Imatges de pÓgina
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Geographische Verbreitung: Ausschliesslich canarisch. Die Angabe der „Histoire naturelle des Canaries" von einem Vorkommen dieses Farrns in Madeira, allerdings durch ein Ausrufungszeichen (!), die gewöhnliche Hieroglyphe des Selbstgefunden habens verstärkt, hat bis jetzt keine Bestätigung erhalten '). Auch fehlt die Pflanze in der durch Webb zu Stande gebrachten, noch jetzt in Florenz besonders aufbewahrten kleinen Maderenser Pflanzensammlung.

Die von Sir William Hooker in seinen Species Filicum als Varietät zu der Unsrigen gezogene Cheilanthes Decaisnei, Kunze, in rupibus vallis Mai-Mezano prope Djeladjeranne, Schimper, No. 1431 (Cheilanthes arabica, Decaisne) ist sicher eine selbstständige Art, von der canarischen schon durch die dichte spreuschuppige Rauhheit des Stieles und der Rachis, bis oben hinauf, sogleich als verschieden zu erkennen.

7. Cheilanthes guanchica, Carl Bolle.

Bonplandia, 1859, No. 8, p. 107.

Diagnose: Fronde oblongo-triangulari apice lineari producta bipinnata glabra tenuiter coriacea laete viridi, juniore subtus flavicante, pinnis infimis inter se remotis suboppositis ambitu triangularibus, superioribus simplicibus demum confluentibus, pinnulis sessilibus basi profunde inciso-lobatis oblongis patentibus, laciniis rotundato - obtusis oppositis, terminali subintegra elongata late lineari apice obtusiuscula, omnibus margine revolutis, soris marginalibus ad loborum apicem positis contiguis, indusio hyalino-membranaceo leviter laciniato, sporangiis flavis mox fuscis, stipite frondem aequante vel breviore sulcato, cum rachi purpurascente paleaceo, paleis lineari-subulatis brunneis patentibus sursum rarescentibus in rachi et juniore vix ullis, caudice dense brunneo-paleaceo. Planta, ut congenerae, suaveolens.

Wächst im südlichen Teneriffa, in den Bandas de Chasna, an trocknen Felsen des hohen Fichtenwaldes, wo ich diese neue, nach den Ureinwohnern ihrer Heimathinsel benannte Cheilanthesart im April 1856 zuerst auffand. Höhe 4-5000 Fufs über dem Meere.

Die Species nähert sich im äusseren Ansehen, meiner Meinung nach, am meisten Cheilanthes pulchella, Bory, von der sie eine kleinere, weniger steif aufrechte Form darzustellen scheint. Bei näherer Prüfung unterscheidet man sie jedoch durch hellgelbbraune, nicht glänzend schwarzbraune Paleae des Wurzelstockes, durch zumal unten reich spreuschuppige, nicht fast glatte und im Verhältnifs zur Wedelspreite viel kürzere, weniger gerad aufrechte Stipites, sowie durch minder ein

1) „Fortunatarum et Maderae! civis est pulchra species autochthon."

fach lineare Form der Mehrzahl der Pinnulä. Die linienförmig vorgezogenen Endzipfel der Fiedern und des Wedels sind beiden Arten, der unseren jedoch in weniger hohem Grade eigenthümlich. Das Indusium der Letzteren ist minder breit und zusammenhängend und nimmt, im reifen Zustande, nicht, wie bei Cheilanthes pulchella, eine dunkelbraune Färbung an.

Von der südeuropäischen Cheilanthes odora, Sw., einer den Canaren fehlenden Art, von welcher ich Gelegenheit hatte, Exemplare aus den verschiedensten Ländern in reicher Menge zu vergleichen, trennt sie der Habitus fast nicht minder als von Cheilanthes maderensis, Lowe. Sie nähert sich der Cheilanthes odora nur in der Stellung der Fruchthäufchen am äussersten Ende der Zähnelungen des Blattes und in der, bei ihr indefs weit schwächeren, nur angedeuteten Wimperung des plötzlich verschmälerten schleierförmigen Randes. Dieser Schleier ist, selbst an sehr jungen Wedeln der Unsrigen, immer noch breiter und in die Augen fallender als bei Cheilanthes odora. Ausserdem ist die Farbe des Laubes bei Cheilanthes guanchica eine weit lichtgrünere als bei odora und, mehr noch als bei Cheilanthes maderensis.

8. Cheilanthes maderensis, Lowe.

Novitiae fl. mader. p. 6.

Hooker, Journal. I. 26. Cheilanthes suaveolens, Bory in Herb. Kunze. Cheilanthes microphylla, L. von Buch, Allgem. Uebers. p. 360. Cheilanthes odora (Pteris fragrans), Derselbe, Physikal. Beschreib. p. 137 und 161. Desselben Herbarium No. 21. Cheilanthes fragrans, Webb et Berthelot, Phytograph. III. p. 452, non Swartz.

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Abbildung: Mettenius, Farrngattungen, V. Fig. 23. 24. ein Fragment. Ein Gesammtbild der Pflanze existirt noch nicht.

