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durch sandige Schluchten hindurchreiten. Der Wüstenstreifen wurde in einem anstrengenden Nachtmarsch passirt, man erreichte danach wieder cultivirtes Land, das sehr mühsam bewässert, sehr schöne Melonenfelder hat. Die Melone führt im Persischen den eigenthümlichen Namen: Eselziege (Kharbuz), der in einer vom Verfasser erzählten Sage seinen Ursprung hat. In dem Theil von Persien, in dem sich die Reisenden jetzt befanden und der Strich von Irak benannt wird, wird die eigenthümliche Sprache der Khaladschi gesprochen. Der sprachkundige Verfasser hält dies für ein Patois, dessen Grundlage das eigentliche Persisch ist, vielfach vermengt und vermischt mit Ueberresten einer alten Sprache, welche noch gegenwärtig in den Dörfern Khaladsch am Ummieh-See im Volksmunde leben soll. Zu der babylonischen Sprachverwirrung, die in dieser Gegend herrscht, kommt noch der Dialect der Serger, von welchem Stamm der Verfasser einen Mann in Köschkeh kennen zu lernen Gelegenheit hatte. Der Dialect der Serger besteht in einer Vervielfältigung der Sylben des persischen Grundwortes, so dass ein Wort, das im Persischen eine Sylbe hat, im Sergerdialect wenigstens vier bekommt. Ueberall unter den Bewohnern herrchten bittere Klagen über die Verarmung des Landes. Von Köschkeh aus, von wo die Karawane am 6. September aufbrach, wechselte der Weg zwischen breiten Hochflächen und engen Thälern; Tschemarün bildete die Vegetation mit den Höhenzügen ein schönes landschaftliches Panorama. In Nuaran, wo die Reisenden sich an nach Meinung der Einwohner behexten Fischen gütlich thaten, fanden sie eine bedeutende Teppichfabrikation, die Teppiche werden allerdings nach sehr einfachen Principien gefertigt und nach dem Gewicht verkauft. Die persischen Diener, die sich in Rustemabad und Teheran als eitle Faullenzer gezeigt hatten, lernten die Reisenden hier auf der Reise höher schätzen. Der Perser ist geborner Nomade und somit entwickelt sich recht auf der Reise die angeborne Rührigkeit. Den Hang zur Vornehmthuerei hatten sie allerdings auch mitgenommen. In einer weiteren Nachtreise (8. September – die Karawane reiste hier immer des Nachts) ging der Weg von Plateau zu Plateau – immer höher ansteigend. Trotzdem ist diese Gegend gut bevölkert, Br. zählt nicht weniger als 75 Ortschaften auf einem verhältnissmässig kleinen Flächenraum auf. Dies ist aber nur die Folge des Wassers, das es hier der sonstigen Natur Persiens ganz zuwider reichlich vorkommt. Um die vorgeschriebenen Gebete kümmerten sich die Perser, wenigstens auf der Reise, sehr wenig, – nur der Tscherwadar betete, jedoch auch, wie der Verfasser meint, nur aus Ostentation. Auch sonst nehmen sie diese Gebete nicht zu genau; – der Verfasser erzählt sehr ergötzlich, wie ein Perser sein Gebet mit dem Tricktrackspiel in Einklang zu bringen wusste. Die Marschroute wandte sich nun wesentlich nach Westen durch Flächen, die eine sorgfältige Bodenkultur bekundeten, der auch diese Gegend sehr schönes Obst verdankt. Am 10. September kam die Karawane dem Gebirge nahe, endlich umschloss es sie, so dass ein enger Pass zu überschreiten war, in den die persische Regierung wegen der häufigen Räuber eine Besatzung von 60 Mann gelegt hatte. Die Berge waren schroff und ganz leer von Pflanzenwuchs. Kaum war der Pass überwunden, so breitete sich in ganzer Ausdehnung am Fusse des Elwend-Gebirgsstockes die Ebene von Hamadan mit der Stadt Hamadan aus, – wieder eines jener einfach zusammengesetzten, aber duftig ätherischen persischen Landschaftsbilder. Die Stadt Hamadan, terassenförmig an den Bergabhängen aufsteigend, von einem grünen Kranze lieblicher Baumgruppen umschlossen, liegt so malerisch von weiter Ferne wie nur ein Ort in Persien. Allein der Zauber, den die Ferne um dies Bild giesst, schwindet bald, sowie man sich ihm nähert, das alte Ekbatana ist eine Stätte realsten Elends, wie ganz Persien. Es