Imatges de pÓgina
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heimathlichen Herd und Comfort, um sein junges kräftiges Leben, sein beträchtliches Vermögen für die Erweiterung der geographischen Wissenschaft in die Schanze zu schlagen. Für die Rettung seiner Papiere, unter denen sich manches Werthvolle und Interessante, wohl auch die eine oder die andere grössere Arbeit finden wird, ist gesorgt, und wir hoffen, später unseren Lesern darüber zu berichten.

Wir haben dieser Trauerbotschaft nur wenig hinzuzufügen, da wir auf das grosse, durch seinen Tod nun unausgeführt gebliebene Projekt nur mit stillem Schmerz hinblicken und dasselbe um so weniger berühren können, als wir es bisher vermieden, davon zu sprechen, weil wir prinzipiell über derartige Unternehmungen nicht zu früh zu berichten pflegen. Wir waren der vollen Überzeugung, dass der Verstorbene in hohem Grade befähigt sei, sein kühnes und ruhmwürdiges Unternehmen mit den schönsten Erfolgen für die geographische Wissenschaft durchzuführen, und zweifelten nicht, dass seine Forschungen endlich das Dunkel aufklären würden, welches zur Zeit noch über dem grossen und so mannigfach interessanten Theile Inner-Afrika's schwebt, der zwischen dem Nil und dem Tsad-Becken sich ausdehnt und, ausser von Dr. Vogel, noch nie von einem Europäer betreten ist. Aber menschliche Berechnung ruht auf schwachen Stützen: alle die mühsamen, Jahre lang fortgesetzten Vorbereitungen zu diesem grossen Unternehmen, alle die bedeutenden Geldopfer, die es bereits gekostet, sind nun umsonst, die Hoffnungen, die wir an dasselbe knüpften, sind plötzlich zertrümmert, und vielleicht werden viele Jahre vergehen, ehe ein in gleichem Maasse Befähigter in die Fusstapfen Richard von Neimans' treten wird.

Wir sprechen von dem Verstorbenen in solcher anerkennungsvollen Weise, während vielleicht Viele urtheilen dürften, dass er noch nichts geleistet, dass er noch nicht gezeigt, in wie weit er eines solchen Unternehmens fähig, kurzum, dass er eines solchen Lobes kaum würdig sein dürfte. Allein sein Projekt war eins jener gänzlich uneigennützigen, rein im Interesse der Wissenschaften unternommenen, wie sie in unserem materiellen Zeitalter nicht sehr häufig vorkommen. Viele Entdeckungen und Erforschungen gehen aus dem Berufe der Reisenden hervor; die weltbeherrschenden Engländer z. B. bilden, so zu sagen, eine ganze Nation von Reisenden, und die meisten ihrer Reisen werden durch ihre Handels-Beziehungen oder durch Bestrebungen veranlasst, ihre politische Macht zu erweitern oder zu befestigen und ihre Kolonien auszudehnen; die Missionäre können oft ihren Beruf nicht erfüllen, ohne grosse und gefährliche Reisen zu unternehmen; die Nimrods-Jünger, die die wilden Thiere zu ihrem Vergnügen jagen, miissen nebenbei Reisende sein. Manche unternehmen Reisen, um sich dadurch eine Carrière zu eröffnen, ihre Existenz oder Lebensstellung zu begründen; mit Einem Wort, gewiss die grosse Mehrzahl von Reisen werden entweder aus Beruf unternommen, oder um materielle Vortheile dadurch zu erreichen. Richard von Neimans hatte keinerlei solcher Nebenzwecke, er verliess seinen

