Imatges de pÓgina
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besten Willen nicht möglich, „die Flachlande ron Brasilien, die Prajas von Pernambuco” zu entdecken, wohin doch nach manchen Schriftstellern Behaim im J. 1483, zehn Jahre früher, ehe Columbus sich zur Reise anschickte, von den Azoren aus gekommen sein soll. Es findet sich die insula de Brazil muss hier ausser Acht bleiben von allen diesen geographischen Umrissen keine Spur auf dem Behaim'schen Globus, womit jedoch nicht gesagt sein soll, dass eine kühne Phantasie, abgesehen von der deutlich verzeichneten insula Antilia, durch die Lage der über dem circulus aequinoctialis (Äquator) angedeuteten Insel St. Brandan, der im Norden des tropicus cancri verzeichneten Insel (Cathay, oceanus orientalis indic.), so wie der südlicher gelegenen Insel Cipango, nicht im Stande wäre, an die West-Indischen Inseln oder an Süd-Amerika zu denken wenn man sich dieselben theils noch als Inseln, theils als mit Ost-Indien zusammendenkt '). Die auf dem Behaim'schen Globus gezeichnete und benannte insula de Brazil liegt unterhalb des circulus arcticus, etwa auf halbem Wege zwischen Island und insula de Azores Catharides.

Fassen wir all das in Bezug auf Martin Behaim Gesagte zusammen, so lässt sich nicht beweisen, dass Martin Behaim, der Vater der westlichen Entdeckungen, der wirkliche Entdecker Amerika's gewesen sei. Das aber lässt sich mit Gewissheit annehmen, und die neuern Untersuchungen haben diess auch unwidersprechlich gelehrt, dass der weit im westlichen Ocean lebende berühmte Kosmograph Martin Behaim aus Nürnberg jedenfalls Columbus in seinem Plan, nach Westen zu segeln, bestärkt und wesentlich zur Ausführung des Planes von Columbus beigetragen habe 2). Somit ist Behaim für die Entdeckung Amerika's , von wesentlichem Nutzen gewesen und der Deutschen Wissenschaft kommt die Ehre zu, jenen berühmten See

fahrern, Columbus, Vespucci, Vasco de Gama u. A., die Möglichkeit an die Hand gegeben zu haben, sich weiter in den Oeean hinaus zu wagen. In dieser Beziehung haben neben den Italienern, Spaniern, Portugiesen, Engländern und Franzosen auch die Deutschen die armen Aschebrödel, wenn auch nicht der Seefahrenden, doch der seemächtigen Nationen durch die natürliche hohe Begabung des Germanischen Geistes Theil an der Ehre, auf die Entdeckung und Entwickelung Amerika's eben so bedeutend als wohlthätig eingewirkt zu haben.

Es muss späteren historischen Forschungen überlassen bleiben, neues Licht über die Behaim'sche Frage zu verbreiten, die noch lange nicht als abgeschlossen zu betrachten sein dürfte. Vielleicht ist es noch dem eifrigen und ernsten Geschichtsforscher in den staubigen Archiven Spaniens und Portugals vorbehalten, die Welt mit der sichern Beweisführung zu überraschen, dass erst aus Nürnberg der Mann kommen musste, der das Columbus-Ei zu der Geschichte der Entdeckungen zu stellen verstand. Und wel. cher Stadt wäre dieser Ruhm mehr zu gönnen, als dem altdeutschen Nürnberg, dem die Welt die Erfindungen der Taschenuhren (Nürnberger Eier) im J. 1500, des Feuerschlosses an Schiessgewehren im J. 1517, des Messings im J. 1553, der Windbüchse im J. 1560, der Klarinette im J. 1690 u. S. W. zu verdanken hat? Weit entfernt, allen Nationen den gerechten Stolz missgönnen zu wollen, den sie darein setzen, dass an die grosse Thatsache der Entdeckung einer neuen Welt auf einige Zeiten Namen gekniipft sind, die sie unter die Ihrigen zählen, freuen wir uns Deutsche auch, mit gerechtem Stolze auf zwei Deutsche Männer blicken zu können, die auf die Entwickelung Amerika's einen wohlthätigen und bedeutenden Einfluss geübt haben auf Martin Behaim und auf Alexander von Humboldt, den Erforscher der Natur dieses Landes.

1) Ausser diesem Behaim'schen Globus besitzt Nürnberg (auf der Stadtbibliothek) noch die merkwürdigen Erdkugeln von Schöner und yon Johann Prätorius (geb. 1537, † 1616). Der Schöner'sche, zu Bamberg angefertigte Globus vom Jahre 1520 am 27. Septbr. alten Stils giebt merkwürdiger Weise schon die nach Magellan später genannte Strasse an. Nach Humboldt hat Schöner die Karte des Petrus Anianus auch aus dem Jahre 1520 benutzt, auf welcher zum ersten Male acht Jahre nach dem Tode yon Amerigo (nichts Anderes als der Deutsche Vorname Almerich) Vespucci der Name Amerika gesehen worden und welche die erste gestochene Karte mit dem Namen Amerika ist. Die älteste Karte des Neuen Welttheiles mit weit über den Äquator südlich sich erstreckendem Amerikanischen Kontinent, die bisher, unter den gezeichneten Karten aufgefunden worden, ist die des grossen Seefahrers Juan de las Casas, Columbus' Reisegeführte auf seiner zweiten Expedition (25. Septbr. 1493 bis 11. Juni 1496), die Alexander von Humboldt im J. 1832 erkannt und theilweise edirt hat. Bis dahin wurden für die ältesten Karten von Amerika zwei in der vortrefflichen Militärbibliothek zu Weimar aufbewahrte Welttafeln von 1527 und 1529 gehalten. Auf dem messingenen, sehr schön gearbeiteten Erdglobus von Johann Prätorius trägt Süd-Amerika, so ziemlich richtig dargestellt, auch nur den Namen Amerika mit dem Beisatze inventa 1497. Die Karte des las Casas (s. Humb. Kosm. II) vom Jahre 1477 ist auch in Columbus' Händen gewesen.

In der neuesten Zeit hat der bekannte Reiseschriftsteller J. G. Kohl, der sich jetzt in Washington aufhält und dort die Idee in Anregung gebracht hat, eine Sammlung aller für die Geschichte Amerika's wichtigen alten Karten in Kopien oder Facsimile's zu vereinigen, die älteste Karte von Bartholomäus Columbus, cinem Bruder des Entdeckers von Amerika, beschrieben. Diese Karte erschien im J. 1488 und wird im dritten Bande von Hakluyt's im J. 1600 zu London erschienenen Reisen erwähnt.

