Imatges de pÓgina
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Spitzen der Serrenies des Ibirizo und Icharco hervorragten. Endlich erreichten wir um 6 Uhr Tiraqui in 11300 Fuss Höhe, WO wir bei Don Domingo Sibo die freundlichste Aufnahme fanden. Am nächsten Morgen gegen 8 Uhr zogen wir weiter durch das Thal von Pirabui, welches eigentlich eine Verlängerung des Eolomithales ist, sein Wasser jedoch südlich in den Rio Grande abgiebt. Bis jetzt hatte ich in der Cordilleras noch immer die Bemerkung gemacht, dass aus jedem Thal das Wasser immer da durchbreche, wo die Berge am niedrigsten sind; hier fand jedoch gerade das Gegentheil statt, da der Fuss gerade zwischen den beiden höchsten Bergen, beide über 12000 Fuss, nach Punata hindurchbricht. Um 2 Uhr befanden wir uns wieder auf der Abra von Socaba, und trafen um 6 Uhr endlich wieder bei unserer Familie in Cochabamba ein.

VII.

Neueste Mittheilungen über Australien, Neu-Guinea und Lord Howe's Island.

Von Henry Greffrath.

I. Hodgkinson's Reise im Nordwesten von Queensland.

Wir haben schon in Band XI dieser Zeitschrift S. 171 auf eine Exploring Party unter Führung des Mr. Hodgkinson aufmerksam gemacht, welche am 2. October 1875 von Bowen, Colonie Queensland, aus die Reise antrat, um den meist noch unbekannten nordwestlichen Theil dieser Colonie näher zu erforschen. Die Gesellschaft ist Ende October 1876 wieder heimgekehrt, und die Resultate sind im Wesentlichen folgende. Zunächst wurde das Land am Cloncurry River bis zu den Quellen seiner südlichen Abzweigung auf Mineralien erforscht, ohne jedoch welche zu finden. Dann verfolgte man den Diamantina River (es dürfte damit der bisher so benannte Müller Creek gemeint sein) noch 100 Miles über die Grenzen von Queensland hinaus bis 27° 20′ S. Br. und 137° O. L. von Gr., wo er auf südaustralischem Gebiete in den Lake Eyre, einen mächtigen Salzsee, 70 Fuss über der Meeresfläche, einfällt. Dieser Fluss, der an der innern Curve des Main Dividing Range" entspringt, bewässert einen ausgedehnten Landstrich mittelmässigen Bodens. Von besonderer Wichtigkeit war die Entdeckung eines grossen Flusses. Der Herbert River, welcher in 17° S. Br., wenige Miles von der westlichen Grenze der Colonie, seinen Ursprung nimmt, fliesst auf eine kurze Strecke auf südaustralischem Gebiet, schlängelt sich dann aber nach Queensland zurück und wird einer der vornehmsten Zuflüsse eines bedeutenden Flusses, welchen Mr. Zeitschr. d. Gesellsch. f. Erdk. Bd. XII.

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Hodgkinson den Mulligan" benannte, zu Ehren des Führers der Exploring Expedition, die im vorigen Jahre den Nordosten von Queensland erforschte. Der Mulligan verlässt die Colonie erst an ihrer südlichen Grenze in 26° S. Br. Das Land, welches er bewässert, ist bei weitem besser als das am Diamantina River, schöne Landseen kommen vor, und an Saltbush (Atriplex nummularia) und guten Gräsern ist Ueberfluss vorhanden. Auf seiner westlichen Seite wird der Fluss von einer Sandstein - Höhenkette bestrichen, welche Mr. Hodgkinson, nach dem damaligen Gouverneur von Queensland und jetzigen Gouverneur von Süd-Australien, Cairns Range" taufte. Mineralien wurden zwar auch hier nicht aufgefunden, aber die glänzende Beschreibung, welche von dem ausgezeichneten Weidelande in diesem fernen Westen gegeben wird, dürfte wohl ohne Frage Squatters sehr bald veranlassen, sich hier mit ihren Heerden einzufinden. Auf der ganzen Reise war der Verkehr mit den Eingeborenen ein höchst freundlicher. Man stiess auch auf einen Stamm, der ungewöhnliche Gelehrigkeit verrieth und am Ufer eines Sees in mit Stroh bedeckten Häusern wohnte. Auf der Rückkehr fand man noch am Leichardt R., der in den Gulf of Carpentaria einmündet, einen sehr guten Hafen auf, welcher für das neu entdeckte Goldfeld am Cloncurry R. wichtig zu werden verspricht.