Die katarakten des Nils und ihre Schiffbarkeit durch Dampfboote. - Als die einzigen Resultate der ihrer Zeit so viel besprochenen und zu einem so beklagenswerthen Ende gelangten Nil-Expedition des Grafen D'Escayrac de Lauture kann man die zum Theil gelungenen Versuche des Engländers Herrn A. W. Twyford ansehen, mit den Dampfschitten der Expedition die Katarakten des Nils hinaufzugehen. Herr Twyford hat in der Sitzung vom 22. Juni ‘v. J. der Geographischen Gesellschaft zu London über diese Versuche ausführlichere Mittheilungen gemacht, die interessant genug sind, um der Hauptsache nach hier angeführt zu werden. Herr Twyford hatte unter den Instruktionen der Ägyptischen Regierung zwei Schraubendampfer von 30 und 15 Pferdekraft, vier grosse Nil-Boote, die mit den nöthig erscheinenden Lastwagen schwer beladen waren, und vier gewöhnliche Schiffsboote zusammengebracht, die zusammen mit 60 Soldaten und Matrosen bemannt waren. Die Fahrzeuge verliessen Kairo am 19. Oktober 1856 und gelangten zum ersten Katarakt am 31. desselben Monats. Für die landesüblichen Boote waren die hier beginnenden Schwierigkeiten weniger bedeutend, da dieselben jetzt häufig die Katarakten auf- und abgehen; anders verhielt es sich mit den Dampfern; denn ausser den beiden Fahrzeugen dieser Art, welche 1820 Mehemed Ali und sein Gefolge nach korosko geführt hatten, ist bis auf Herrn Twyford kein Beispiel bekannt, dass Dampfer die Katarakten hinaufgebracht worden wären. Die Hauptschwierigkeit bestand für Letzteren in der Unlust der Matrosen, bei diesen Arbeiten kräftig Hand anzulegen, und im Entsetzen der Einwohner, mit welchem diese den ganzen Vorgang betrachteten; übrigens war auch die Jahreszeit bereits zu weit vorgerückt, und während nach Herrn Twyford's Meinung ein Fahrzeug, welches nicht mehr als 10 Fuss im Wasser geht, mit Leichtigkeit über den ersten Fall hinweggeschafft werden kann, missglückte diess bei seinem grösseren Dampfer. Es besteht dieser erste Fall in nichts Anderem als darin, dass an mehreren auf einander folgenden Stellen nur schmale, seichte Rinnen im Flussbette fahrbar sind, durch welche das Wasser mit grosser Schnelligkeit, etwa von 6 bis 8 Meilen die Stunde, hindurchströrit. Etwa 3 Meilen von Assuan kam man an die erste Reihe von Felsen, welche sich quer über den Fluss zieht und nur einen ganz schmalen Kanal offen lässt, so dass das Wasser mit grosser Gewalt sich hindurchdrängen muss. Mit Hilfe der kräftigen Maschine gelangte der grössere Dampfer glücklich hindurch. Von Assuan bis zu diesem Theil des Kataraktes betrug die Tiefe des Stroms 10 bis 20 Fuss, der nun etwa 3/4 Meilen weit ruhig floss, bis man zu der zweiten Felsenreihe gelangte, einer Wiederholung der ersten, jedoch mit der Ausnahme, dass, je

izstündigen Schlaf zur Folge hatten, so entwickelten sich dennoch die Erscheinungen des Trismus und Tetanus zum vollkommensten Grade. Am 15. Mittags stellten sich Delirien mit Verlust des Bewusstseins, um 2 Uhr Sopor ein, und um 53/4 Uhr machte ein letzter fürchterlicher, alle Muskeln des Körpers ergreifender Anfall durch Erstickung dem Leben ein Ende! Am 16. März Abends haben wir ihn unter offizieller Begleitung sämmtlicher Mitglieder des Österreichischen Konsulats, der zahlreichen theilnehmenden Begleitung seiner hiesigen und Kairoer Freunde, auch der Konsuln Heuglin, Müller und Bauerhorst auf dem Englischen Kirchhofe unter Nr. 164 begraben!"

ab, an andern bildeten die Stromschnellen eine glatte, ununterbrochene Wasserfläche von 300—400 Yards Länge. Am Morgen des 15. Dezember hatten die Reisenden die Fälle von Wadi Halfa nach vieler Mühe und Noth glücklich hinter sich und gingen in der Frühe des andern Tags nach Dongola ab. Sie fanden auf dem Wege noch vier Katarakten, deren Namen Ambercole, Tangúr, Dal und Hannek waren. Nachdem dieselben nicht ohne Schwierigkeit überkommen waren, gelangte man am 4. Januar 1857 nach Dongola. Hier blieb Herr Twyford vierzehn Tage, um die Fahrzeuge auszubessern, und brach am 28. nach Meroe oder dem vierten Katarakt auf. Ehe er denselben erreichte, erhielt er jedoch einen Brief vom Vicekönig, in welchem dieser ihn von der Auflösung der Expedition in Kenntniss setzte mit dem Befehl, umzukehren und im Dorfe Abdúm seine Ankunft zu erwarten.