2) Vgl. die gelehrten und umfassenden Untersuchungen über diese Fragen in Dr. Peschel's „Zeitalter der Entdeckungen. Stuttgart, 1858." A.P.

Neueste Geographische Literatur.

E U R O P A.

Bücber. 1. Industrie-Statistik der Österreichischen Monarchie für das Jahr 1856. Herausgegeben von der K. K. Direktion der Administrativen Statistik. 1. Heft. Steinwaaren, Thonwaaren, Glaswaaren. Jit 2 Industrie- Karten. In den Mittheilungen aus dem Gebiete der Statistik, 6. Jahrgang, Il. Heft.

2. Fedor Possart: Anhaltische Vaterlandskunde. 1. Abtheilung: Geographie und Statistik des Herzogthums Anhalt-Bernburg. Bernburg, F. W. Gröning, 1858.

3. Prof. H. R. Göppert: Der Königl. Botanische Garten der Universität Breslau. Nebst einem Plan und einer Lithographie. Görlitz, 1857.

4. Prospectus und Statuten der Bergbau- und Hütten-Aktien-Ge.. sellschaft Thuringia bei Saalfeld im Herzogthum Sachsen- Meiningen, Mit 1 karte. Erfurt, 1858.

5. Dr. W. C. H. Staring: Voormals en Thans. Opstellen over Neêrlands Grondsgesteldheid. Mit einer Karte. Haarlem, A. C. Kruseman. 1858.

6. Annual Statement of the Trade and Navigation of the United Kingdom with foreign countries and British possessions in the year 1856. Presented to both Houses of Parliament. London, 1857.

7. Peter v. Köppen: Die neunte Revision. Eine Untersuchung über die Zahl der Bewohner Russlands im Jahre 1851. St. Petersburg, 1857. (In Russischer Sprache.)

8. Tabell- Kommissionens Underdánige Berättelse för åren 1851 med 1855. Första Afdelningen. Stockholm, 1857. Norstedt & Söner.

9. Dr. A. S.: Streifzüge im Orient während des Jahres 1856. Zürich, 1858.

10. J. B. Hébert: Système général d'Immatriculation des personnes, des immeubles et des titres. Nouveau Plan de la Ville de Paris. Paris, 1852.

11. J. B. Hébert: Explication de la méthode d'Immatriculation locale. Paris, 1855.

12. Les tables matricules de J. B. Hébert, appliquées à l'Europe et pays environnantes. Paris, 1856.

Aufsätze. 13. Fünftägige Wärmemittel in den Monaten Oktober, November und Dezember 1857, beobachtet auf den meteorologischen Stationen des Preussischen Staates. (Mittheil. des Statist. Bureau's in Berlin,

Nr. 3.)

14. Hamburgs Handel im Jahre 1857. (Preuss. Handels-Archiv, Nr. 8, 11 und 12.)

15. Prof. Dr. Göppert: Über den versteinten Wald von Radowenz bei Adersbach, 80 wie über den Versteinungsprocess. (Botan. Zeitung, Nr. 6.)

16. A. v. Strombeck: Gliederung des Pläners im nordwestlichen Deutschland nächst dem Harz. (Neues Jahrbuch für Mineralogie U. 8. w. 1857, Heft 7.)..

17. J. C. Deicke: Übersicht der Molasse-Formation zwischen den Alpen der Ost-Schweiz und dem Ost-Rande des Schwarzwaldes. (Ebenda.)

18. Die Marinen Englands und Frankreichs. (Unsere Zeit, Heft 13.)

19. P. de Rouville: Présence du mercure dans le sous-sol de Montpellier. Marcel de Serres: Notes sur la présence du mercure natif dans le sol sur lequel la ville de Montpellier est bâtie. '(Comptes rendus de l'Académie des Sciences. 4. Januar und 1. Februar 1858.)

20. Der auswärtige Handel Russlands im Jahre 1856. (Preuss. Handels- Archiv, Nr. 6.)

21. Die Herakleotische Halbinsel, hinsichtlich ihres Einflusses auf den Gesundheitszustand. (Ztschr. für Allgem. Erdkunde, November und Dezember 1857.)

22. Statistische Notizen über das Gouvernement Olonez. (Ebenda, Januar 1858.)

23. Die materielle Entwickelung Griechenlands. (Magazin für die Literatur des Auslandes, Nr. 21; Ausland, Nr. 6.)

24. H. Abich: Über Dumont's neue geologische Karte von Europa, so weit sie den Kaukasus betrifft. (Neues Jahrbuch für Mineralogie u. 8. w. 1857, Heft 7.)

25. H. W. Dove: Über die Temperatur der Ostsee, verglichen mit der des Atlantischen Oceans. (Ztschr. für Algem. Erdkunde, Januar.)

karten. 26. Karte der Thonwaaren-Industrie der Österr. Monarchie. 1857.

Karte der Glaswaaren- Industrie der Österr. Monarchie. 1857. Maassstab beider Karten: 1:3.000.000. (Zu Nr. 1.)

27. Plan des Königl. Botanischen Gartens zu Breslau. (Zu Nr. 3.)

28. Bergmeister W. Leo: Karte der nächsten Umgebung von Saalfeld mit Angabe der grösseren Fisenerz-Gruben. (Zu Nr. 4.)

29. Dr. Staring: Kaartje der Veenen van Nederland. Jlst. 1:2.030.000. (Zu Nr. 5.)

30. Carte immatricule de la Ville de Paris. (Zu Nr. 10.)

31. Hérisson : Carte matricule de l'Europe et de ses principaux états, divisée selon la méthode d'Immatriculation géographique de J. B. Hébert. Paris, 1856. Mst. 1:9.850.000.

32. M. v. Wittenberg: Plan der Stadt Görlit:. Jst. 1:8000. Görlitz, 1857.

33. Marine-Lieutenant Ravn: Bevölkerungskarten über die nische Monarchie. 2 Bl. im Mst. von 1:1.930.000. Kopenhagen.

34. Atlas économique et statistique de la Russie d'Europe publié par le Département de l'Economie rurale du Ministère des Domaines de l'Etat. 3e édition. St.-Pétersbourg, 1857.

