Imatges de pÓgina
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suchen und nicht finden würde. Denn fast nichts, als nur der blofse Weg und was darneben liegt, nämlich Berg und Thal, sind unverändert geblieben."

Die Bevölkerung von Hamadan ist durch Grobheit und Flegelei in ganz Persien berühmt, - vielleicht eine Consequenz sehr rauher, klimatischer Verhältnisse. Ein persischer Dichter singt hierüber: An Häfslichkeit gleicht

Hier das Alter der Kindheit

Und an Kindheit streift

Des Alters Geistesblindheit.

Auch in Hamadan hatte die Gesandtschaft schwere Empfangsfeierlichkeiten zu überstehen. Die Stadt ist nicht unbedeutend, sie zählt 10,000 Khenewar, also ungefähr 70,000 Einwohner.

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In Hamadan ist das Grab des gelehrtesten, ausgezeichnetsten, des vollkommensten Fürsten der Aerzte, des Musters unter den Gelehrten Abu-a'li-ibnâ - sinâ gewöhnlich unter dem Namen Avicenna bekannt. Er starb als Wezir in Hamadan 1037.

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Die einzelnen Quartiere von Hamadan sind, wie in Cairo durch grofse Thore von einander getrennt, so dafs sie ganz abgeschlossen werden können. Auch ein jüdisches Viertel ist hier, das aus 130 Khanewâr besteht. Das Hauptheiligthum dieser jüdischen Gemeinde ist ein quadratisches Gebäude mit einem Kuppelthurm, in dessen Hauptgemach 2 Sarkophage stehen. Dieses sollen die Gräber der Esther und des Mardochai sein, in dem die hamadaner Judenschaft die Ereignisse des Buches Esther von Susa nach Hamadan verlegt. An der Spitze der hamadaner Judenschaft steht ein Mollah.

Die Ruinen der Moschee Imamzadeh nur 4 Wände zeichnen, sich durch herrliche Sculpturornamentik aus. Darunter ist eine Krypta, in der ein oblonger Kalksteinblock das Grab eines verehrten Imans bezeichnet.

Von Hamadan aus machte die Gesandtschaft einen Ausflug nach dem Elwendgebirge. Das enge Thal, in welchem von Hamadan aus der Weg führte, verwandelte sich zuletzt in einen schmalen Felspafs ohne Spuren menschlicher Wohnungen. Hier am Ufer des Flusses sind Inschriften in dem Felsen, die nach der Meinung der Perser die Angabe des Fundorts der von den persischen Königen vergrabenen Schätze enthalten. Ein Felsblock von rothem Granit von mindestens 40 Fufs Höhe ist auf der der Strafse zugekehrten Seite glatt gemeifselt und trägt eine Doppelinschrift von je 3 Colonnen. Herum sind Löcher angebracht, die wahrscheinlich bestimmt waren Metallzapfen für einen Metallrahmen aufzunehmen. Nach Henry Rawlinson müssen die wohl erhaltenen Inschriften mit einem Silicatanstrich überzo

gen gewesen sein. Nach Fr. Spiegel bedeuten die Inschriften Folgendes. Die erste ist aus der Regierungszeit des ersten Darius (521 bis 426 v. Chr.) und lautet:

Ein grofser Gott ist Auramazda,

welcher diese Erde schuf,
welcher jenen Himmel schuf,

welcher den Menschen schuf,

welcher Annehmlichkeiten schuf
für den Menschen,

welcher den Darius zum Kö

nig machte, den einzigen
König von Vielen,

den einzigen von Vielen

Gebieter.

Ich

bin Dârayarus, der König,

der Grofse, der König

der Könige, der

König der Länder von vie

len Stämmen, Kö

nig dieser grofsen

Erde auch ferner

hin, des Vistâçpa

Sohn, der Achämenide.

Die zweite Inschrift, aus der Regierungszeit des Xerxes (altpersisch Khsayârsâ 486-465 n. Chr.) ist mit Ausnahme des veränderten Königsnamen der vorigen ganz ähnlich. Hinter Auramazda steht noch: welcher der gröfste der Götter ist.

Ganz in der Nähe der Inschriften lag die von Ritter beschriebebene, viereckige Plattform, der Rest eines uralten Sonnenaltars. Man opfert noch heute Votivlampen in unbewufster Erinnerung an den uralten Feuerkultus.

Nach Hamadan zurückgekehrt, hatten die Reisenden dort das Schauspiel eines persischen Ballets. Die Tänzerinnen waren jedoch verkleidete Männer. Der Verfasser characterisirt den persischen Tanz als üppig lüstern, den türkischen wild, den kurdischen als sinnlich gemein, den afghanischen als sehr graciös. Auch trat hier das sonst der orientalischen Choregik eigenthümliche Element hervor, dafs die Tänze nicht blofs nach den Tönen der Musik, sondern unter Begleitung von Gesang und Händeklatschen, zuweilen nur danach, ausgeführt werden.

IX.

Höhe der Bahnhöfe auf den Preulsischen Eisen

bahnen.

Von H. W. Dove.

Im achten Bande der neuen Folge der Zeitschrift für allgemeine Erdkunde S. 241 habe ich nach einer gütigen Mittheilung des Geheimen Baurath Weishaupt die Höhe der Bahnhöfe auf den Preussischen Eisenbahnen, so weit diese damals ermittelt war, mitgetheilt. Ich füge dieser Notiz, die seitdem in den „Statistischen Nachrichten von den Preufsischen Eisenbahnen bearbeitet, auf Anordnung Sr. Exc. des Herrn Ministers für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten von dem technischen Eisenbahn-Bureau des Ministeriums veröffentlichten Nivellements der Ostbahn von Königsberg bis zur russischen Grenze, der Rheinischen von Cöln bis Bingerbrück, und der Nahebahn von Bingen bis zur belgischen Grenze hinzu. Sämmtliche in preufsischen Fussen (1 preufs. Fufs = 0.966181 franz. Fufs 0.16103 Toise = 0.312854 Meter) ausgedrückte Höhen beziehen sich auf eine durch den Nullpunkt des Amsterdammer Pegels gezogene Horizontale.

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Captain Burton's Besteigung des Kamerūn-Gebirges im December 1861 und Januar 1862.

Von Dr. H. Barth.

Schon seit den ersten Zeiten, als Europäische Schifffahrt den Golf von Guinea aus dem Dunkel der Mythe, in dem die unklaren Berichte Punischer Seefahrer ihn gelassen, erschlofs, und den oceanischen Osten mit dem Westen zu verbinden anfing, richteten sich die Blicke der Seefahrer auf jenen Bergkolofs, der unter 4° 15' N. Br. an der Ostseite jenes Golfes, da, wo die Küste sich von West nach Süd hinabzuziehn anfängt, aufsteigt, der mit hohem und reich bewaldeten Pik geschmückten und defshalb die schöne", Ilha formosa, genannten, jetzt unter dem Namen Fernando Po bekannteren Insel gegenüber. Verkehrter Weise aber gab man dieser Bergmasse, die inselartig zwischen zwei,

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