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höher man kommt, das Fahrwasser desto reissender und seichter wird. Der Dampfer passirte auch die zweite Stromschnelle, bei der dritten aber begann er rückwärts zu gehen, und nur die Anstrengungen des Rais oder NilLootsen und seiner Leute, welche fürchteten, im Falle des Missglückens vom Vicekönig alle enthauptet zu werden, brachten ihn hinüber. Nicht weniger als ungefähr 800 Mann hatten sich an die Taue gespannt und es kostete eine immense Arbeit. Zehn Minuten weiter aufwärts wurde die Strömung stärker als je, der Dampfer ging abermals rückwärts und fuhr endlich gar auf einen Felsen auf, jedoch ohne leck zu werden. Aus allen Hütten am Ufer wurden Weiber und Kinder zusammengetrieben und zum Ziehen an den Tauen gezwungen, so dass es gelang, den Dampfer wieder flott zu machen. Endlich erreichte man die vierte Felsenreihe; hier aber fuhr das Schiff wiederholt fest, erst an der Westseite, dann in der Mitte des Kanals, wo es fortwährend so heftig gegen die Felsen stiess, dass Herr Twyford, die Unmöglichkeit einsehend, mit dem grösseren Dampfer über den Katarakt zu gelangen, denselben nach Assuan zurückführte. Dennoch glaubt derselbe durch nachfolgende genauere Untersuchung der schwierigen Flussstellen zu der Meinung berechtigt zu sein, dass bei geeigneter Beihilfe der Übergang gelungen sein würde; auch war er entschlossen, einen zweiten Versuch zu machen, der Rais verweigerte aber allen weitern Beistand und derselbe musste unterbleiben. Am 12. November waren der zweite Dampfer und alle anderen Boote glücklich über die Katarakten gebracht, am 13. wurde die Reise stromaufwärts fortgesetzt und am 23. das Dorf Wadi Halfa erreicht, jenseits dessen der zweite Katarakt beginnt. Dieser verdient den Namen eines Falles mehr als der erste. Es existiren hier zwei Kanäle, der eine seichter als der andere, aber beide zur Zeit des hohen Wasserstandes passirbar; das Wasser strömt mit der grössten Gewalt und es findet wirklich ein Wasserfall von 2 bis 3 Fuss Höhe Statt. Auch diese Katarakten bilden eine Reihe auf einander folgender Stromschnellen, jede folgende gefährlicher als die vorhergehende. Die Fälle bieten für das Auge keinen so schönen Anblick, als man wohl erwarten sollte, sind aber weit ausgedehnter und gefahrvoller als die von Assuan. Niemand kann sich eine Vorstellung von der reissenden Schnelligkeit machen, mit der das Wasser herabstürzt. Herr Twyford brauchte z. B. in einem kleinen, von 50 Mann gezogenen Boot 8 Stunden, um hinaufzukommen, und nur eine, um wieder hinabzufahren; bei dem Übergang über eine der Stromschnellen musste er Alles aufbieten, um nicht rücklings aus dem Boot zu fallen, so viel höher stand der Bug desselben über dem Hintertheil. Den Dampfer und die Boote über diese Katarakte hinwegzuschaffen, nahm 16 Tage in Anspruch, während welcher Zeit 3500 Menschen bei dieser Arbeit in voller Beschäftigung waren. Die Katarakten sind zwölf Meilen lang und drei breit; Felsen und Inseln, einige eine Meile, lang, die trotz zeitweiliger Überschwemmung alle üde und unfruchtbar sind, liegen zerstreut über diese Flussstrecke; zwischen ihnen hindurch müssen die ankommenden Boote je nach der Jahreszeit verschiedene Kanäle wählen. An manchen Stellen fiel das Wasser 3 bis 4 Fuss hoch her

Die Bewohner der Westküste von Marokko. Es herrschte bisher im Allgemeinen die Annahme, dass die Bewohner der Westküste Marokko's eben so wild und gegen die an ihrem Gestade landenden oder verschlagenen Europäer eben so ungastlich gesinnt wären, wie ihre berüchtigten Brüder im Vorden, die Riffpiraten. Der Bericht des Englischen Konsuls in Rabat, welcher im Dezemberheft (1857) des Nautical Magazine enthalten ist, belehrt uns hierüber eines Bessern. Kurz nach seiner Ankunft in Rabat besuchte ihn der oberste Priester des Orts, den er weit weniger fanatisch fand, als die Muselmänner diess im Allgemeinen zu sein pflegen; er nahm das Haus des Konsuls unaufgefordert unter seinen speziellen Schutz. Auf seine Veranlassung hin erhielt der Reisende den Besuch eines Kabylen-Häuptlings, der mit reichen Geschenken an Eiern und Geflügel zu ihm kam und ihn einlud, ihn in seinem 6—7 Meilen entfernten Lager zu besuchen. An dem bestimmten Tag fuhr der Konsul ohne militärische Eskorte, nur begleitet von dem Bruder des „Gouverneurs der wandernden Stämme”, den Fluss Buregrag hinauf, besuchte unterwegs die 4'/2 Meilen von Rabat entfernten interessanten und wohl erhaltenen Ruinen einer einst bedeutenden Stadt, Schella, und gelangte dann durch eine herrliche Ebene mit weidendem Vieh aller Art in das Lager der Kabylen, von denen er auf das Freundlichste aufgenommen wurde.

Als er zu seinem Boote zurückkehrte, fand er es angefüllt mit Eiern, Geflügel, Melonen u. s. w. als Geschenk.

