Imatges de pÓgina
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Pingo oder das Bisamschwein (Dicotyles labiatus), der Pakier oder das Halsband-Nabelschwein (Dicotyles torquatus), das Wasserschwein (Hydrochoerus capybara), der Lamantin oder die Seekuh (Manatus americanus), der Surinamsche Hase (Coelogenys paca), der Konikoni (Dasyprocta Aguti) und der Kapasi, ein Gürtelthier (Dasypus peba); unter den Vögeln einige Arten wilder Enten und Tauben, die Anemu oder das Surinamsche Rebhuhn (Crypturus variegatus), das Powis oder Hockohuhn (Crax alector), die Maraay (Penelope mardil), die Surinamschen Schnepfen, Papageien und andere. Die Fische, welche die Flüsse Surinams im Ueberflufs liefern, werden viel gegessen und liefern, sowie die sogenannten Buschfische, die in niedrig gelegenen und unter Wasser stehenden Büschen vielfach gefangen werden, ein gesundes und schmackhaftes Nahrungsmittel. Ebenso sind die Schildkröten, die Leguans (Iguana delicatissima), wie auch die Krabben und Krebse sehr gesucht.

Das Pflanzenreich liefert als Hauptnahrungsmittel: Bananen, Reis, türkisch Korn oder Mais, den kleinen oder Curaçao'schen Mais (Holcus Sorghum), zwei verschiedene Arten von Brotfrucht (Artocarpus incisa) und einige Erdfrüchte (Wurzeln), als: Yams (Dioscorea sativa?), Pataten (Batatas edulis), Tayers oder Taro (Arum oder Caladium esculentum), die süsse und bittere Cassave (Iatropha Loefflingii und Manihot) und Arrowroot (Marantha arundinacea). Das Krautgemüse, worunter wir auch die Schoten und andere Früchte, welche gekocht gegessen werden, begreifen, sind folgende: Salat, Gurken, Endivien, Kalala (Amaranthus oleraceus) und andere Arten, Postelein (Talinum triangulare), und einige andere Portulaceen, Oseille und Patientie (Rumex patientia), die Blätter von Caladium esculentum, Kohl, Kabbes oder Palmkohl (die jungen Blätter von verschiedenen Palm-Arten), Kohlrapen, Radies, Doperwten, Bohnen, Wandu (Cajanus flavus), Gobo-Gobo-Pesi (Dolichos catjang), die Siebenjahrbohne und andere Bohnenarten; Früchte der Papaja (Carica Papaja) und der Citrouillen (Cucurbita Pepo), Okro (die Samengehäuse von Hibiscus esculentus) und das rothe Sauerkraut (die Kelchblätter von Hibiscus Sabdariffa).

Zur Zubereitung der Speisen gebraucht man: Petersilie, Sellerie, Uijen, Senf, Mierikswurzel, Pfefferwurzel (Moringa pterygosperma), spanischen Pfeffer, Vanille, Muskatnuss, Citronat, Tomaten (Lycopersicum esculentum), Antrua (Solanum macrocarpum), Bilimbi (Averrhoa Bilimbi). Sehr guter Essig wird aus Bananen, Ananas und anderen Früchten bereitet. Die Kokosnufs, Pienda (Arachis hypogaea), Abonjera (Sesamum orientale) und einige andere Samen liefern Oelsorten, die bei der Bereitung der Speisen verwendet werden.

Zu den schmackhaftesten und am meisten gebrauchten Obst- und Fruchtarten gehören Ananas, Bacove (Musa sapientum), Apfelsinen,

Zeitschr. f. allg. Erdk. Neue Folge. Bd. IV.

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süfse Orangen, Pompelmus (Citrus Decumana), Mandarine (Citrus deliciosa Tenore), Gideons-Aepfel (Citrus Limetta?), der Sauersack (Anona muricata), die Guajave (Psidium piriferum), die Sapadille (Sapota Achras), die Marquisade (Passiflora quadrangularis), die Melone von Cantalup, die Wassermelone (Cucumis citrullus), die Mammi (Mammea americana), die Manja (Mangifera indica), der Advocat (Persea gratissima), der Cytheren-Apfel (Spondias Cytherea), die süsse und saure Kirsche (Myrica Michelii und Malpighia glabra), die Mispel (Blakea quinquenervis) und die Früchte von einigen anderen Melastomaceen, die Tamarinden und Trauben, Rosen- Aepfel (Jambosa vulgaris).

Einer der wichtigsten Artikel, welche Surinam liefert, ist das Nutzholz.

Die Wälder in den flachen, alluvialen Küstenländern, wo wegen der ungewöhnlichen Fruchtbarkeit die meisten Plantagen angelegt sind, bieten nicht so viele gute Holzarten, wie die in den Oberländern. Dort bestehen die Urwälder bei einem unbegreiflich üppigen Pflanzenwuchse hauptsächlich aus sehr grofsen Bäumen, von denen einige seit langer Zeit in Surinam als Zimmerholz viel verarbeitet werden, und sich als sehr tauglich bewährt haben. Die Anzahl der genauer bekannten und verarbeiteten Holzarten kann zu nahe an 40 angegeben werden, obwohl man diese Anzahl ansehnlich vergrössern könnte durch Hinzufügung von Arten, die entweder dem Namen nach kaum bekannt oder aus anderen Ursachen nie zuvor zum Gebrauch gekommen sind. Einige, obwohl auch brauchbar, kommen nur in geringen Dimensionen vor, andere wieder sind nicht zu erlangen; überdies werden die Namen nicht selten mit einander verwechselt.