[1, 26. Die Bearbeitung der Industrie - Statistik eines grösseren Landes gehört unstreitig zu den schwierigsten Aufgaben, die einem Statistischen Bureau gestellt werden können, und wir dürfen uns desshalb nicht wundern, dass nur über wenige Länder bis jetzt etwas Vollständiges und annähernd Genaues in diesem Fache vorliegt. In Österreich, wo die statistische Wissenschaft überhaupt eine hohe Blüthe

erreicht hat, wurde bereits im Jahre 1841, als Freiherr von Czoernig zur Leitung der Direktion der Administrativen Statistik berufen war, zu einer solchen Darstellung der volkswirthschaftlichen Thätigkeit im Kaiserreiche geschritten und die hieraus hervorgegangene, auf das Jahr 1845 bezügliche Arbeit war die erste amtliche dieser Art, welche bekannt geworden ist. Die damals angewendete Methode hat sich nach den seither gemachten Erfahrungen im Wesentlichen als eine richtige erwiesen; da jener erste Versuch aber ohne Vorarbeiten gemacht wurde, seitdem auch beträchtliche Veränderungen in den industriellen Verhältnissen Österreichs eingetreten sind und namentlich durch die seither errichteten Handelskammern eine Reihe gediegener Monographien veröffentlicht wurde, so hat die Direktion der Administrativen Statistik von Neuem die Bearbeitung einer Industrie-Statistik des Österreichischen Staates, auf das Jahr 1856 bezüglich, unternommen, vop der bereits das erste Heft vollendet vorliegt. Es umfasst die mit der Verarbeitung nicht-metallischer Mineralien beschäftigten Industrie-Zwei d. h. diejenigen, welche Stein-, Thon- und Glaswaaren liefern, giebt die Zahl der betreffenden Etablissements in den einzelnen Theilen des Reiches, den Betrag der Produktion nach den verschiedenen Rohstoffen und Waaren, die Zahl der Arbeiter u. s. w. an und enthält ausserdem zwei Karten, auf denen die Orte des Kaiserstaates, an welchen Thonoder Glaswaaren gefertigt werden, durch Kolorit hervorgehoben sind, wobei durch besondere Zeichen die Gattung der Waaren angedeutet wird. Solche Karten geben eine rasche und bequeme Übersicht der örtlichen Vertheilung des betreffenden Industriezweiges, sie würden aber noch werthvoller sein, wenn man versucht hätte, auf ihnen zugleich die Quantität der Produktion anschaulich zu machen, was durch Anwendung verschiedener Farbennuancen leicht erreicht werden könnte.

2. Von dem als Statistiker bekannten Herrn Fedor Possart erschien als erste Abtheilung einer Anhaltischen Vaterlandskunde eine Beschreibung des Herzogthums Anhalt-Bernburg mit vorzüglicher Berücksichtigung der Statistik in Bezug auf die Bewegung innerhalb der Bevölkerung, die Vertheilung und Benutzung der Bodenfläche, die physische, technische und geistige Kultur und andere den Staat, die Kommunen u. s. w. betreffende Verhältnisse. Eine ausführliche topographische Beschreibung mit besonderer Beachtung des historischen Moments schliesst sich dem statistischen Theile an.

3, 27. Der Direktor des Botanischen Gartens in Breslau, Prof. Dr. H. R. Göppert, hat bereits mehrere auf denselben sich bezichende Schriften erscheinen lassen. Die vorliegende Beschreibung und Geschichte dieses Gartens wird vorzüglich interessant durch die beigefügte und durch eine Lithographie erklärte Beschreibung des von Göppert in demselben errichteten künstlichen Profils zur Erläuterung der Steinkohlen-Formation und der ihr eigenthümlichen fossilen Flora, ein höchst nachahmungswerther Versuch, diese in Verbindung mit der Flora der Gegenwart darzustellen.

4, 28. In dem Prospectus einer neu zu errichtenden Gesellschaft zur grossartigeren Ausbeute der Eisenerzlager in der Gegend von Saalfeld wird eine kurze Übersicht der Lagerstätten gegeben, die sich in der silurischen Grauwacke am Fusse des nordöstlichen Theiles des Thüringer Waldes hinziehen, und der Erfolge des bisherigen, immer schon bedeutenden Bergbaues daselbst. Auf einer Spezialkarte des Bergbaudistrikts zwischen Saalfeld, Gräfenthal, Wallendorf und Könitz sind die hauptsächlichsten Eisengruben und nebenbei der Verlauf der projektirten Saal-Orla-Bahn eingetragen.

5, 29. Die Schrift des Herrn Dr. W. C. H. Staring, ., Ehemals und Jetzt", deren erste Lieferung uns vorliegt, besteht in einer Reihe von Aufsätzen, welche Belehrungen über die Bodenbeschaffenheit Niederlands in populärer Weise enthalten. Der erste derselben bespricht die vorweltliche Entstehung des Landes, der zweite die Torfmoore, sowohl die hohen als niedern, ihre Lage, Zusammensetzung, Entstehung u. s. w.; der dritte, mehr staatswirthschaftlichen Inhaltes, bespricht die befürchtete Erschöpfung jener Torflager und der vierte endlich, welcher jedoch nur theilweise im vorliegenden Hefte enthalten ist, das Diluvium Niederlands. Auch in diesen Aufsätzen zeigt Herr Dr. Staring die gründliche Bekanntschaft mit den Bodenverhältnissen seiner Heimath, welche wir schon früher bei Besprechung seines grösseren Werks ,,De Bodem van Nederland" rühmend zu erwähnen Gelegenheit hatten. Ein beigefügtes Kärtchen zeigt die Verbreitung der Torfmoore, des Alluvialbodens und der ältern Formation.

6. In den vom Board of Trade alljährlich dem Parlament vorgelegten statistischen Tabellen findet man die vollständigsten und speziellsten Nachweise über Handel und Schifffahrt Gross-Britanniens. Nächst den allgemeinen 'Werthen der Aus-, Ein- und Durchfuhr wird der

.

Handel mit jeder Englischen Kolonie und jedem fremden Lande nach Quantität und Werth jedes einzelnen Artikels dargelegt, wobei immer die Produkte des Landes besonders unterschieden sind. Eben so detaillirt ist die Zahl und der Tonnengehalt der bei diesem Handel verwendeten Englischen und fremden Schiffe angegeben; auch wird zur Vergleichung auf eine Reihe früherer Jahre zurückgegangen, in dem letzten, auf 1856 bezüglichen Berichte z. B. bis auf 1852. Dass diese mühevollen und umfangreichen Arbeiten für Handels- und ProduktionsStatistik von unschätzbarem Werthe sind, bedarf keiner besonderen Begründung.