Der Fluss Gabun und seine Bedeutung, von Ludwig Heimbürger. Herr Ludwig Heimbürger in Plötzkau bei Bernburg, der fleissige Studien über die Geographie von Afrika gemacht hat und sich lebhaft für die Erforschung dieses Erdtheiles interessirt, überschickte uns kürzlich eine kleine Abhandlung über den Gabun, in welcher dieser Fluss als derjenige bezeichnet wird, auf dem man wahrscheinlich am weitesten in das Innere des Kontinentes würde vordringen können. Herr Heimbiirger sagt: „Seit den Ägyptischen Expeditionen auf dem Nilarme Kiti oder Tubirih (1839-1842), den Reisen Barth's im Sudan (1850 bis 1855) und Livingstone's im südlichen Central-Afrika

(1841-1856) herrscht überall rühmlicher Eifer zur weiteren Aufschliessung des dritten Erdtheiles. Hierbei begegnet man jedoch oft Vorstellungen von den zu durchforschenden Ländern, die eine sehr unkritische Benutzung des vorhandenen Materials beurkunden. Da es vorzugsweise die grossen Flüsse sind, welche in Betracht kommen, so erlaube, ich mir, über diese einige Resultate meiner Nachforschungen mitzutheilen.

„Afrika hat nur fünf Ströme ersten Ranges: Nil, Niger, Gabun, Zaire, Zambeze. Der Gariep (Orange) würde der Grösse seines Flussgebietes nach auch mitzurechnen sein, allein seine Wassermenge ist zu unbedeutend und er ist nicht schiffbar. Der Nil entsteht aus fünf grösseren schiffbaren Quellströmen: Bahr el Azrek, Sobat, Kiti (Tubirih), Bahr el Ada und Keilak (Gula, Kulla). Die Ägyptische Regierung beginnt zwischen den von Assuan bis Berber befindlichen Katarakten desselben Dampfschiffe zu postiren, durch welche eine regelmässige Postverbindung zwischen Ägypten und Chartum erzielt werden kann.

„Der Niger soll jetzt fünf Jahre hindurch von Englischen Dampfern untersucht werden. Es ist sehr zweifelhaft, ob dieselben weiter als frühere Expeditionen gelangen und die furchtbaren Felsbänke und Stromschnellen oberhalb Bussa und Jauri zu überschreiten vermögen. Beginnen die Franzosen mit den rechten Mitteln von Algerien aus zum mittleren Niger vorzudringen, so werden sie hier den Engländern und Nord-Amerikanern zuvorkommen '). Weit mehr Erfolg verspricht den Engländern die Schifffahrt auf dem grossen östlichen Nebenflusse des Niger, Tschadda und Benue genannt, doch ist sein oberer Lauf noch zu wenig bekannt, um entscheiden zu können, wie weit man auf ihm ins Innere von Afrika wird vordringen können.

„Der Unterlauf des Zaire und seine unüberschreitbaren Katarakten sind durch Tuckey's unglückliche Fahrt (1816) bekannt genug geworden. Den Zambeze will jetzt Livingstone mit einem Dampfer untersuchen. Wenn schwierige Fahrt durch das höchst ungesunde Delta und die Stromschnellen in der Lupata überwindet, so werden das äusserste Ziel seines Schiffes die Katarakten von Kebrabasa, einige Tagereisen oberhalb Tete, sein. Unterhalb Sena empfängt der Zambeze aus Norden den Schiri, einen Fluss von enger, aber tiefer Mündung, von dem eine Untersuchung durch Livingstone wünschenswerth sein würde.”

Nach dieser allgemeinen Charakteristik der übrigen grossen Ströme Afrika's spricht Herr Heimbürger über den wahrscheinlichen Lauf des Gabun, des unbekanntesten jener Ströme, der aus den Äquatorial-Gegenden des Kontinentes hervorkommt und in der Nähe des Äquators in den Atlantischen Ocean mündet. Herr Heimbürger erörtert die Nachrichten, welche J. E. Bowdich (Mission from Cape Coast Castle to the Ashantee. London, 1819) über den oberen Lauf des Flusses einzog, und sucht damit in

Verbindung zu bringen die von Kölle (Polyglotta Africana) gesammelten Erkundigungen über den Fluss Nen, den von Dr. Barth bekannt gemachten Bericht des Fellatah Fighi Sambo über einen grossen, nach Westen fliessenden Strom südwestlich von Tendelti, die Aussagen Ibrahim's aus Runga und des Sultan Teima aus Kordofan (Cadalvène et Breuvery, l'Égypte et la Turquie. Paris, 1836. – Jomard, Observations sur le voyage au Darfour. Paris, 1845) von einem grossen Strom tief im Süden von Wadai und Darfur, der aus einem grossen See entstehe, Edrisi's Bemerkungen über den Nil der Neger, die Aussagen der Negerin Mandschopo aus Fertit ') und Dr. Krapf's Erkundigungen über die Gegenden westlich vom See von Uniamesi. Er glaubt, dass alle diese Nachrichten sich auf den Gabun beziehen und dass dieser Strom aus dem grossen See von Uniamesi seinen Ursprung nehme, also ein sehr bedeutendes, tief in das Herz des Kontinentes eindringendes Flussgebiet habe.

Er fügt hinzu: „Die Ufer des Gabun sind gesund und dicht bevölkert, im Gegensatz zu den anderen Strömen Afrika's ist sein Wasser ganz rein und hell. Die Mündung, an welcher die Franzosen seit 1843 Fuss gefasst haben, kann die grössten Flotten aufnehmen. Lässt die Französische Regierung Strom und See durch flache Dampfer untersuchen, so geschehen welthistorische Veränderungen, denn sie wird Herr auch am oberen Zaire, Zambeze und Nil."