In einigen Schriften wird die Zahl von Holzarten zu 150 angeführt, während sie in Surinam selbst wohl zu 300 gebracht wird; natürlich sind dabei sehr viel unbrauchbare Arten mit einbegriffen, und man hat dabei zu viel auf unsichere und verwirrte Berichte von Indianern und Negern gegeben. Einige Arten, von verschiedenem Namen, stimmen so mit einander überein, dafs sie höchst wahrscheinlich zu einer Art zusammengeworfen werden müssen; dagegen wird in Stücken von derselben Art, namentlich von Kopie und Bolletrie, eine solche Verschiedenheit gefunden, dass man fast in Zweifel gerathen kann, ob der Name richtig angegeben ist. Unter anderen Ursachen üben vor Allem die Orte, an denen der Baum gewachsen ist, darauf einen grofsen Einflufs aus; so werden von den Negern viele Arten noch unterschieden in hochländisch, flachländisch, Bastard-, Sumpf-, männliches, weibliches u. s. w. Holz. Bei gröfserer Bekanntschaft mit den noch nicht besuchten Oberländern werden sicher noch viele uns unbekannte zum Vorschein kommen, so dafs sich die Zahl brauchbarer Hölzer wahr

scheinlich noch um einige vermehren wird. Denn die Buschneger bringen zuweilen Proben von sehr schönem Holze mit, mit denen wir nur durch sie bekannt geworden sind und die uns viel Gutes von den Hochlandsbäumen erwarten lassen, da es bekannt ist, dafs das härteste und dauerhafteste Holz ausschliesslich auf hohem Boden wächst.

Die Bäume werden meist unmittelbar nach dem Fällen zu Balken und Schindeln verarbeitet, und selbst wenn sie noch nafs sind, zu Brettern zersägt und verbraucht. Daher rührt vor Allem das häufige Reifsen, dem das Holz unterworfen ist, dem aber durch sorgsame Behandlung abgeholfen werden könnte. Bei diesem Reichthume an edlen Hölzern mufs man sich wundern, dafs die Ausfuhr selbst bei gänzlicher Befreiung von Ausfuhrzoll so gering ist.

Es wurden nämlich ausgeführt 1832: ·
nach den Niederlanden . . . für Fl.
nach den Nachbar-Colonien

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3,746.50 c.

12,015.25

Fl. 15,761.75 c.

Dagegen betrug die Einfuhr ansehnlich mehr:

aus den Niederlanden

aus Nord-Amerika.

aus den Nachbar - Colonien

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für Fl. 11,236.82 c.

27,114.51
13,962.61
Fl. 52,313.94 c.;

also um Fl. 36,552.19 c. mehr, und diese bestand zum gröfsten Theile aus nordamerikanischem Holze. Der Grund liegt in dem hohen Tagelohne und den theuern Transportmitteln Surinams, so dass das beste Holz in Folge mangelnder Arbeitskräfte werthlos und zum grofsen Theile herrenlos im Ueberflusse in den Wäldern angetroffen wird. Die Kosten für Tagelohn und Transport betragen mehr als man für die eingeführten nordamerikanischen Bretter bezahlt. Die Jahreszeit, die stärkere oder geringere Zufuhr von Holz durch Buschneger üben unter anderen Ursachen darauf einen grofsen Einfluss.

Von den Buschnegern kann das Holz zuweilen billig gekauft werden; doch auf eine Bestellung bei diesem faulen, misstrauischen und treulosen Volke kann man sich nie verlassen. Ihre Flöfse (Kokorokos) bestehen nur zum Theil aus brauchbaren Hölzern von verschiedenem Maafse und von allerlei Arten unter einander. Diese Stücke, welche meist schwerer als Wasser sind, werden durch eine Anzahl unbrauchbarer Balken von leichtem Holze und durch ihre Corjalen oder Canoes aus ausgehöhlten Baumstämmen von Wane oder Cederbäumen flott gehalten. Sie bringen die Flöfse mit dem Strome nach Paramaribo; jedoch meist sind dieselben bereits, ehe sie die Stadt erreichen, an höher gelegenen Plantagen verkauft.

Es dienen namentlich Braunherz, Grünherz, Beilholz, Bolletrie und

Purpurherz zu Balken und Schindeln, Kopie und Wane zu Brettern, Cedern, Cönatepie, Buchstabenholz, Krapa, Schlangenholz, Buschtamarinde, Eisenherz und Salie zu Möbeln.

Unter den letzteren scheinen die Ceder und Krapa noch in hinreichender Menge vorhanden zu sein.

III.

Reise von Shanghai über Hangtschau nach Ningpo.

Nach einem englischen Bericht.