ist eben nur das persiche Hamadan. Die Reste Ekbatana's, der uralten medischen Königsstadt, liegen tief im Boden vergraben, in dem Armenier und Juden nach den goldnen und silbernen Schätzen der Vorzeit suchen. Vier Tage hatten die Reisenden zur Reisenach Hamadan gebraucht; die Stadt liegt 33 deutsche Meilen von Teheran entfernt. Ueber das Alter von Hamadan ergeht sich bereits die persisch arabische Gelehrtenwelt in Vermuthungen. Es soll vom Sultan Dejoces erbaut, von Nebucadnezar zerstört sein. Alexander nahm die feste Burg des Darius mit allen seinen Schätzen und Weibern durch Verrath. In der Burg lagen auch wichtige Documente, wahrscheinlich auch die Erlaubniss des Kores für die Juden, den Tempel zu Jerusalem aufbauen zu dürfen. Diese Rolle war in Achmetha, umschreibender Name für Ekbatana, aufbewahrt. Nach Alexander blieb Ekbatana noch immer bedeutend, so dass Polybius 200 v. Chr. die Grösse und Schönheit der Stadt nicht genug schildern konnte, besonders das 3400 Fuss im Umfange messende Schloss; doch die späteren Zeiten von den syrischen Seleuciden bis zur Kadscharendynastie haben Alles gethan, um den Glanz von Ekbatana in der Weise zu verwischen, dass Olearius 1633 mit Recht auch hiervon sagen konnte: „Aber wie gleich alle Dinge in der Welt von Zeiten zu Zeiten ihre Abwechslungen und Veränderungen gehabt, also ist auch das Reich der Perser von seinem alten, in den Historien beschriebenen Zustand sogar abgegangen, dass man in Betrachtung dessen Persien in Persien wohl suchen und nicht finden würde. Denn fast nichts, als nur der blosse Weg und was darneben liegt, nämlich Berg und Thal, sind unverändert geblieben.“ Die Bevölkerung von Hamadan ist durch Grobheit und Flegelei in ganz Persien berühmt, – vielleicht eine Consequenz sehr rauher, klimatischer Verhältnisse. Ein persischer Dichter singt hierüber: An Hässlichkeit gleicht Hier das Alter der Kindheit Und an Kindheit streift Des Alters Geistesblindheit. Auch in Hamadan hatte die Gesandtschaft schwere Empfangsfeierlichkeiten zu überstehen. Die Stadt ist nicht unbedeutend, sie zählt 10,000 Khenewar, also ungefähr 70.000 Einwohner. In Hamadan ist das Grab des „gelehrtesten, ausgezeichnetsten, des vollkommensten Fürsten der Aerzte, des Musters unter den Gelehrten“ Abu-ali-ibnä-sinà – gewöhnlich unter dem Namen Avicenna bekannt. Er starb als Wezir in Hamadan 1037. Die einzelnen Quartiere von Hamadan sind, wie in Cairo durch grosse Thore von einander getrennt, so dass sie ganz abgeschlossen werden können. Auch ein jüdisches Viertel ist hier, das aus 130 Khanewär besteht. Das Hauptheiligthum dieser jüdischen Gemeinde ist ein quadratisches Gebäude mit einem Kuppelthurm, in dessen Hauptgemach 2 Sarkophage stehen. Dieses sollen die Gräber der Esther und des Mardochai sein, in dem die hamadaner Judenschaft die Ereignisse des Buches Esther von Susa nach Hamadan verlegt. An der Spitze der hamadaner Judenschaft steht ein Mollah. Die Ruinen der Moschee Imamzadeh – nur 4 Wände – zeichnen, sich durch herrliche Sculpturornamentik aus. Darunter ist eine Krypta, in der ein oblonger Kalksteinblock das Grab eines verehrten Imans bezeichnet. Von Hamadan aus machte die Gesandtschaft einen Ausflug nach dem Elwendgebirge. Das enge Thal, in welchem von Hamadan aus der Weg führte, verwandelte sich zuletzt in einen schmalen Felspass ohne Spuren menschlicher Wohnungen. Hier am Ufer des Flusses sind Inschriften in dem Felsen, die nach der Meinung der Perser die Angabe des Fundorts der von den persischen Königen vergrabenen Schätze enthalten. Ein Felsblock von rothem Granit von mindestens 40 Fuss Höhe ist auf der der Strasse zugekehrten Seite glatt gemeisselt und trägt eine Doppelinschrift von je 3 Colonnen. Herum sind Löcher angebracht, die wahrscheinlich bestimmt waren Metallzapfen für einen Metallrahmen aufzunehmen. – Nach Henry Rawlinson müssen die wohl erhaltenen Inschriften mit einem Silicatanstrich überzo