Ist bestimmt Bory de St. Vincent's Polypodium pteroides? und wird von ihm als „auf einigen alten Mauern" Teneriffa's und innerhalb der Stadt Funchal wachsend angegeben. Madeira theilt den Besitz dieses höchst wohlriechenden Schuppenfarrns, welcher von der südeuropäischen Cheilanthes odora, Swartz, aufser anderen Kennzeichen, sowohl durch Habitus und kräftigeren Wuchs, als auch durch breitere und viel mehr abgerundete Fiederung der Blattsubstanz, namentlich aber durch nicht zusammenfliefsende Fruchthäufchen und ganzrandige Schleier verschieden ist, mit Teneriffa, Gomera, Palma und GranCanaria. Die Pflanze scheint auf all diesen Inseln sehr zerstreuten Lokalitäten anzugehören. Ich fand sie in einiger Menge und üppig entwickelt an niederen, schattigen Felswänden des Barranco de las

Arenas, etwa eine halbe Stunde von Villa de la Orotava entfernt. Aufserdem kommt sie im Taorothale noch an der nach Realejo führenden Strafse, sowie im Barranco de los Frayles und, auf der entgegengesetzten Seite Teneriffa's, bei Guimar (Webb) vor. „Einen halben Tag, sagt Bourgeau (in schedulis), während dessen das Schiff, mit welchem ich aus Ferro zurückkehrte, auf Gomera anlegte, benutzte ich, um zum zweiten Male die Barrancos de S. Sebastian und de la Laja in der Absicht zu besuchen, dort Exemplare von zwei Farrn zu sammeln, die ich für neu halte. Ich habe sie nirgend anderswo, als auf dieser Insel gesehen." Einer derselben gehört, wie ich im Webb'schen Herbar es sehen konnte, unzweifelhaft zu Cheilanthes maderensis; von dem anderen ist weiter keine Rede und es bleibt ungewifs, was damit gemeint sei.

Despréaux hatte von Gran-Canaria bereits grofse und schöne Exemplare, wie die, welche Webb und Berthelot in Palma fanden, aber, seiner Gewohnheit gemäfs, ohne Angabe des Standortes eingesandt. Ich war nach ihm so glücklich, den Madeira-Schuppenfarrn daselbst in mindestens 3000 Fufs Höhe, im Gebirge zwischen Tejeda und Tirajana, da wo der Weg nach Mogan sich abzweigt, aufzufinden. Er wuchs hier jedoch an einer verhältnissmäfsig kalten, dem Winde ausgesetzten Stelle, daher natürlich in viel kleineren Exemplaren als in den geschützten Thälern des Littorals von Teneriffa.

Man findet Cheilanthes maderensis vom Februar bis Mai in der schönsten Entfaltung ihrer dicht buschigen Wedel.

In Madeira ist dies niedliche Gewächs, wie es scheint, seltener noch als auf den Canaren. Der bekannteste, ja, wie ich glaube, der einzige bekannte Standort daselbst sind Felsenritzen bei Funchal und altes Gemäuer in dieser Stadt selbst, an letzterem, nach Bunbury, sparsam und bisweilen in Begleitung von Notochlaena lanuginosa, Desv.

Die sonstige geographische Verbreitung erstreckt sich nur noch über Algerien und über einige Inseln des Mittelmeers: Sicilien, Korsika.

9. Notochlaena Marantae, R. Br.

Webb et Berthelot, Phytograph. III. p. 455. - Acrostichum canariense und A. Maranthus (sic) L. v. Buch, Allgem. Uebersicht, p. 360. -A. Maranthae, Linn. L. v. Buch, Physikal. Beschreib., p. 137 und 173. Desselben Herbarium No. 4. A. subcordatum, Cavanilles in Anal. cienc. natural. IV. p. 97. A. canariense, Willd., Spec. plant. V. p. 121.

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Vorlinnéische Namen: Lonchitis aspera, Maranta, Methodi cognoscendor. simplicium libri tres p. 20 und 152. Filicula palmensis pinnis parvis subtus omnino villosis, alter anonymer Herbariumnamen in der Berliner Königl. Sammlung.

Abbildung: Schkuhr, Kryptogamische Gewächse. t. 4. Sibthorp et Smith, Flora graeca. t. 964.

Spanisch: Doradilla acanelada.