7. S. oben S. 406.

8. Die Ergebnisse des letzten Census von Schweden, dessen Hauptresultate wir im Jahrgang 1857 (SS. 423 und 42 ) der „Geogr. Mittheilungen" angeführt haben, sind vollständig und mit allen Details in einem von der Tabellen-Kommission am 15. August 1857 dem König eingereichten Berichte niedergelegt, von welchem bis jetzt der erste Theil, das Wachsthum der Bevölkerung seit 1751, die Heirathen, Geburten, Todesfälle, Auswanderungen und Naturalisationen umfassend, veröffentlicht worden ist.

9. Die „Streifzüge im Orient” enthalten die Bemerkungen eines Schweizerischen Arztes in Türkischen Diensten, die derselbe während seines Aufenthaltes an den Küsten des Schwarzen Meeres (Trapezunt, Batum, Redutkaleh) und auf einem Marsch von Varna durch Bulgarien und über Sotia nach dem Hauptwattenplatz Rumeliens, Monastir, und von hier nach Janina über Land und Leute füchtig aufgezeichnet hat. Da indessen namentlich die letzte Flälfte der hier beschriebenen Marschroute zu den am seltensten besuchten und am wenigsten gekannten Theilen des südlichen Europa gehört, so verdienen diese kurzen Aufzeichnungen Beachtung.

10, 11, 12, 30, 31. Hébert's System der Immatrikulation besteht in der Bestimmung der Lage eines Punktes durch Zahlen. Er wandte es zuerst auf einen Plan der Stadt Paris an, indem er denselben in Rechtecke, entsprechend Theilen eines Meridiangrades, eintheilte und jedes Rechteck durch die an den Rändern des Planes aufgeschriebenen Zahlen charakterisirte. Die Strassen, Gebäude u. s. w. der Stadt sind mit den betreffenden Zahlen alphabetisch aufgeführt, so dass hierdurch ein Mittel geboten ist, sie leicht und schnell auf dem Plan aufzutinden und zugleich ihre geographische Position zu erfahren. So zweckmässig dieses System für einen Plan oder selbst für eine Spezialkarte in grossem Maassstabe sein mag, so können wir doch seinen Nutzen bei . der Karte von Europa, die Hérisson nach demselben System eingetheilt hat, nicht einsehen. Brüssel B. hat auf dieser Karte die Zahlen 50 02, Kassel 50 17, Königsberg 51 48, Moskau 53 55, d. i. in Grade umgewandelt: Brüssel 50° N. Br., 2° Östl. L. v. Paris, Kassel 51° X. Br., 7° Östl. L., Königsberg 54" N. Br., 18° Östl. L., Moskau 55' N. Br., 35° Östl. L. Diese letzteren Zahlen scheinen uns trotz der gegentheiligen Versicherung Hébert's eben so leicht zu merken, als die ersteren, und sind ausserdem von jeder Karte sofort abzulesen, wogegen Hébert für die Anwendung seines Systems auf die Karte von Europa erst in einer besonderen Schrift (Nr. 12) eine doch nur unvollständige Anzahl Orte mit den bezüglichen Zahlen zusammenstellen musste.

14. Der Aufsatz über den Handel Hamburgs im Jahre 1857 im ,,Preuss, Handels-Archiv" ist nach amtlichen Mittheilungen verfasst. Die dortige Handelsflotte betrug am Ende des Jahres 491 Fahrzeuge (20 Seedampfer) unter Hamburger Flagge mit 57,639 Commerzlasten. Es kamen im Lauf des Jahres 5067 Seeschiffe an mit 416,832 Commerzlasten oder 625,248 Roggenlasten, nach denen in Bremen gerechnet wird. Eine zweite Exposition über den Handel llamburgs von dem Preuss. General-konsulat daselbst findet sich in Nr. 11 und 12 desselben Blattes.

15. Die „Botanische Zeitung" entnimmt der „Schlesischen Zeitung" einen Vortrag des Prof. Dr. Göppert (gehalten in der Schles. Gesellschaft den 27. November 1857) über eine grosse Menge neu aufgefundener versteinerter Bäume auf dem aus Kohlensandstein bestehenden Höhenzug bei Radowenz in der Nähe von Adersbach in Böhmen. An manchen Punkten übersieht man dort mit Einem Blicke 20- bis 30,000 Centner versteinerten Holzes, fast immer entrindete Stämme ron 1 bis 4 Fuss Dicke und 2 bis 6 Fuss Länge. Sie gehören sämmtlich den Nadelhölzern an, und zwar bestimmte Prof. Göppert zwei Arten, den neuen Araucarites Schrollianus und den in der Steinkohlen-Formation Englands, Saarbrückens, Böhmens und Schlesiens vorkommenden Araucarites Brandlingii. Das Lager ist ein so grossartiges, wie es wenigstens im Gebiete der Steinkohlen-Formation bis jetzt weder in Europa noch in irgend einem andern Theile der Erde beobachtet worden

ist, und alle Museen der Erde könnten sich von dorther mit so herrlichen Exemplaren versehen, wie sie dergleichen bis jetzt kaum be. sitzen.

16. A. v. Strombeck theilt den Pläner am Harz in acht Schichten, für die er nach den gleichzeitig aufgeführten charakteristischen Mollusken neue Namen aufstellt (Tourtia, Varians-Schichten, RhotomagensisSchichten, Arme Rhotomagensis-Schichten, Rothe Brongniarti-Schichten, Weisse Brongniarti- und Galeriten-Schichten, Scaphiten-Schichten, Cuvieri-Schichten). Je vier bilden den unteren und oberen Pläner, die scharf von einander abgesondert sind, während bei den Unterabtheilungen keine scharfen Grenzen Statt finden.

17. J. C. Deicke in St. Gallen erörtert die Molasse-Formation in der östlichen Schweiz, am Überlinger See, bei Stockach und am Ostrande des Schwarzwaldes.

18. Auf die interessante, von verschiedenen Gesichtspunkten aufgestellte Vergleichung der Seemacht Englands und Frankreichs machen wir als auf eine sehr zeitgemässe aufmerksam. Der Verfasser kommt zu dem Schlusse, dass bei ungefähr gleichem Material die Französische Kriegsmarine der Englischen in Bezug auf Disponibilität und Ausbil-dung des Personals überlegen ist.

19. P. de Rouville und Marcel de Serres berichten über das, zwar schon seit 1760 bekannte, neuerdings aber von ersterem wieder aufgefundene Vorkommen von natürlichem Quecksilber unter der Stadt Montpellier. Es befindet sich in der Gestalt zahlloser kleiner Kügelchen in einem Konglomerat von Kalk- und Quarzkieseln unter mehreren Strassen und Plätzen der Stadt.

