Imatges de pÓgina
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stimmen willkürlich den Preis der Ernte. Sie allein profitiren von diesem Reichthum beider Provinzen; ihre Schiffe verschiffen die Baumwollenballen, welche am Caspischen Meere ankommen, fast kostenfrei. Die in den Südprovinzen gewonnene Baumwolle wird im Lande selbst verbraucht, indem von manchen Punkten aus ein Marsch von 20 bis 30 Tagereisen nothwendig wäre, um die Häfen an der Küste des Persischen Meerbusens zu erreichen. Ueberhaupt müssen in Persien, bei dem Mangel anderer Communicationsmittel, die Waaren auf den Rücken von Kameelen und Lastpferden fortgeschafft werden; die Kosten für den Transport der Baumwollenballen vom Productionsort aus bis zu den Hafenplätzen steht mithin in keinem Verhältnifs zum Werth und Gewicht der Waare (Pressen, um das Volumen der Baumwollenballen zu reduciren, sind bis jetzt in Persien noch unbekannt). Schliesslich wären als Exportartikel noch Rosinen, getrocknete Früchte und Krappwurzeln (Alizzaris) zu erwähnen, welche sehr gehaltreich sind, aber nur in Stücken in den Handel kommen, und daher weit voluminöser in der Fracht sind, als wenn sie gemahlen wären.

Importirt in Persien wurden an Europäischen Waaren im J. 1860 40,000 Lasten, worunter 30,000 Lasten Manufacturen, 10,000 Lasten Kolonial-, Quincaillerie- und diverse Waaren; im J. 1861 dagegen überhaupt nur 37,000 Lasten, 1862 bis 19. November gar nur 30,000 Lasten, wovon die Manufakturen kaum die Hälfte ausmachten, während an Thee und Zucker ein bedeutendes Mehr gegen früher importirt wurde. Von letzteren geht ein grofser Theil von Täbris

wieder nach Russland.

-r.

Der Mineralreichthum der Insel Haiti.

(Nach: Alex. Bonneau, Haïti, ses progrès, son avenir. Paris 1862 und: MelvilBloncourt, Des richesses naturelles de la république Haïtienne, im: Journal des

Économistes 1861, p. 407.)

Die Insel Haiti besafs bekanntlich zur Zeit ihrer Entdeckung ungemein ergiebige Goldminen. Die zahlreiche Bevölkerung der Eingebornen, welche damals auf zwei Millionen geschätzt wurde, erlag aber nach und nach der schweren Arbeit in den Minen, zu welcher sie durch die Habgier der spanischen Eroberer gezwungen wurde. Nach einer allgemeinen Schätzung gewannen die Spanier jährlich aus den Goldminen der centralen Gebirgskette des Cibao und aus denen von St. Christoph etwa 46,000 Mark feinen Goldes, was einer Summe von 36,800,000 Fr. etwa gleichkommen würde, und lässt sich die Totalsumme des gewonnenen Goldes bis zu der Zeit, wo mit dem gänzlichen Aussterben der Urbevölkerung auch der Bergbau aufhörte, auf 370 Millionen Fr. bestimmen. Seit dieser Zeit ruhte der Bergbau gänzlich. Erst in neuerer Zeit bildeten sich Gesellschaften, um den vernachlässigten Bergbau wieder aufzunehmen. Die eine derselben, an deren Spitze ein Engländer stand, schlofs im Jahre 1825 mit dem Präsidenten

Boyer einen Contract, durch welchen ihr das Monopol der Goldgewinnung auf dem östlichen Theil der Insel zugesichert wurde. Der Mineraloge, welcher dieser Gesellschaft beigegeben war, machte jedoch, indem er sogar das Vorkommen des Goldes in der Bergkette des Ciboo ganz in Abrede stellte, einen so ungünstigen Bericht über die Aussichten auf eine ergiebige Goldausbeute, dafs die Gesellschaft sich auflöste. Ein gleiches Schicksal theilte eine zweite Gesellschaft, welche sich im Jahre 1836 zu London gebildet hatte. Eine dritte trat im Jahre 1837 unter Leitung eines eingebornen Haitier, Nicolas Julia, zusammen, welche mit geringen Geldmitteln und Arbeitskräften versehen an einer andern Stelle ihre Arbeit begann; aber auch dieser Versuch blieb völlig resultatlos.