Die Möglichkeit, dass das Flussgebiet des Gabun eine so weite Verzweigung habe, ist zwar nicht zu leugnen, das Vorhandensein grosser Flüsse in der Äquatorialzone Afrika's sogar sehr wahrscheinlich, aber da der Fuss eines Europäers diese Zone noch nicht betrat, so muss es doch als gewagt erscheinen, den Gabun mit solcher Zuversicht als den Strom zu bezeichnen, welcher daselbst die Hauptrolle spielt. Immerhin ist es verdienstlich, gerade jetzt wieder auf ihn hinzuweisen, wo sich ein so allgemeines Interesse für die Erforschung des Inneren von Afrika kund giebt, und wir stimmen Herrn Heimbürger vollkommen bei, wenn er sagt, dass eine Befahrung des Gabun von Seite der Franzosen als sehr wünschenswerth und wichtig erscheint.

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Ladislaus Magyar, seine beabsichtigte Rückkehr nach Europa und sein dreibändiges Reisewerk. Bei Gelegenheit der Publikation unseres Berichtes über die Reisen von Ladislaus Magyar in Süd - Afrika, im vorigen Jahrgange dieser Zeitschrift”), bemerkten wir (S. 184), „dass es sehr befremden müsse, dass Livingstone bisher mit keiner Silbe des Ungarischen Reisenden erwähnt hat, besonders da er bei seinem langen Aufenthalte in Angola und bei seiner Berührung mit den Portugiesischen Beamten jeden Falls von ihm gehört haben dürfte. Mit Recht dürfen wir desshalb erwarten, dass Livingstone in dem bei Murray in London erscheinenden Reisewerke Nachrichten über Ladis

1) Die Kommunikation durch die Wüste wird immer eine sehr unvollkommene bleiben. Nur die Aussicht auf sehr bedeutenden Gewinn kann einen regelmässigen Waarenverkehr auf diesem Wege unterhalten, denn die letzten Jahre haben z. B. gelehrt, dass die Ausfuhr aus Bornu nach Tripoli gänzlich aufhörte, sobald der gewinnreiche Sklavenhandel an dem letzteren Orte unterdrückt war.

A. P. Petermann's Geogr. Mittheilungen. 1858, Heft IV.

1) Herr Heimbürger behauptet, dass der Ort Boreu, welchen die Mandschopo passirte, keineswegs identisch mit Bornu sei. 2) Geogr. Mitth. 1857, SS. 181--191.

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laus Magyar bringen werde." In dieser Hoffnung haben wir uns getäuscht gesehen, da Livingstone in dem besagten Werke auf einem vollkommenen Stillschweigen über den Ungarischen Reisenden verharrt. Es macht uns desshalb um so grössere Freude, ganz neue Nachrichten von Ladislaus mittheilen zu können, die wir der Güte unseres geehrten Korrespondenten in Ofen, Herrn Johann Hunfalvy, verdanken. Derselbe schreibt: „Wahrscheinlich haben Sie es schon aus den Österreichischen Zeitungen erfahren, dass unser Landsmann Ladislaus Magyar den ersten Band seiner Reisen in Afrika in Ungarischer Sprache auf dem Wege der Portugiesischen Regierung nach Ungarn geschickt und dass die Ungarische Akudemie den Beschluss gefasst, das Werk auf ihre Kosten drucken zu lassen, und mich mit der Korrektur des Manuskriptes und der Besorgung des Druckes betraut hat. In einem Jahre gedenkt er selbst nach Hause zu kommen und wird die folgenden zwei Bände mit sich bringen. Das ist der Inhalt der Briefe, die vom 1. März 1857 datirt sind.

„Den Briefen und der Vorrede zu Folge soll das ganze Werk folgende drei Theile enthalten. Im ersten Band werden die Kimbunda-Länder zwischen dem 8. und 15° S. Br. und 11. und 19° 0. L. in physischer, politischer, ethnographischer und statistischer Beziehung geschildert; im zweiten Bande die Mun- ganguella - Länder zwischen dem 3. und 11° S. Br. und 19. und 27° Ö. L. (v. Gr.); im dritten Bande endlich die verschiedenen Mombuella-Länder zwischen den erwähnten Längegraden bis zum 20° S. Br.

Im vorliegenden ersten Bande werden in den folgenden Abschnitten geschildert: 1) Benguela und Umgebung, die Mundombe u. s. w.; 2) die Reise nach Bihe, die in vier Abschnitten die verschiedenen dazwischen liegenden Länder schildert; 3) seine Niederlassung in Bihe und Beschreibung des Landes; 4) allgemeine Schilderung des Kimbunda-Volkes und seiner Gebräuche (sehr detaillirt); 5) spezielle geographische Beschreibung der KimbundaLänder; 6) einige Bemerkungen über die Sprache der Kimbunda-Völker. Das Ganze ist in zehn Abschnitte eingetheilt und wird gegen 20 Druckbogen ausmachen. ser einigen ethnographischen Zeichnungen ist eine sehr detaillirte Karte beigelegt, die die Küstenländer zwischen dem 9. und 14,1° S. Br. und zwischen dem 12} und 19° Ö. Länge darstellt, welche Länder der Fluss Koanza in einem Halbkreis im Osten und Norden begrenzt.”