II. Ueberlandreise in West-Australien.

Mr. John Brockman, ein Squatter in West-Australien, liess im September 1876 eine Heerde Vieh vom Murchison River, welcher in 27° 41' S. Br. und 114° 11' O. L. von Gr. in die Gantheaume Bay mündet, nach Nichol Bay in 20° 40′ S. Br. und 116° 55′ O. L. von Gr. treiben und begleitete dieselbe in Person. Da ein grosser Theil der so bereisten Gegend bisher völlig unbekannt war, so wollen wir aus seinem Tagebuche, welches er veröffentlicht hat, Einiges mittheilen. Mr. Brockman kam über ganz vorzügliches Weideland von beträchtlichem Umfange, das Wasser in Fülle hatte und von dem bis dahin Niemand etwas wusste. Auch hatte er allen Grund anzunehmen, dass die Gegend reich an Mineralien sei. Er sammelte Stücke, in denen sich viel Kupfer und Blei fand. In der Nähe des Henry-Flusses bemerkte er an einer Höhenkette einen Kupfererzgang, der mehrere Miles nach Westen zu lief und in der Sonne hell glänzte. Er fand auch eine grosse Menge, octangulärer Krystalle von ausserordentlicher Klarheit, die dem Sydney - Diamanten glichen. Einheimische Melonen, Feigen, Yams und wilden Tabak gab es sehr viel. Die einzige Schwierigkeit bei Ansiedelung dieser herrlichen Gegend, meint Mr. Brockman, würde die grosse Feindschaft der Eingeborenen bilden. Man begegnete mehreren Stämmen - der

selben und musste einmal, in der Nähe des Lyons River, von den Schiesswaffen Gebrauch machen. Hier erschien eine Anzahl Eingeborener auf einer Anhöhe, sie tanzten wild umher, gesticulirten wie närrisch und richteten ihre langen Speere schreckliche Waffen, die erst neuerdings mit frischen Widerhaken versehen auf die Fremden. Sie hatten mehr das Ansehen von wilden Thieren als von menschlichen Wesen.

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III. Eine Ueberlandreise von Port Essington nach Cooktown.

Am 24. December 1876 trafen in Cooktown, Colonie Queensland, einer jungen Stadt an der Südseite des Endeavour-Flusses und 4 Miles von dessen Mündung in 15° 27′ 30′′ S. Br. und 145° 15' O. L. Gr. gelegen, vier Wanderer mit Namen Callaghan, Thompson, Perelt und Lynch ein, welche von Port Essington, auf der Halbinsel Coburg, über Land durch den wilden unbekannten Bush, wo sie nirgends Weisse antrafen, gereist kamen. Sie waren drei Monate unterwegs gewesen und hatten 1000 Miles zu Fuss zurückgelegt. Die Gegend, welche sie passirten, war meistentheils gebirgig und der Boden von sehr geringem Werthe. Sandhöhen gab es in Menge, und Ameisenhügel, die sich von ferne wie Städte ausnahmen, waren zahlreich vorhanden. Das beste Land lag ungefähr 50 Miles von der Küste. In Folge der herrschenden grossen Dürre mangelte es überall an Wasser und an Graswuchs. Die Eingeborenen, welchen sie häufig begegneten, waren durchweg feindselig und griffen sie mehrere Male an. In einem Lager fanden die Reisenden die Knochenreste von einem Weissen vor, den die Cannibalen verzehrt hatten. Als sie zuletzt die Küste erreichten, zogen sie an dieser herunter und bemerkten hier sehr viel Schiffstrümmer. Ein Schiff von ungefähr 400 Tonnen hatten die Eingeborenen geplündert. Etwa 30 Miles nördlich von Cooktown entdeckten sie einen bisher unhekannten schönen und tiefen Fluss mit frischem Wasser. An beiden Ufern desselben breitete sich ausgezeichnetes Land mit schwarzem Lehmboden aus, der, wie sie versichern, sich für Zucker- und Kaffee-Plantagen bestens eignen würde.