Ist nun auch durch diese vergeblichen Versuche keineswegs das Nichtvorhandensein von Goldlagern constatirt, so haben doch bisher die politischen Zustände der Insel neue, namentlich durch Geologen geleitete Untersuchungen verhindert. Statt dieser Goldminen sind aber in neuerer Zeit sehr bedeutende Steinkohlenlager entdeckt worden, welche bei einer geregelteren, leider aber von der jetzigen Regierung kaum zu erwartenden Ausbeutung eine gediegenere Quelle des Reichthums für die Insel werden könnten, als die Goldlager. Die bedeutendsten Kohlenlager befinden sich in der Commune Banica, am linken Ufer des Artibonite und nicht weit von der Küste gelegen in einer Länge von 250-300' und einer Mächtigkeit von 70-80'. Ihre Ausbeutung würde auf keine Schwierigkeiten stofsen. Andere Kohlenlager sind bei Lascahobar, in der Commune Neybe und in der Umgegend der Hügel von Maniel entdeckt worden. Nach einem Berichte des Ingenieur Eugène Nau vom 10. September 1860 soll sich ein breites Kohlenlager von Lascahobar bis Hinche, von dort bis Banica, und von Hinche bis Saint-Michel in einer Länge von 60 Lieues erstrecken. Auch befindet sich in der Nähe der Stadt Cayes eine Mine, Camp-Perrin genannt. Eine Verwerthung dieser unterirdischen Schätze würde aber erst dann sich ermöglichen lassen, wenn die Bergwerksdistrikte durch gute Strafsen mit den Küstenplätzen in Verbindung gesetzt und die vier bedeutendsten und bis jetzt nur theilweise schiff baren Flüsse, der Yaque, Yuna, Artibonte und Niève, in ihrem ganzen Unterlauf schiffbar gemacht würden. Dazu fehlt es aber an Einsicht und Kräften.

Auf der 14 L. langen und 32 L. breiten unbewohnten Insel Gonave in der Nähe Haiti's befinden sich Eisenminen und wahrscheinlich auch Kupferminen, und auf Haiti selbst wird in der Commune Trou eine Eisenmine bereits ausgebeutet.

Von den zahlreichen Mineralquellen wird die von Port-à-Piment als besonders heilsam genannt; nicht minder erfreuen sich 4 L. vom Fort Biassow in der Commune Banica gelegenen drei Quellen Cabine, Taureau und Saint-Joseph bereits eines bedeutenden Rufes. Als weniger wirksam und deshalb weniger beachtet werden die Quellen in den Communen von Dalmarie, Irois, Tiburon, Jasmel, und Mirebalais bezeichnet.

-r.

Statistische Uebersicht der indianischen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika nach dem Census von 1860.

(Auszug aus: Jos. C. G. Kennedy, Preliminary Report on the Eighth Census 1860. Washington 1862.)

I. In den Census aufgenommene Indianerbevölkerung.

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') Männliche Einw. 8269. Weibliche Einw. 6286; davon in den Counties: San Diego 3067; San Bernardino 3028; Mendocino 1054; Los Angelos 1979; Fresno 3294.

2) Männliche Einw. 1208. Weibliche Einw. 1307; davon in den Counties: Leeleman 628; Mason 411; Oceana 570; Houghton 279.

3) Männliche Einw. 1254. Weibliche Einw. 1115; davon in den Counties: Pembina 1274; Becker 309.

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4) Männliche Einw. 5347. Weibliche Einw. 5105; davon in den Counties: Arizona 4040; Santa Ana 2067; Valencia 2821; Taos 617; Rio Ariba 520.

II. Nicht in den Census aufgenommene Indianerbevölkerung, welche ihre Stammgenossenschaft noch bewahrt haben.

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Es ergiebt sich mithin in den Vereinigten Staaten eine Indianerbevölkerung von circa 331,100 Seelen.

-r.

John Taylor's geographisch-archäologische Entdeckungen im Thal des Tigris.

Ueber John Taylor's Entdeckungen in den Gegenden des Oberlaufes des Tigris giebt Rawlinson im Athenaeum (1863. No. 1842) einen ausführlichen Bericht, den wir im Auszuge mittheilen wollen. Taylor, seit Ende 1860 englischer Consul in Diârbekr, unternahm im Jahre 1861 seinen ersten Ausflug ostwärts von dieser Stadt und entdeckte etwa 20 englische Meilen unterhalb Diârbekr's am rechten Ufer des Tigris auf einem etwa sechs Meilen im Umfange messenden Plateau die umfangreichen Ruinen einer altassyrischen Stadt. An der südöstlichen Ecke dieses Plateau's erhebt sich eine Anhöhe von etwa 180 Fufs, auf welcher einst die Akropole lag. Zwei daselbst früher befindliche Tafeln mit Inschriften und Sculpturen bedeckt, waren die Anhöhe hinabgeworfen worden, sind aber am Fulse des Berges von Taylor wieder aufgefunden worden. Dieselben sind für das britische Museum erworben worden, und hofft man, dafs die Entzifferung dieser Inschriften wichtige Ergänzungen zu den Annalen Sardanapals und seines Sohnes Salmanasser liefern wrd. Rawlinson ist aus dem ihm übersandten, allerdings unvollkommenen Abklatsch der Inschriften noch nicht im Stande, den altassyrischen Namen dieser Stadt, festzustellen, glaubt aber, aus den geographischen Andeutungen in den Itinerarien des grofsen Sardanapal schliefsen zu dürfen, dafs die von Taylor aufgefundene Stadt das Tuskha oder Tuskhan der Inschriften ist. Vielleicht ist eine der beiden Platten das wirkliche Monument, welches in den Annalen Sardanapals zu Anfang der zweiten Columne also beschrieben wird: „Ich machte ein Bild von meiner Majestät auf einer ausgehauenen Steinplatte, und schrieb auf ihr die ruhmreichen Titel meiner