20. Der Handel Russlands hat sich seit dem Jahre 1853, dem letzten vor dem Orientalischen Kriege, bedeutend gehoben. Nach dem offiziellen Bericht des Departements für auswärtigen Handel betrug die Waaren-Ausfuhr im Jahre 1856: 160,249,872 Rubel gegen 147,662,815 R. im Jahre 1853, also mehr: 12,587,057 R. Die Waaren-Einfuhr belief sich 1856 auf 122,562,442 R. gegen 102,286,768 R. im Jalire 1853, war also um 20,275,674 R. gestiegen.

21. Einige Notizen über das Klima von Sebastopol und interessante Nachweise über die Krankheiten und die enorme Sterblichkeit im Eng. lischen Heere vor Sebastopol nach der kleinen Schrift „Medical History of the late war with Russia, by William Aitken”.

22. Nach dem „Gedenkbüchlein (Pamjatnaja knishka) des Gouvernements Olonez für das Jahr 1857” beträgt der Flächenraum dieses Gouvernements zu Folge der von dem Feldmesser-Korps aufgenommenen Pläne 123,022 Quadratwerst oder 2542 Geogr. Quadratmeilen, während er von Struve zu 2732, von Engelhardt zu 2792 Quadratmeilen angegeben wird. Die Zahl der Bewohner belief sich im Jahre 1856 auf 285,945 gegen 263,409 im Jahre 1850. Folgen noch einige andere Notizen über die Bewegung der Bevölkerung, die Bildungsanstalten und den Mineralreichthum des Gouvernements.

23. Aus einem vom Finanzminister A. Kumunduros unter dem 4. Dezember 1857 an den König Otto erstatteten Bericht geht hervor, dass die materiellen Fortschritte, welche Griechenland unter der Regierung könig Otto's gemacht hat, sehr erfreulich sind. Die Anzahl der Einwohner z. B., welche im Jahre 1834 nur 612,008 betrug, hat sich bis 1857 auf 1,045,232 erhöht, die der Wohnhäuser von 94,927 im Jahre 1833 auf 203,605 im Jahre 1857. Die hauptsächlichsten Landesprodukte sind Korinthen, Wein, Seide, Feigen und Öl. Von ersteren werden jetzt jährlich 80 Millionen Pfund gewonnen; mit Wein sind 700,000 Stremmen bepflanzt; der Ertrag der Kokons ist bis 5,523,000 Drachmen gestiegen, die von 11 Millionen Maulbeerbäumen gewonnen werden; Feigenbäume zählt man 260,000 und die Ausfuhr von Feigen beträgt 92,000 Centner; Olbäume giebt es 7,400,000 gegen 2,300,000 im Jahre 1834. Die Einnahme aus den Staatswaldungen betrug im Jahre 1833 nicht mehr als 17,000 Drachmen, 1856 dagegen 287,639 Drachmen.

24. In v. Leonhard und Bronn's Neuem Jahrbuch für Mineralogie u. s. w. wird der von Prof. Abich in der letzten Naturforscher-lersammlung zu Bonn gehaltene Vortrag im Auszug mitgetheilt, worin derselbe die Mängel von Dumont's geologischer Karte von Europa in Bezug auf den Kaukasus darlegte. Prof. Abich ist gegenwärtig selbst mit der Bearbeitung einer geologischen Karte des Kaukasus und einer geologischen Spezialkarte des Meskischen Gebirges beschäftigt.

25. Prof. Dove vergleicht eine Reihe von Beobachtungen der Temperatur und der Luft zu Doberan, Kopenhagen und an der Küste von Irland, wobei sich zeigt, dass an allen Stationen das Jahresmittel der Meereswärme höher ist als das der Luftwärme, der Überschuss der Wärme des Meeres über die Temperatur der Luft am grössten im November ist und die grösste relative Abkühlung des Meeres in Doberan

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ten Blatte die Vertheilung der mittleren Getreidepreise veranschaulicht. Blatt ?. zeigt die Ausbreitung der Zucht feinwolliger Schafe und ihre Anzahl in jedem Gouvernement. Auf Blatt 8 und 9 ist die Vertheilung der Pferde und des Rindviehs nach Procenten der Einwohner der Gouvernements durch Farbentöne 'und Zahlen angegeben. Auf dem zehnten Blatt endlich sind diejenigen Länderstrecken kolorirt, in denen Schlachtvieh zur Ausfuhr gezogen wird, wobei die Sammelpunkte, von denen die Ausfuhr ausgeht, und die Strassen, auf denen sie erfolgt, angegeben sind. Finnland und Polen sind auf den statistischen Blättern leer gelassen. Die spezielleren Nachweise für die auf den Karten dargestellten Verhältnisse finden sich in einem beigegebenen besonderen Schriftchen („Erläuterungen zu dem Ökonomisch-statistischen Atlas des Europäischen Russlands” u. 8. w.) in Russischer Sprache. Das ganze Werk gereicht Russland in jeder Beziehung zu hoher Ehre, da kaum ein anderes Land ein ähnliches Werk aufzuweisen hat.]

und Irland in den Mai, in Kopenhagen in den April und Mai fällt, dass aber ein wesentlicher Unterschied zwischen der Ostsee und dem Atlantischen Meere bei Irland darin besteht, dass in Irland das ganze Jahr hindurch die Wärme de Meeres höher als lie der Luft ist, während an der Ostsee das Meer vom März bis Anfang Juli kälter als die Luft ist,

unmittelbar auf den Einfluss des Golf-Stromes hinweist.

32. M. v. Wittenburg lieferte einen sauber ausgeführten, aber unnöthig matt gehaltenen Plan der Stadt Görlitz; derselbe ist ohne Terrain-Zeichnung, die Erhebung desselben wird jedoch durch viele Zahlenangaben bezeichnet, welche die Höhe der betreffenden Punkte über dem Nullpunkt des Pegels an der Neiss-Brücke (570,55 F. über dem Niveau der Ostsee) in Fussen ausdrücken.