Erreicht im Gebiete eine bedeutende Gröfse und konstituirt daselbst mit zwölf bis funfzehn Zoll langen Wedeln, was Willdenow Acrostichum canariense nannte. Sie ist Viera's Doradilla acanelada und wächst auf den Canaren zwar etwas minder häufig als auf den Capverden, wo sie das Maximum ihrer Individuenzahl zu erreichen scheint und im allerüppigsten Wuchse aufschiefst; ist aber auch dort verbreitet genug und zwar hauptsächlich in dem Gürtel, vermittelst welches das Littoral sich der Waldregion anschliefst, d. h., wenn wir die nordöstlich von Sta. Cruz gelegenen Thäler Teneriffa's ins Auge fassen, etwa von ihrer Mitte an bis aufwärts zum Saume des Lorbeerforstes oder Erikenbuschwaldes. Hier und da steigt sie auch wohl bis ganz nah an die Küste herab. So liegt in Leopolds von Buch Herbar ein „Paso alto“ bezeichnetes Specimen und Paso alto ist ein vom Meere bespültes Kastell am Ausgange des Barranco de Tahodio. So führt sie Bunbury ganz richtig im Bufaderothale, wo ich selbst sie oft genug beobachtete, als innerhalb der Euphorbien - Region wachsend auf. Andere Stationen für Teneriffa sind: Guimar und das schon im Walde gelegene Agua-Mansa über Orotava; für Gomera, von woher sie schon Bourgeau besonders schön entwickelt an Webb sandte, nach meinen Erfahrungen die Barrancos del Agua und Hermigua. Auch Gran Canaria ermangelt der Notochlaena Marantae nicht. Vertikal eine Stufe höher placirt als seine kleinere Gattungsgenossin, begegnet unser Farrn ihr nur im tieferen Theile seines Verbreitungsbezirks. Zwar liebt er ebenfalls dürre Abhänge und offene Felsparthieen, doch wurzelt er schon öfter in humosem Boden und vermeidet weniger ängstlich schattige Orte und Gesträuch.

Obwohl es einige Merkmale giebt, vermöge welcher die canarische Pflanze von der südeuropäischen abweicht höherer Wuchs, breiterer Grund der sekundären Fiedern, bisweilen mit wirklicher Annäherung an das Subkordate (Acrostichum subcordatum, Cav.); vor Allem aber ein nicht so lang kriechendes Rhizom so erscheinen dieselben doch durchaus ungenügend, eine besondere Art darauf zu gründen. Eher würden sie danach angethan sein, eine Abart zu bilden, der wir hiermit nach dem theilweisen Vorgange von Cavanilles die Benennung der Varietät subcordata beilegen wollen. Einer hübschen Abänderung

derselben, mit, namentlich im Jugendzustande, statt rostbraunen weifslichen, silberglänzenden Spreuschuppen begegnet man im oberen Tahodio am Saume des Waldes Monte de Aguere.

Die Wedel der Notochlaena Marantae haben ganz jene Federkraft, welche wir beim Trocknen an Asplenium Trichomanes und an Hymenophyllum tunbridgense, unter den Moosen an Leptodon Smithii beklagen. Sie erfordern daher, um sie einigermafsen zu aplaniren, unter der Presse fürs Herbarium, einen starken Druck.

Geographische Verbreitung: In Madeira scheint Notochlaena Marantae von grofser Seltenheit. Der sonst so genaue Bunbury übergeht sie ganz mit Stillschweigen; in einem vom Professor Heer entworfenen handschriftlichen Verzeichnisse der Maderenser Pflanzen, welches ich der Freundschaft des Herrn Professor Schacht verdanke, finde ich sie jedoch als selten, an steinigen Orten der Schluchten über Funchal angegeben.

Wir haben bereits von der Häufigkeit dieses Farrns auf den Inseln des grünen Vorgebirgs gesprochen. Er bewohnt daselbst vorzugsweis, wenn auch nicht ausschliefslich, die sogenannte BarloventoGruppe, d. h. die nordwestlich gelegenen Eilande, ohne dem central gelegenen Santiago zu fehlen. Im Hochgebirge von St. Antão erreicht er, bei grofser Allgemeinheit, auf der Cumbre eine Erhebung von wenigstens 6000 Fufs über dem Meeresspiegel. Nicht minder verbreitet ist er im Euphorbien - Buschwald von S. Nicolao. Der Insel Brava fehlt er, so weit meine Beobachtungen reichen, gänzlich.

Sonst ist die Vertheilung eine speciell südeuropäische, den gröfsten Theil des Mediterran- Bassins umfassende, nach Nordosten bis zur Krimm, bis Podolien und Syrmien. Gegen Osten hin verlieren wir diesen Farrn in Transkaukasien aus dem Gesicht, denn der Pallas'sche Fundort am Baikalsee bedarf, als wahrscheinlich apokryph, noch sehr der Bestätigung. Während unsere Pflanze am Südabhange der Tiroler Alpenkette, im Etschlande um Botzen, ziemlich gemein ist, war ihr Vorhandensein weiter westlich zwar im Veltlin und im Aostathale, nicht aber auf eigentlichem Schweizergebiet konstatirt. Noch Bernoulli, der neueste Monograph der helvetischen Gefäfskryptogamen, kennt sie von demselben nicht. Es gereicht mir zur Befriedigung, mittheilen zu können, dafs sie ganz kürzlich unfern des Lago Maggiore auf Tessiner Boden, an einer Steinmauer bei Cavigliano entdeckt worden ist. Es geschah dies durch einen ebenso eifrigen als kenntnifsreichen Forscher, Herrn Albert Franzoni aus Locarno, einen der gediegensten Kenner der Flora seines Vaterlandes, bedeutend namentlich als Kryptogamolog, unter dessen Führung mir vergönnt war, sie im verflossenen Sommer zu sehen und zu sammeln.

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