Bericht aufmerksam zu machen, der in den ,,Mittheilungen der K. K. Geographischen Gesellschaft", Jahrgang 1858, Heft I, publicirt werden wird. Gegen drei Wochen, vom 19. November bis 6. Dezember 1857, hielten sich eine Anzahl Offiziere und die Naturforscher der Expedition auf St. Paul auf und führten daselbst, obwohl von höchst ungünstigem Wetter behindert, eine vollständige Vermessung der Insel, so wie eine Reihe physikalischer und naturhistorischer Beobachtungen aus. Im Allgemeinen wurden die Angaben früherer Besucher der Insel, namentlich Lord Macartney's und Denham's ), vollkommen bestätigt. Zur Bestimmung der Position von St. Paul wurde ein Observatorium auf einem Hügel nördlich von den Ansiedlerhütten errichtet und man fand diesen Punkt in 38° 42' 55" N. Br. und 77° 31' 18" Ö. L. v. Gr. Die Breite der Einfahrt in das Kraterbassin giebt Dr. Scherzer auf 306 Fuss, ihre Tiefe bei Fluth zu 9,6 Fuss, die Länge der nördlichen Barre zu 1002, die der südlichen zu 600 Fuss

An einer Stelle in der Mitte des Beckens fand derselbe erst in 34 Faden Tiefe Grund, während nach Kapitän Denham die grösste Tiefe 32 Faden beträgt und nahe am Eingang angetroffen wird. Ausser den von Denham genannten einheimischen Thieren erwähnt Dr. Scherzer noch die Raubmöve (Lestris Cataractes) und eine Landschwalbe (Cypselus apus); der an den Küsten in Menge gefangene Stockfisch ist nach ihm nicht der gemeine, sondern eine Unterart, Cheilodactylus. Das Fischerei-Etablissement auf St. Paul war seit Denham's Besuch in die Hände des Franzosen Ottovan auf Bourbon übergegangen und statt des Herrn Roure war ein alter Franzose Namens Viot als Aufseher eingesetzt. Am 7. Dezember landeten einige Mitglieder der Expedition nach mehreren vergeblichen Versuchen in Neu-Amsterdam und den Herren Dr. Hochstetter und Zelebar gelang es, die Höhe zu erklimmen,

sie hielten sich aber nur sehr kurze Zeit daselbst auf und wurden durch mannshohe Binsen (Cyperaceae) an umfangreicheren Untersuchungen verhindert, namentlich konnten sie keins der baumartigen Gewächse erreichen, welche die Insel zum Theil bedecken. Dr. Hochstetter überzeugte sich jedoch, dass die Insel aus denselben Gesteinen bestehe wie St. Paul und wahrscheinlich derselben Entstehungsperiode angehöre. Die vom Schiffe aus bestimmte Position von Neu-Amsterdam ist 37° 58' 30" S. Br. und 77° 34' 40" Ö. L. v. Gr., der höchste Punkt der Insel wurde 2784 (Wiener:) Fuss, der zweithöchste 2553 Fuss hoch gefunden.

Neueste Geographische Literatur.

E U R O P A.

Die Novara-Expedition: Dr. Karl Scherzer's Bericht über St. Paul und Neu- Amsterdam. Als unsere Notiz über den bisherigen Verlauf der Novara - Expedition auf SS. 121 und 122 des vorigen Heftes der „Geogr. Mittheilungen” durch die Presse ging, waren wir noch nicht durch eine Zuschrift des Dr. Scherzer erfreut worden; bald darauf erhielten wir jedoch auf dessen ausdrücklichen Wunsch durch die Güte des Herrn Bergrath Foetterle in Wien die Abschrift eines ausführlichen Berichtes, worin jener treffliche Reisende seinen und seiner Reisegefährten Aufenthalt auf den Inseln St. Paul und Neu-Amsterdam schildert. Er hat uns dadurch zu grossem Danke verpflichtet und wir beeilen uns, schon im Voraus auf diesen

Bücher. 1. Xavier Heuschling: Congrès international de Statistique. Troisième session, tenue à Vienne du 31 Août au 5 Septembre 1857. Extrait du Moniteur Belge du 25 Novembre 1857. Bruxelles, 1857.

1) S. unseren Aufsatz über die Inseln St. Paul und Neu-Amsterdam in Geogr. Mitth. 1858, Heft I, SS. 26—31.