33. Bei seinen Bevölkerungskarten des Königreichs Dänemark hat Lieutenant Ravn eine neue Methode der graphischen Darstellung angewendet. „Das ganze Land", sagt er 'in den Begleitworten, „ist in kleinere Theile eingetheilt worden, deren Grenzen und Mittelpunkte (Schwerpunkte) auf der Karte abgesetzt sind und deren spezifische Bevölkerung überall für jeden Theil besonders berechnet worden ist. Wenn man sich nun im Mittelpunkt jeder dieser Theile eine senkrechte Linie aufgerichtet denkt, deren Höhe proportional ist mit der spezifischen Bevölkerung (d. i. Dichtigkeit der Bevölkerung) des betreffenden Theiles, so werden die Endpunkte dieser Linien eine kontinuirliche krumme Fläche bestimmen, welche auf der Karte nach der bei neueren topographischen Arbeiten gebräuchlichen Methode, nämlich durch horizontale äquidistante Kurven, dargestellt wird. Von diesen Kurven bezeichnet die niedrigste eine spezifische Bevölkerung von 500, die nächstfolgende von 1000, die dritte von 1500 u. s. w. mit Zwischenräumen von 500. Alle Kurven werden folglich Grenzlinien zwischen den Landstrecken, deren spezitische Bevölkerung geringer ist, und denjenigen, wo selbige grösser ist als die, welche durch die betreffende Kurve angedeutet wird.” Ausserdem sind durch Farben die Länderstriche unterschieden, in denen weniger als 1000, zwischen 1000 und 2500, über 2500 und über 4000 Bewohner auf 1 Geogr. Quadratmeile kommen. Diese Darstellung bezieht sich jedoch nur auf die ländliche Bevölkerung, während für die Städte das Prinzip befolgt ist, welches wir u. A. auf Tafel 14 des Jahrgangs 1855, in dem Holzschnitte auf Seite 393 des Jahrganges 1856 und auf Tafel 25 des Jahrganges 1857 der „Geogr. Mittheilungen" angewendet haben, wobei nämlich die Orte durch schwarze Punkte angegeben werden, deren Areal-Grösse im Verhältniss zur Einwohnerzahl steht. Lieut. Ravn hat es aber unterlassen, einen Schlüssel zur Bestimmung der Einwohnerzahl aus der Grösse der Punkte beizufügen. Die Darstellungsweise des Lieut. Ravn ist im Ganzen sehr anschaulich und übersichtlich und hat allen Anschein einer naturgemässen und korrekten Entwicklung. Die beiden, sehr klar, sauber und geschmackvoll ausgeführten, Karten stellen den Zustand der Bevölkerungsdichtigkeit in den Jahren 1845 und 1855 dar und umfassen ausser der Dänischen Monarchie die Gebiete von Lübeck und Hamburg. Für die Herzogthümer lagen nur unzureichende Arealberechnungen vor, wesshalb die Kurven in diesen viel weniger genau und richtig sind, als im eigentlichen Dänemark.

34. Die zehn Blätter des Ökonomisch-statistischen Atlas vom Europäischen Russland, von dem uns die dritte Auflage vorliegt, enthalten deutliche, übersichtliche und sauber in Farbendruck ausgeführte Darstellungen der wichtigsten statistischen Daten über die Volkswirthschaft Russlands. Das erste Blatt zeigt die Beschaffenheit der Ackerkrume, die Ausdehnung der Salzsteppen, Sümpfe und Tundren, die Nordgrenze des Anbaues von Gerste, Roggen, Sommergetreide, Melonen, Wein und Mais und die Isothermen, Isotheren und Isochimenen. Das zweite Blatt zeigt die Vertheilung der verschiedenen Arten der Ackerwirthschaft, so wie die Ausdehnung der Kultur des Flachses, Hanfes und der Runkelrübe. Auf dem dritten ist die Vertheilung der Wälder dargestellt und die Nordgrenze von 14 Baumarten angegeben, in Übereinstimmung mit von Baer's Darstellungen in den „Beiträgen zur Kenntniss des Russischen Reiches, Bd. 18”. Blatt 4 giebt eine Übersicht der Distrikte, welche mehr Getreide produciren, als sie konsumiren, und zwar sind durch verschiedene Farben diejenigen unterschieden, welche ihren Überfluss nach Petersburg, Moskau, Riga, Archangel oder dem Schwarzen Meere ausführen, wie denn auch diese Ausfuhrstrassen angegeben wurden; ausserdem sind diejenigen Landstriche noch besonders bezeichnet, welche ihren Überfluss an Getreide zur Destillation von Branntwein verwenden. Auf dem fünften Blatt ist die Höhe der durchschnittlichen Getreide-Ernte in den verschiedenen Theilen Russlands unter Anwendung hellerer und dunklerer Farbentöne dargestellt. In ähnlicher Weise finden wir auf dem sechs

Petermann's Geogr. Mittheilungen. 1858, Heft X.

ASIEN.

Bücher. 1. Nikolai von Seidlitz: Botanische Ergebnisse einer Reise durch das östliche Trans-Kaukasien und den Aderbeidschan, ausgeführt in den Jahren 1855 und 1856. Dorpat, 1857.

2. Karl Friedrich Neumann: Geschichte des Englischen Reiches in Asien. Leipzig, F. A. Brockhaus, 1857.

3. Karl Friedrich Neumann: Das Reich Japan und seine Stellung in der westöstlichen Weltbewegung. 1857.

4. Aardrijkskundig en statistisch Woordenboek betrekkelijk Neêr. landsch-Indie, naar de jongste berigten. Probelieferung. Amsterdam, P. N. van Kampen.

5. Thomas Witlam Atkinson: Oriental and western Siberia: a narrative of seven years' explorations and adventures in Siberia, Mongolia, the Kirghis Steppes, Chinese Tartary, and part of Central Asia. With a map and numerous illustrations. London, Hurst and Blackett, 1858.

Aufsätze. 6. Baron d'Eckstein: Mémoires sur les contrées occidentales, traduits du Sanscrit en Chinois en l'an 648 par Hiouen- Thsang, et du Chinois en Français par Stanislaus Julien. Tome I, contenant les livres I à VIII et une carte de l Asie centrale. (Journal Asiatique, Dezember 1857.)

7. Fr. Steger: Ost-Indien. (Westermann's Illustr. Deutsche Monatshefte, Februar.)

8. Robert Schlagintweit: Über Erosionsformen der Indischen Flüsse. (Zeitschrift für Allgem. Erdkunde, Nov. und Dez. 1857.)

9. Les Français en Cochinchine. (Ilonit. univ. 6. Februar.)

10. Zusätze und Berichtigungen zu der Übersicht der Gebirgssysteme des östlichen Java von H. Zollinger". (Vierteljahrsschrift der Žürcherischen Naturforschenden Gesellschaft, 1857.)