Die Fortschritte der Engländer in der Ueberwältigung des indischen Aufstandes rücken den Zeitpunkt wieder näher, in dem sie auch ihren Conflict mit China zum Austrag bringen werden. Wenn die Verwickelung in Canton nicht eigends zu dem Zweck angesponnen ist, so wird sie doch ohne Frage dazu benutzt werden, den Handelsverkehr mit China auf eine ganz andere und viel umfassendere Grundlage als die jetzige zu stellen. Bei dem von Jahr zu Jahr wachsenden Verbrauch chinesischer Producte in Europa erscheint es als ein für die Dauer unerträgliches Uebel, dafs sich die europäische Handelswelt mit dem bequemsten Zahlungsmittel für die chinesische Ausfuhr, mit europäischen Manufacturen, nur auf die Versorgung des beschränkten Rayons der fünf, dem europäischen Handel geöffneten Hafenplätze verwiesen sieht und dafs sie den Rest der Schuld mit baarem Silber tilgen muss. Auch die Verhältnisse der europäischen Industrie an sich scheinen eine Ausdehnung des Marktes gebieterisch zu erheischen. Als wir zur Erläuterung der Wichtigkeit einer Canal-Verbindung zwischen dem Atlantischen und Stillen Ocean die wachsende Bedeutung des pacifischen Handels zu skizziren suchten, wiesen wir mit Nachdruck auf das weite fruchtbare Feld hin, welches China mit seiner starken Population und seinen unerschöpflichen Hilfsquellen der Handelsspeculation darzubieten vermag. Gelänge es, den Erzeugnissen der abendländischen Industrie mit einem Schlage diesen Markt wirklich zu eröffnen, ein von den imposantesten Strömen und einem bewundernswürdigen Canalsystem durchschnittenes Reich mit einer Bevölkerung von 360 Millionen Seelen, dem dritten Theile der Bewohner des ganzen Erdballs, einer Bevölkerung, die weder durch die klimatische Beschaffenheit ihres Landes noch auch der grofsen Mehrzahl nach durch den Grad ihrer Cultur auf die Be

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dürfnifslosigkeit primitiver Zustände verwiesen ist, - vollständig und ungehemmt in die Bahn des Welthandels hineinzuziehen, so würde von diesem Ereignifs in der Geschichte des Handels eine neue Epoche datiren, die auf die commerciellen und industriellen Verhältnisse des Abendlandes eine unberechenbare Nachwirkung äussern müsste. Welche Wendung nun auch die innere Krisis des chinesischen Reiches und sein Conflict mit England und anderen europäischen Staaten nehmen mag: sicher ist begründete Aussicht vorhanden, dass die nächste Zeit uns dem Ziele eines freien Verkehrs um ein Bedeutendes näher führen, dass sie dem Handel mindestens in denjenigen Theilen des ausgedehnten Reiches, die schon jetzt für ihn von hervorragender Wichtigkeit sind, eine freiere Bewegung verschaffen wird. Dies gilt besonders von dem fruchtbaren und dichtbevölkerten chinesischen Tieflande, welches die Mündung des Yangtse-kiang und die grofse Bucht von Hangtschau umgiebt, dem Hauptsitze der Baumwollen- und Reiscultur wie der Seideproduction und einem der wichtigsten industriellen Bezirke des chinesischen Reiches. Wir haben deshalb schon mehrmals die Gelegenheit ergriffen, die Aufmerksamkeit unserer Leser auf dieses wichtige Gebiet hinzulenken; wir haben auf den Steinkohlenreichthum der Provinz Tschekiang hingewiesen, und zwei Reiseskizzen aus der Feder der berühmten Sinologen Medhurst und Edkins mitgetheilt, Skizzen, die, wie wenig sie auch das Bedürfniss einer exacten Kenntnifs des merkwürdigen Landstrichs zu befriedigen geeignet waren, doch einzelne Züge zu dem Gemälde lieferten, dessen vollständige Ausführung von der Zukunft zu erwarten war. Es wird in der Bedeutung dieser Provinzen seine Rechtfertigung finden, wenn wir den erwähnten Mittheilungen einen neuen Bericht anreihen, den Bericht über eine Reise, welche der oben erwähnte Sinologe Edkins in Begleitung eines Correspondenten der Times im August des Jahres 1857 von Shanghai aus auf Flüssen, Canälen und über Land, in chinesischer Verkleidung, nach Ningpo unternommen hat. Der Bericht gewinnt dadurch ein besonderes Interesse, dafs es den Reisenden gelang, auch das schwer zugängliche Hangtschau, die bedeutendste Fabrikstadt des Landes, zu durchziehen. Wir werden uns bemühen, in dem folgenden Auszuge aus den betreffenden Correspondenzen der Times Nichts zu übergehen, was für die Geographie und Cultur des Landes von Belang ist.

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Shanghai, 7. August.

Noch war kein Land in Sicht. Aber das Loth sagte uns, dafs wir in flachem Gewässer hindampften. Das Wasser war ganz süfs und trübe, und flofs über reichen Alluvial-Boden. Wir befanden uns in der Mündung des Yangtsekiang, des reichsten Stromes der

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