ze - r. . ag. Erdk. Neue Folge. Bd. X V. 1 o

gen gewesen sein. Nach Fr. Spiegel bedeuten die Inschriften Folgendes. Die erste ist aus der Regierungszeit des ersten Darius (521 bis 426 v. Chr.) und lautet:

Ein grosser Gott ist Auramazda,
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-114 Sohn, der Achämenide. Die zweite Inschrift, aus der Regierungszeit des Xerxes (altpersisch Khsayârsâ 486 — 465 n. Chr.) ist mit Ausnahme des veränderten Königsnamen der vorigen ganz ähnlich. Hinter Auramazda steht noch: welcher der grösste der Götter ist.

Ganz in der Nähe der Inschriften lag die von Ritter beschriebebene, viereckige Plattform, der Rest eines uralten Sonnenaltars. Man opfert noch heute Votivlampen in unbewusster Erinnerung an den uralten Feuerkultus.

Nach Hamadan zurückgekehrt, hatten die Reisenden dort das Schauspiel eines persischen Ballets. Die Tänzerinnen waren jedoch verkleidete Männer. Der Verfasser characterisirt den persischen Tanz als üppig lüstern, den türkischen wild, den kurdischen als sinnlich gemein, den afghanischen als sehr graciös. Auch trat hier das sonst der orientalischen Choregik eigenthümliche Element hervor, dass die Tänze nicht blofs nach den Tönen der Musik, sondern unter Begleitung von Gesang und Händeklatschen, zuweilen nur danach, ausgeführt werden.

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Höhe der Bahnhöfe auf den Preussischen Eisen

bahnen.
Von H. W. Dove.

Im achten Bande der neuen Folge der Zeitschrift für allgemeine Erdkunde S. 241 habe ich nach einer gütigen Mittheilung des Geheimen Baurath Weishaupt die Höhe der Bahnhöfe auf den Preussischen Eisenbahnen, so weit diese damals ermittelt war, mitgetheilt. Ich füge dieser Notiz, die seitdem in den Statistischen Nachrichten von den Preussischen Eisenbahnen bearbeitet, auf Anordnung Sr. Exc. des Herrn Ministers für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten von dem technischen Eisenbahn - Bureau des Ministeriums veröffentlichten Nivellements der Ostbahn von Königsberg bis zur russischen Grenze, der Rheinischen von Cöln bis Bingerbrück, und der Nahebahn von Bingen bis zur belgischen Grenze hinzu. Sämmtliche in preussischen Fussen (1 preuss. Fuss = 0.966181 franz. Fuss = 0.16103 Toise = 0.312854 Meter) ausgedrückte Höhen beziehen sich auf eine durch den Nullpunkt des Amsterdammer Pegels gezogene Horizontale.

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