeninhalt der Grafschaft. Der Haupthafen für Baumwolle ist Liverpool, die zweite britische Handelsstadt; sie gehört derselben Grafschaft Lancaster an, zählte im Jahre 1771: 54,090 Einw., 1801: 82,295 Einw., jetzt (1851) nach 80 Jahren siebenmal mehr: 375,955 Einw. In Liverpool werden gegenwärtig regelmässig í der englischen Einfuhr an Baumwolle ausgeladen, wovon den nordamerikanischen Freistaaten angehören und für die Spinnereien in Lancashire, Chester und Yorkshire (West-Riding) bestimmt sind. Nach einem dem Parlamente im Jahre 1845 vorgelegten Berichte waren in den nächsten Umgebungen von Manchester (also Lancashire mit Einschluss von Stockport) gegen 1,500,000 Menschen concentrirt, welche alle unmittelbar oder mittelbar von den dortigen Baumwolle-Fabriken ihren Unterhalt bezogen. Nächstdem ist Yorkshire im West-Riding vorzugsweise ein Hauptsitz der Baumwollen - Industrie: seine Bevölkerung ist von 572,168 Einw. im J. 1801 bis auf 1,325,495 Einw. im J. 1851 gestiegen. Die Stadt Leeds ist von 20,000 Einw. im J. 1771 um das Achtfache gestiegen bis auf 172,270 Einw.; der Ort Bradford mit 3000 Einw. im J. 1771 zählte 1851 103,778 Einw.; ebenso sind die damals gleichfalls bedeutungslosen Städte Halifax und Huddersfield um das Dreissigfache in ihrer Bevölkerung gewachsen, 1851 auf resp. 109,175 E. und auf 107,140 E. Dazu gehört noch die Nachbarstadt von Manchester, Stockport in der Grafschaft Chester, deren Einwohnerzahl von 4000 S. auf 53,835 S. im J. 1851 gewachsen ist.

In Schottland zeichnet sich in dieser Industrie nur vorzugsweise die Grafschaft Lanark aus: Glasgow ist ihr Hauptsitz, 1755 mit 23,546 Einwohnern, 1801 mit 77,058 Einw., jetzt (1851) mit der fünfzehnfachen Bevölkerung von 329,097 Einw. Paisley und Aberdeen stehen nächstdem durch bedeutende Baumwoll - Fabriken in gutem Rufe und verdanken denselben eine Verdreifachung ihrer Bevölkerung im Laufe dieses Jahrhunderts, Aberdeen 1851 mit 71,973 Einwohnern und Paisley mit 47,952 Einwohnern.

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Aufbruch und Abreise nach den südlichen Gegenden der Provinz

Constantine. Die Stadt Batna; die Strafcolonie Lambèse.

Bei meiner zweiten Reise durch Algerien hatte ich vor Allem darauf Bedacht zu nehmen, mir den Weg über die von den französischen Behörden gesteckten Reisegrenzen hinaus zu eröffnen, welche sich durch die Provinz Oran über Sebdu, Daja, Saida und Tiaret, durch Algier über Boghar und durch die Provinz Constantine über Biskra, quer durch das ganze Land hinziehen. Nur so weit nämlich kann das Gouvernement für die Sicherheit der Reisenden die Verantwortlichkeit übernehmen. Wer über diese Linien hinaus zu weiteren Forschungen seine Reise nach den südlichen Oasen ausdehnen will, muss sich die Vergünstigung zu erwirken suchen, dass ihm eine Bedeckung mitgegeben wird. In der Regel besteht eine solche aus einigen Reitern des Bureau arabe oder aus dem Gum des in der Gegend commandirenden Kaid. Die Unsicherheit der Wege, die grosse Entfernung der französischen Posten von einander und die sittliche Rohheit der nicht unterworfenen benachbarten räuberischen Araberstämme machen eine solche Vorsichtsmassregel in den südlichen Gegenden Algeriens durchaus nothwendig. Das Glück begünstigte hierin meine Bemühungen und mir wurde eine solche Bedeckung zu Theil.

Als ich mich nämlich Mitte October 1855 in der Salzseezone und namentlich am Fusse des Djebel Nifensser aufhielt, hörte ich, dass eine militärische Expedition in die Oasen des Uëd Ssuf und Uëd Rir vorbereitet würde. Diese günstige Gelegenheit wollte ich benutzen, indem ich mich der Colonne anzuschliessen gedachte. Freilich waren zunächst noch viele Schwierigkeiten zu überwinden, namentlich die Frage zu lösen, wie ich die Kosten für das Zelt, die Transportpferde, die Bedienung u. s. w. aus eigenen Mitteln aufzubringen im Stande sein würde. Da erschien mir plötzlich, wie von meinem Glücksstern gesandt, ein Helfer in der Noth, der die Subdivision Batna commandirende BrigadeGeneral Desvaux, welcher eben von Constantine eingetroffen war. Ich habe schon an anderer Stelle der grossen Verdienste gedacht, welche sich dieser gezeichnete Offizier nicht nur durch seine militärischen Talente und seine Tapferkeit, sondern auch durch seine bürgerlichen

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