11. J. C. Labhart: Einiges über Manila-Hanf.' (Ebenda.)

12. Die südliche Gruppe der Kokos- oder. Keelings-Inseln. Mit Karte. (Zeitschr. für Algem. Erdkunde, Nov. und Dez. 1857.)

13. Oskar von Kessel: Über die Volksstämme Borneo's. (Ebenda.) 14. Dr. Biernatzki: Zur Kunde der Insel Formosa. (Ebenda.)

15. Dr. K. Neumann: Reise von Shanghai über Hangtschau nach Ningpo. Nach einem Englischen Bericht. (Ebenda, Jan. 1858.)

16. Missionar Krone: Aus China. (Berichte der Rheinischen Missions-Gesellschaft, 1858, Nr. 1.)

17. Die Juden in China. (Ausland, Nr. 8.)

18. Vertrag zwischen den Niederlanden und Japan. (Nederlandsche Staats-Courant, 20. Februar.)

19. Die Ainos. (Zeitschr. für Allgem. Erdkunde, November und Dezember 1857.)

20. Collins' Schilderung des Amur-Gebietes. (Ausland, Nr. 7.)

21. Navigation du fleure Amour par les Russes. (Nouvelles Annales des Voyages, Januar.)

22. C. Schirren: Reise des Hauptastronomen der Ost-Sibirischen Expedition, L. Schwarz, auf dem Witim. (Zeitschr. für Allgem. Erdkunde, November und Dezember 1857.)

23. P. Semenow's Forschungen im Alatau und Thian-Schan. Aus e nem Schreiben Semenow's an Karl Ritter. (Ebenda.)

24. Bemerkungen Al. v. Humboldt's zu Semenow's Schreiben über den Thian-Schan. Mitgetheilt ron K. Ritter. (Ebenda.)

Karten. 25. Map to accompany Mr. Atkinson's Travels in Siberia, Mon

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golia, Chinese Tartary and part of Central Asia. Maassstab 1:10.800.000. (Zu Nr. 5.)

26. Die Keeling-Inseln nach der Aufnahme des Beagle 1836. Mst. 1:150.000. (Zu Nr. 12.)

27. karta Indii, berichtigt bis zum Jahre 1857. (Russisch.) Ust. 1:5.000.000.

28. The City of Lucknow. (Presented with Nr. 28 of the Homeward Mail from India, China and the East.)

29. Plan of the City of Delhi, showing a portion of its environs and the position of the British force during the Siege and Capture of the place, Jajor General A. Wilson commanding. (Presented with Nr. 30 of The Homeward Jail etc.)

30. Chu-hiang or Canton River from Macao to Canton. And the western branches to Sam-Shui. By Captns Sir Edward Belcher, H. Kellett, and W. T. Bate. Publ. at the Hydrographic Of fice of the Admiralty, 23rd January, 1858. J/st. 1: 194.000.

31. Plan of the City and Suburbs of Canton compiled by the Quarter Master Generals Department, Chinese expeditionary force, October 1857. st. 1:14.000.

(1. Eine in den Jahren 1855-56 unternommene Bereisung der östlichen Gouvernements Trans-Kaukasiens und der angrenzenden Persischen Provinz Aderbeidschan, welche vorzugsweise der Erforschung der nur erst dürftig bekannten Pflanzenwelt dieser Landstriche galt, wird dem verdienten Russ. Gelehrten Herrn Nik. v. Seidlitz Gelegenheit zu einer grösseren pflanzengeographischen Arbeit bieten, als deren Anfang das hier aufgeführte erste Heft zu betrachten ist. Dasselbe enthält eine Aufzählung eines Theils der in den Floren-Gebieten des KuraBeckens und des Aderbeidschan, so wie des mit diesem in Hinsicht der Boden- und Naturverhältnisse nahe verwandten Russ. Gouvernements Eriwan erbeuteten Pflanzen, nebst einer kurzen Beschreibung der eingeschlagenen Reiseroute, in welcher Herr v. Seidlitz es verstanden hat, uns ein anschauliches, wenn auch gedrängtes, geographisches Bild der genannten Russischen und Persischen Gebietstheile zu geben. Der Verfasser durchkreuzte während seiner 17monatlichen Reise die Gouvernements Schemagha, Tiflis und Eriwan in verschiedenen Richtungen, verweilte wiederholt an den Ufern des interessanten Goktscha-See's und besuchte von Eriwan aus die Abhänge des Ararat (das durch die Katastrophe von 1840 verwüstete Arghuri-Thal) und des Alagös, begab sich dann über Nachitschewan in die Nähe von Tabris, von wo aus er die beiden höchsten Gebirgsgipfel der Provinz Aderbeidschan, den 11,492 F. hohen Ssähänd und den über 15,000 F. sich erhebenden Ssawellan, erstieg. Die hierauf erfolgte Bereisung der Ufer des Urmia-See's hat Herr v. Seidlitz in dem vorliegenden Heft nicht beschrieben, sondern zur Bekanntmachung in den „Geogr. Mitth." überwiesen (s. Heft VI).

2, 3. Die beiden oben aufgeführten Worke von Dr. K. Fr. Neumann gehören zwar streng genommen ihres vorwiegend historischen Inhaltes wegen wohl kaum in eine Besprechung der geographischen Literatur; dennoch glauben wir dieselben hier erwähnen zu müssen, einmal weil sie die Aufmerksamkeit unserer Leser wegen des hohen Interesses verdienen, welches sich gerade jetzt an die betreffenden Länder knüpft und eine Darstellung ihrer Verhältnisse aus der Feder eines so fleissigen und gediegenen Schriftstellers wie Dr. K. Fr. Neumann ganz besonders anziehend erscheinen lässt; dann aber auch, weil die Phase der geschichtlichen Entwickelung, in welcher jene Theile Asiens gegenwärtig begriffen sind, die Beachtung des Geographen nicht weniger verdienen dürfte, als diejenige des Historikers und Staatsmannes. Das erstere der beiden Werke giebt uns in zwei starken Oktavbänden, jeder von 6- bis 700 Seiten, eine ausführliche und aus einem umfassenden Quellenstudium hervorgegangene Entwickelungsgeschichte des Englischen Reichs in Asien; es werden in demselben nicht nur die kühnen Begebenheiten im Krieg, die einsichtslosen und einsichtsvollen Maassregeln im Frieden uns vor die Augen geführt, sondern namentlich auch die sich hieran knüpfenden Veränderungen im Weltverkehr, im bürger- , lichen Gemeinwesen und in den Staatswissenschaften; ferner das Getriebe einzelner Europäischer Völker Franzosen, Russen