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2. Österreich auf dem Statistischen Kongresse. Ein Rückblick auf die dritte Versammlung des Internationalen kongresses für Statistik zu Wien im September 1857. Prag, C. Bellmann, 1858.

3. Prof. Fr. A. Quenstedt: Der Jura. 4. Lief. Tübingen, H. Laupp, 1858. Mit 27 Tafeln und 1 Profil. 4. F. Allan: Het eiland Vlieland en zijne bewoners.

Met een kaartje. Amsterdam, 1857.

5. F. Allan: Het eiland Ameland en zijne bewoners. Met een kaartje. Amsterdam, 1857.

6. Prof. P. W. Forchhammer: Halkyonia. Wanderung an den Ufern des Halkyonischen Meeres. Sendschreiben an Herrn Geheimen Rath und Professor Böckh zu dessen fünfzigjährigem DoktorJubiläum. Berlin, Nicolai, 1857.

7. J. P. Trap: Beskrivelse af Landet Bornholm. kjöbenhavn, G. E. C. Gad, 1857.

8. T. G. Rudbeck: Försök till beskrifning öfver Sveriges stöder i historiskt, topografiskt och statistiskt hänseende, efter de bästa tryckta källor, samt med många nya tillägg. 1. u. 2. Theil. 1. Abtheilung. Stockholm, A. Bonnier. Jit Städteplänen.

9. Chr. Langberg: Nyt Magazin for Naturvidenskaberne. Ud gives af den physiographiske Forening i Christiania. 9. Bd. Heft 144. Christiania, s. Dahl, 1856 und 1857. Jit 5 karten.

10. Dr. Renard: Bulletin de la Société Impériale des Naturalistes de Moscou. 1856 Nr. 2 und 3, 1857 Nr. 1. Joscou, 1856, 1857.

Aufsätze. 11. Die Hauptergebnisse der Bewegung der Bevölkerung im nigreich Sachsen. (Zeitschrift des Statist. Bureau's des K. Sächs. Ministeriums des Innern, 1857, Nr. 8 und 9.)

12. Oberwallis und die Vispthüler. (Ausland, 1857, Nr. 45.)

13. X. Landerer: Über die Heilquellen der Thermopylen. (Ausland, 1857, Nr. 49.)

14. Fairway Lights and Danger Lighthouses. Mit 2 Karten. (Nautical Magazine, November 1857.) 15. The Devil Rock, Atlantic. (Nautical Magazine, Dezember 1857.)

Karten.
16. F. Allan: Kaart van het eiland Vlieland. (Zu Nr. 4.)
17. F. Alan: kaart van het eiland Ameland. (Zu Nr. 5.)

18. k'artenskizze eines Theils der Lofoten. Geologische Karte vom Langesund's Fjord. Drei Geologische Karten vom südlichen Norwegen, von Th. Kjerulf. (Zu Nr. 9.)

19. Aperçu sur les principaux lacs salés des Kara-Koums et de la Steppe aride. (Zu Nr. 10.)

20. Chart shewing the localities in which the total wrecks only took place in the English and St. George's Channels in the years 1852, -53, -54, -55 and -56. Compiled from Parliamentary Returns. Also a proposed line of fairway lights with an inward and outward track for steamers in the foreign traile. Jst. 1: 2.675.000. Chart shewing the localities in which collisions hare occured in the English and St. George's Channels in the years 1852, -53, 54, 55 and -56. Mst. 1:2.675.000. (Zu Nr. 14.)

21. Joseph Scheda: Generallarte des Österreichischen Kaiserstaates in 20 Blättern und im Maassstab ron 1:576.000. Sekt. VI, XIT und XVII.

22. Moritz rom Süssmilch-Hörnig: Topographische Spezialkarte vom Königreich Sachsen. luf Stein gezeichnet von J. H. Klahr, Farbendruck von J. Braunsdorf. Dresden, H. Burdach, 1857. Mst. 1:250.000.

23. C. Bolia: Karte des Grossherzogthums Baden und des grössten Theils des Königreichs Württemberg. Heidelberg, Jul. Groos. Mst. 1:450.000.

24. Dr. Franz Buchenau: Itlas zum Gebrauche beim ersten geographischen Unterrichte, so wie zur Ergänzung der gewöhnlichen Schulatlanten für die Schulen Bremens und der Umgeyend. 1. Sekt. Bremen, G. Hunckel, 1857.

25. H. Müller: Geognostische Übersichtskarte des Erzdistrikts von Schneeberg. Freiberg, J. G. Engelhardt. Vst. 1: 121.000.

26. Magyar-Orslág szerb valdaság és Temesi Bánság, Erdély, Horrát, Tót-Orszag és a Határörridėk, nagy térképe iskolik számdra, magyar és német szöveggel 4 lapon tervezte és rajzolta Thot, A. J. F. (Schul-Wandkarte von Ungarn, der Serbischen Wojvodschaft, Temescher Banat, Siebenbürgen, Kroatien, Slaronien und der Mi

litärgrenze, mit Ungarischem und Deutschem Texte in 4 Blättern. Entworfen und gezeichnet von A. J. F. Thot. Arad, Gebrüder Bettelheim. Preis 3 f.