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Souveränetät und einen Bericht von den kriegerischen Thaten, welche ich im N'ari verrichtet hatte, und ich brachte sie nach der Stadt Tuskha, und stellte meine geschriebenen Tafeln in der Burg auf; und das Volk von Assyria, das in Folge einer Hungersnoth in fremde Länder, d. h. das Land Rura, hinaufgezogen war, brachte ich zurück, und siedelte es in der Stadt Tuskha an (vergl. British Mus. Ser., pl. 20, Zeile 5-8)." Gegenwärtig führen diese Ruinen den Namen Kurkh (Kiepert: Kerkh), während der assyrische Name Tuskha, wenn anders diese Bezeichnung wirklich für diesen Ort passen sollte, sich bei keinem älteren oder neueren Schriftsteller vorfindet; wahrscheinlich ist der Name bereits in sehr früher Zeit verloren gegangen. Rawlinson vermuthet, dafs der Name Kurkh aus dem Carcathio certa der Griechen entstanden sei, welches in der Nähe des Tigris gelegen, einst die Hauptstadt des Landes Sophene war und sich vom AntiTaurus bis zum Mons Masius (Karadja Dagh) erstreckte. Der Name Carcathiocerta scheint die „Stadt der Carchier" zu bedeuten, und das in den Keilinschriften mit Kirkha bezeichnete Land erstreckte sich von den Grenzen Bitans oder Armeniens bis zu den Khetta oder Chethitern, oder von Bitlis, in der Nähe der Westspitze des Wân-Sees, westwärts bis nach Edessa; in diesem Gebiete würde also Kurkh (oder die alte Hauptstadt Carcathiocerta, oder Tuskha) etwa in der Mitte gelegen haben. Uebrigens scheint dieser Ort seit der Gründung des Partherreiches unbewohnt gewesen zu sein, da dieselben in syrischen, armenischen und arabischen Schriftstellern unerwähnt bleibt. Neuere Geographen, wie St. Martin und d'Anville haben den Ort nach Diârbekr oder Mejafarkin verlegt').

In demselben Jahre unternahm Taylor von Diârbekr aus einen Ausflug auf dem linken Ufer des Tigris über Mejafarkin nach Arzen (Kiepert: Charzan); von da über Zoke (Kiepert: Chochi?) nach S'ert (Kiepert: Söört), den Bohtan-Flufs entlang bis zu dessen Mündung in den Tigris bei Tillee (Kiepert: Til), wo gleichfalls in Inschriften häufig erwähnte assyrische Ruinen liegen. Von hier wandte sich der Reisende westlich nach Redhwan (Kiepert: Rendwân. Rhabdium des Procopius?), von da nach Hisn-Keif (Kiepert: Hosn Kefa, und von ihm auf dem rechten Ufer des Tigis angegeben), überschritt den Tigris und kehrte über Kefr-Joze Midijad und Mardin nach Diârbekr zurück. Ueberall traf der Reisende auf Spuren aus der Zeit der ninivitischen Könige, obgleich er oberhalb des Bodens keine Sculpturen oder Inschriften entdeckte. Das Wichtigste ist die Auffindung der Ruinen einer sehr grofsen Stadt zu Kefr-Joze 2) am nördlichen Abhange der Karadja Dagh (Mons Masius), welche Taylor als die grofse Fundstätte (treasurehouse) schildert, aus der der gröfsere Theil der in Nord-Mesopotamien gangbaren griechischen und parthischen Münzen und geschnittenen Steine herrührt. Ob dieser Umstand die Annahme Rawlinson's rechtfertigt, das hier die Stadt Tigranocerta gelegen habe, möchten wir wenigstens so lange bezweifeln, bis inschriftliche Zeugnisse diese Conjectur, als richtig beweisen. Nach der Annahme neuerer Geographen, und so auf Kiepert's Karte, lag Tigranocerta auf der linken Seite

1) d'Anville und Mannert halten das heutige Sert oder Söört für die alte Tigranocerta.

2) So nach englischer Schreibart, offenbar Kefr- Dschôz, d. i. im Arabischen: Nufsdorf.

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