auf jenem Schauplatz, dessen Kenntniss so unumgänglich nothwendig ist zur Beurtheilung der Ereignisse und Maassnahmen Gross-Britanniens, endlich die gegenseitigen mannigfachen Eintlüsse des Ostens auf den Westen und umgekehrt während des langen, bereits in geschichtlicher Dämmerung beginnenden Kampfes zwischen Europa und Asien u. s. w. Das vorliegende Buch möchte sich vor andern neuerdings über dasselbe Thema erschienenen auch dadurch vortheilhaft auszeichnen, dass es in besonders eingehender Weise die innere Entwickelung Hindostans und der nordwestlich daran grenzenden Länder behandelt, wozu der Ver

fasser durch seine reiche Kenntniss orientalischer Sprachen und die ihm dadurch eröffneten Quellen wohl ganz vorzüglich geeignet sein dürfte. Die Überzeugung aber von der täglich mehr und mehr hervortretenden Wichtigkeit der „westöstlichen" Beziehungen, die in neuerer Zeit ganz vorzugsweise an den Gestadelandschaften des Stillen Oceans zusammenfliessen, scheint den Verfasser veranlasst zu haben, das zweite, kleinere, Werk: „Das Reich Japan und seine Stellung in der westöstlichen Weltbewegung" (206 SS. klein Oktav), zu schreiben. Offenbar wird der Stille Ocean künftig eine neue Grundlage der menschheitlichen Entwickelung bilden, in dieser aber Japan nach der Meinung des Verfassers vermöge seiner Lage als Inselstaat in der Mitte dreier Welttheile Asien, Australien, Amerika eine bedeutende Rolle spielen, ähnlich einem andern westlichen Inselstaat. Es ist diess der Grundgedanke des Buchs, welches in vier Abschnitte zerfällt. Der erste schildert die Versuche der seemächtigen Nationen Europa's und Amerika's, sich im Stillen Ocean und speziell in Japan festzusetzen ; der zweite „Land und Leute" Japans oder die historische Entwickelung des Staats Japan, seine Bevölkerung und seine hervorstechendsten physisch-geographischen Eigenthümlichkeiten ; der dritte die Eröffnung Japans durch die Expedition Perry's, und endlich der vierte die ersten Spuren des Einflusses der Europäisch-Amerikanischen Thatkraft auf diese fernen, bisher von derselben unberührten Länder. Auch bei Abfassung dieses Buchs konnte der Verfasser ausser den Europäischen und Amerikanischen Quellen noch weniger allgemein zugängliche Chinesische und Japanische benutzen.

4. Die Buchhandlung von P. N. Van Kampen in Amsterdam besorgt die Herausgabe eines Geographisch-statistischen Wörterbuchs von Niederländisch-Indien. Es soll in demselben nicht nur eine kurz gefasste Beschreibung der Lage, Beschaffenheit, Bevölkerung und Hülfsmittel der verschiedenen Theile des Archipels gegeben werden, sondern der Beamte und Staatsökonom, der Kaufmann und Gewerbtreibende soll darin auch die nöthigen Angaben über Kulturgegenstände und Fabrikation, Geldmittel und die verschiedenen Regierungszweige finden. So viel wir aus den uns überschickten Probeblättern ersehen können, bemüht sich die Redaktion nicht ohne Erfolg, das Versprochene zu leisten; das Ganze soll etwa 100 Druckbogen stark werden.

5, 25. Der Schauplatz der siebenjährigen Explorationen und Abenteuer des Englischen Malers Th. W. Atkinson war zunächst ein Theil des Ural, indem er von Jekaterinburg nördlich die Ufer der Tschussowaia und die bedeutendsten Höhen (Blagodat, Katschkanar) bis zum Pavdinska Kamen besuchte und südlich bis Maiass (Mjask) gelangte. Von Jekaterinburg begab er sich über Omsk nach Kainsk und, den TschanySee berührend, nach Barnaul, dem Mittelpunkt des Bergbaues im Altai. In vielfachen Kreuz- und Querzügen durchstreifte er dann dieses Gebirge und die südlich davon gelegenen Steppenländer bis zu dem ThianSchan- oder, wie er in Übereinstimmung mit dem einheimischen Namen es genannt haben will, Syan-Schan-Gebirge. Berücksichtigen wir die auf der beigegebenen Karte verzeichneten Routen (die nicht alle im Buche selbst beschrieben werden), so erreichte er im Norden den Fluss Pit, nördlich von der obern Tunguska, im Osten das nordöstliche Ende des Baikal-See's und Kiachta, im Süden die Chinesische Stadt Tschinsi-fu oder Barkul, die er jedoch nicht wirklich betrat, sondern nur in geringer Entfernung passirte, und endlich im Südwesten die Ufer des Ili, da wo dieser Fluss dem Alatau sich nähert. Diese Punkte begrenzen mit den Städten Semipolatinsk und Tomsk, im Westen und Nordwesten, das grosse, äusserst interessante Reisegebiet des Herrn Atkinson, dessen südliche Theile namentlich wobl noch niemals vor ihm von einem Europäer besucht worden sind. Der Geograph wird daher mit Verlangen nach dem vorliegenden Werke greifen, dasselbe aber ziemlich unbefriedigt aus der Hand legen, da der Verfasser keine wissenschaftlichen Zwecke mit seinen Reisen und deren Beschreibung verknüpft hat; es scheint demselben nur darum zu thun gewesen zu sein, malerische Skizzen zu sammeln, deren er denn auch über ein halbes Tausend zurückgebracht hat. Meist richtet er in seinem Bericht seine ganze Aufmerksamkeit auf die Schilderung dessen, was ihm zunächst vor den Füssen lag, der Schwierigkeiten, welche der gerade eingeschlagene Weg in Bezug auf Terrain und atmosphärische Phänomene bot, ohne es zu versuchen, ein Bild der Bodengestaltung im Grossen und Allgemeinen zu geben; Anklänge an letztere Art der Darstellung finden sich jedoch am häufigsten in der Beschreibung seiner Tour durch die Tangnu-Berge, das Land der Kalkas nach Tschinsi-fu und zurück nach dem Alatau-Gebirge. Im Ural und Altai beschäftigt er sich noch vorzugsweise mit dem Zustand der dortigen Minen und Hüttenwerke. Als geographische Irrthümer bezeichnet er die auf vielen Karten gezeichnete sogenannte „Grosse Altai-kette”, östlich vom

uns

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