IV. Zusätze zu D'Albertis Bereisung des Fly-River in

Neu-Guinea.

In Band XII. S. 22 ff. besprachen wir in Kürze die letzte Reise des Signor L. M. D'Albertis auf dem Fly-River. Wir wollen dazu noch folgende Zusätze machen.

D'Albertis verliess Sydney am 20. April 1876 und wurde von Mr. Wilcox und Mr. Hargrave (Ingenieur) begleitet. Er traf am 1. Mai in Somerset ein und verblieb hier bis zum 19.

d. M., um die Ausrüstung des kleinen Dampfers „Neva“, welchen ihm die Regierung von Neu-Süd-Wales geliehen hatte, zu vollenden. Am 21. Mai kam die Küste von Neu-Guinea in Sicht, und man ging bei der Insel Katow vor Anker. Am 24. Mai nahm die Fahrt auf dem Fly ihren Anfang, von der man am 7. Juli wieder bei der Mündung des Flusses anlangte. Das Land war im Allgemeinen niedrig und sumpfig. Starke Strömungen und Untiefen machten die Reise äusserst beschwerlich. Die Eingeborenen, welche sich blicken liessen, zeigten zwar eine ausserordentliche Neugierde, allein sie waren überaus furchtsam und flüchteten. Alle Versuche, einen freundlichen Verkehr mit ihnen anzuknüpfen, erwiesen sich als eitle Mühe. Man ging bei verschiedenen anliegenden kleinen Dörfern vor Anker und durchsuchte die Häuser, ohne Eingehorne vorzufinden. D'Albertis rühmt sich, dass er dabei alle Ecken und Winkel durchstöbert (ransacked) und sich Alles angeeignet habe, was irgend eine culturhistorische und namentlich auch ethnologische Bedeutung an sich trug, nach welchem codex juris er diese Plünderung vornahm, unterlässt er anzugeben. Kein Wunder, wenn spätere Reisende auf dem Fly für diesen Raub mit dem Leben zu büssen hätten! Die Eingeborenen, welche den Tabaksbau in bedeutendem Umfange betrieben, schienen bei weitem nicht so zahlreich zu sein wie in andern Gegenden von Neu-Guinea, namentlich im südöstlichen Theile. Während hier alles gute Land eigenthümlich besessen und cultivirt ist, lässt sich dies vom Fly-Districte weit weniger sagen, so dass in dieser Beziehung sich weissen Ansiedlern keine Schwierigkeiten entgegen stellen würden. An den Ufern des Flusses stand meistens dichter und üppiger Wald, dagegen war der Graswuchs grobe Gräser dominirten, und darunter wieder hauptsächlich Coix Lacryma Iobi (Müller) an manchen Orten sehr dürftig. Am 20. Juni bestieg D'Albertis einen 250 Fuss hohen Hügel und sah von dessen Spitze aus in der Entfernung von ungefähr 50 bis 60 Miles hohe Berge nach Nordost zu liegen, welche wahrscheinlich einen Theil des grossen Charles Louis Range bildeten. Am 23. Juni kam man an eine Stelle, wo der Fluss sich gabelte. Man wählte den breiteren Wasserlauf, aber nachdem man ihn einige Tage lang mit grösster Schwierigkeit und Gefahr hinaufgefahren war, konnte man ihn, der Stromschnellen und der seichten Stellen wegen, nicht weiter verfolgen. Man sah sich daher zur Rückkehr gezwungen. Zu Lande könnte man keine Forschungen anstellen, weil die Mannschaft für Märsche, und dabei mit Lebensmitteln und andern nöthigen Sachen beladen, zu überarbeitet und vom Fieber zu geschwächt war. Die 500 Miles, welche man, nach der Windung des Flusses gerechnet, hinaufgefahren war, bildeten ziemlich genau eine Demarcationslinie zwischen dem Theile von Neu-Guinea,