27. J. J. Ziegler: Neue Karte der Schweiz. Winterthur, J. Wurster & Co., 1857. Mst. 1:380.000. Mit erläuterndem Texte.

28. J. J. Ziegler: Geographische Karte der Schweizerischen Gewerbsthätigkeit. Winterthur, J. Wurster & Co., 1857. Maassstab 1:600.000.

29. Sieben Englische Generalstabs-Karten.
30. Englische Admiralitäts-Karten:

a) England East Coast. Entrance to the River Tyne. Corrections to 1857. /st. 1:50.000.

b) England West Coast. St. Ives Bay surv. by Capt. Williams 1848. Mst. 1:18.300.

c) Scotland East Coast. Sheet IV, Banjj' to the Ord Caithness. Corrections to 1857. Vst. 1: 147.000.

d) Scotland North Coast. The Firth of Pentland surv, by Commander Slater 1850. Vst. 1:50.000.

e) Scotland West Coast. Sheet VII, Ardnamurchan to Summer Isles including the Inner Channel and part of the Minch. Mst. 1:173.750.

f) Scotland. Peterhead by Commander Slater 1834, corrected to 1857. Mst. 1:18.500.

g) Scotland. Aberdeen Harbour, corrections to 1857. Måt, 1:7.300.

h) Ireland East Coast. Wexford Harbour, corrected by Capt. Frazer 1856. J/st. 1:22.400.

i) Greece. Petali Gulf and the Eastern Part of the Euripo Channel surv, by Capt. Th. Grares 1845, 1846. Publ. 1857. Jist. 1:114.000.

31. Topographischer Vermessungs- Atlas des Twer'schen Gouvernements. Zusammengestellt in den Jahren 1848 und 1849 nach den Arbeiten des Vermessungs-Corps und militärisch-topographischen Berichten unter Leitung des Generalmajor Mende rom Generalstab und unterstützt durch die kais. Russ. Geogr. Gesellschaft. Herausgegeben auf allerhöchsten Befehl von der Kais. Russ. Geogr. Gesellschaft im Jahre 1853. 97 Bl. Joskau. Vst. 1:84.000.

32. k'arte des Gouvernements Twer, zusammengestellt im Jahre 1849 nach den Arbeiten des Vermessungs-Corps unter Leitung des Generalmajor Mende vom Generalstab und zugleich mit dem Atlas des Gouvernements herausgegeben von der Kais. Russ. Geogr. Gesellschaft. Moskau, 1853. 4 Bl. Jlst. 1:336.000.

33. Militär-topographische Karte von Russland. Übersichtsblatt und Sekt. XXIV. 8., IIVI. 10., LIVII. 6., IIX. 11., im Mst. ron 1:126.000.

34. Topographische karte des Königreichs Polen. Übersichtskarte in 1:1.008.000 und Sekt. Il. 8., IV. 6., V. 6. im Maassstab i'on 1:126.000.

[1, 2. Über die im September 1857 zu Wien abgehaltene dritte Sitzung des Internationalen Statistischen Kongresses sind zwei Schriftchen erschienen, welche eine Übersicht über die daselbst entwickelte Thätigkeit geben und somit vorläutig das Hauptsächlichste von dem zur Kenntniss des Publikums bringen, was der noch nicht vollendete offizielle Bericht enthalten wird. Beide referiren kurz über den Verlaut der Verhandlungen und die daraus hervorgegangenen Berichte, während aber Heuschling, Mitglied der Central-Kommission für Statistik in Brüssel und Belgischer Abgeordneter auf dem Wiener Kongress, sich einfach an das Thatsächliche hält und unparteiisch über die Versammlung referirt, bemüht sich der anonyme Verfasser der zweiten Schrift, den Beweis zu führen, dass Alles, was auf dem Wiener Kongress geleistet worden ist, auf Rechnung von Osterreich zu setzen sei. „Mit Beantwortung der Frage: Was hat Osterreich auf dem Statistischen Kongresse und für denselben gethan? ist auch bereits die Frage beantwortet: Was ist auf dem Kongresse überhaupt geschehen?" Es ist selbstverständlich, dass der grösste Theil der Arbeiten den Österreichischen Statistikern oblag: denn wie in Brüssel Belgische, in Paris Französische, so mussten in Wien Österreichische Statistiker die Programme entwerfen und ausarbeiten, und unter den 496 über diese Programme berathenden Mitgliedern der Versammlung waren wiederum nicht weniger als 427 Österreicher und nur 69 Ausländer. Wenn aber der Verfasser zu wiederholten Malen ausspricht: „Die Thätigkeit des Kongresses bestand in nichts Anderem , als in der Anerkennung und Annahme des Programms”, so befindet er sich im Irrthum oder sucht die Wahrheit absichtlich zu verbergen; denn wie wir aus sicherer

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