welcher von den Holländern reclamirt wird, und dem Reste, der noch keiner civilisirten Nation angehört.

Seine Pflanzensammlung, welche aus ungefähr 500 getrockneten und 30 lebenden Pflanzen bestand, händigte D'Albertis dem bekannten Regierungsbotaniker Dr. Ferdinand Müller in Melbourne zur Classificirung und Beschreibung ein. Es befand sich dabei ein prachtvoller, noch unbekannter Hibiscus, welchen Dr. Müller Hibiscus Albertisii benannte. Derselbe ist an den Ufern des Fly-Flusses sehr allgemein und soll, nach der Versicherung des Reisenden, die schönsten unter allen bisher in Neu-Guinea gesehenen Blumen tragen. Die schwebenden Massen von langen rothen Blüthen bedecken die höchsten Bäume vom Fusse bis zum Gipfel und gewähren einen wahrhaft herrlichen Anblick. Es kam auch eine gelbblumige Species derselben Gattung vor, die jedoch seltener war und erst unter 6° südlicher Breite sich zeigte. Die Blumen dieser Species wurden nur auf den Spitzen der Bäume gesehen und bildeten dort eine dichte Masse von Blüthen. D'Albertis entdeckte ferner auch noch eine neue Species von Mucuna mit blauen Blumen.

Die Vogelsammlung umfasste nahezu 50 Species, unter denen sich gar manche bisher gänzlich oder doch nur wenig bekannte Sorten befanden. Casuare und Paradiesvögel waren darin hauptsächlich vertreten. Unter den wenigen Reptilien, welche er sich verschaffte, zeichnet sich eine Wasserschlange als etwas ganz Neues aus. Auch interessante Fische, Muscheln und Käfer wurden eingeheimst.

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Da D'Albertis, um seine eigenen Worte wieder zu geben, literally cleared all the houses of the natives", welche beim Erscheinen der Weissen immer eiligst die Flucht ergriffen, so konnte es nicht fehlen, dass sein Raub sehr reich und mannigfaltig ausfiel. Ich bringe", erzählt er, eine vorzügliche Sammlung von Steingeräthen mit, ebenso alle Ornamente, welche die Eingeborenen beim Tanze und beim Kriege verwenden, ferner Ruder von Canoes, Kleidungsstücke der verschiedensten Form, bemalte und geschnitzte Schädel, ausgestopfte Menschenköpfe, Pfeile u. s. w. 4

Ueber den Werth der dem Fly - River anliegenden Gegend lässt sich D'Albertis in folgender Weise aus: „Der Reichthum des Landes, welches wir besuchten, seine vegetabilische und wahrscheinlich auch mineralische Ergiebigkeit sollte Capitalisten der australischen Colonien anlocken. Der Boden eignet sich ohne Frage für viele der nützlichsten Anpflanzungen, wie Kaffee, Zucker, Baumwolle, Caoutschouc, Sago, Tabak, Musskatnuss u. s. w." Damit stehen freilich frühere Aeusserungen des Signor, welche vor einer Ansiedelung in Neu-Guinea ernstlich warnten, in geradem Wider

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