Imatges de pÓgina
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dichtverwachsene Wälder auf, die ihrerseits auf weiten Lichtungen mit Steppenvegetation bestanden sind. Der meist sehr gute Boden bringt viele Durrah hervor.

ولد مدينة

Hauptort ist Woled-Medîneh N mit einem Diwân des Ma'mûr, einer Moschee, Qaraqôl oder Hauptwache, Kaserne, Lazareth und einigen grösseren Privatgebäuden. Zwischen den Lehmhäusern stehen hier, wie in Sennâr, Toqûle vereinzelt und in Gruppen umher. Bazar und Wochenmarkt. Einwohnerzahl etwa 16 bis 20,000 Einw. '). Die Umgegend ist baumleer. Unfern Woled - Medîneh liegt das Dorf Zerîbah mit dem verfallenen Lehmpalaste der verstorbenen Sulțâna, Sitte-Naçrah, einer Tante des Mak Regeb-Adlân.

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زريبة.

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schee und Regierungs- Magazinen. Lehmhäuser und Toqûle gemischt. Bazar und Wochenmarkt. Sitz eines Kâsif und Nâçir-el-Qism. Etwa 20,000 Einw.

ستار - Sennar

سنعر

oder Sen âr Sitz des Wakîl für die Süddistrikte der Gharb, mit einem Diwân, Moschee 2), Kaserne, Proviantamt und Lazareth. Bazar und Wochenmarkt. Im Jahre 1860 hielt hier ein Türke eine von Kameelen gezogene und gedrehte Mühle und eine Destillation von Araqî oder Durrah - Branntwein. In Sennâr verfertigt man die zierlichsten Deckel - Tabaqât von buntgefärbtem Stroh und Leder. Einwohnerzahl 10-12,000.

سيرو

هدبات

Sitz eines Śêkh-el-Qism.

oder Hidbât

هيدبات

Toqûl-Dorf Sêrû Toqûl-Dorf Hede bât Sitz eines Śêkh-el-Qism, einigermafsen wichtig als Eingangsort der Strafse nach den Bergen. Der Melek der Fung und der Sêkh-Kebîr der Abu-Rôf gehören unter die nähere Jurisdiktion von Woled - Medîneh. Das Einziehen der Tulbah Tributes bei diesen Häuptlingen liegt dem Ma'mûr der Gharb alle Jahr persönlich ob. Zeitweise Militärbesatzung. Südlich von Hedebât liegen hier, Dank sei es den stereotypen Raubzügen der Denqa und der Tâbî- Schwarzen, nur noch sehr wenige Dörfer.

Ost- und Westufer stehen durch einige Fähren mit einander in Verbindung. Dergleichen finden sich zu Kharțûm, Mesalamîeh, WoledMedîneh, Sennâr, Kârkûś, Hedebât, Famakâ und Gherî.

1) Genauere Schätzungen sind hier, beim absoluten Mangel auf vernüftigen Prinzipien beruhender Volkszählungen, unmöglich.

2) Der südlichsten in dieser Gegend.

II. Die Serq.

Dies Ufer wird schon bald hinter Kharțûm bewaldet. Südlich von Kârkûś nimmt hier der Urwand ganz kolossale Formen und einen sehr tropischen Charakter an. Gegen den Ra'ad und Dindir zu finden sich dicht verwachsene Buschwälder und üppig begraste Steppen. Der Boden ist überall sehr fruchtbar, der Anbau weit geringer, als an der Gharb. Folgendes sind die wichtigeren Orte des Ostufers.

Abu-Harâs

Flecken an der Ra'ad - Mündung, Handelsdépôt und Ausgangspunkt einer nach Gondar führenden Strafse. Wochenmarkt.

کارکوش

oder Kerkûġ

کر کوچ

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Kârkûś grofses ToqûlDorf, gegenüber von Sêrû, Sitz des Ma'mûr der Serq. Dieser bewohnt hier einen Toqûl mit lehmernem Unterbau und hält in einem von einer Stroh-Zerîbah umschlossenen, durch einen grofsen Baum beschatteten Hofraume Diwân ab. Ein Kâsif, Nâçir-el-Qism und OberrichterQâdî '). Militärbesatzung. Wochenmarkt, zugleich für Sêrû und Umgegend. Werft.

Rosêres, grofses Toqûl-Dorf. Die einer Familie gehörigen, immer sehr solide gebauten Hütten sind je von einer mannshohen Zerîbah aus Qaçab Durrah - Stroh umgeben. Sie liegen gruppenweise in einem grofsen Walde von Dôm-Palmen zerstreut. Sitz des Wakîl der Distrikte Rosêres und Fezoghlu, eines Kâsif, Śêkh-elQism und Sekh-el-Helleh. Militärbesatzung. Wochenmarkt. Kleine Schiffswerft, auf welcher jährlich ungefähr zwei Kajâçen gebaut werden. Famakâ LK, Hauptort von Fezoghlu. Toqûl-Dorf, mit einem nur wenige Fufs hohen, von Schiefsscharten durchbrochenen Steinwalle umgeben. Die hier auf Befehl Mohammed - Ali's errichteten Kasernen und Wohngebäude für Kommandanten und Offiziere liegen gänzlich in Ruinen. Militärbesatzung. Die Einwohner sind meist Soldaten mit ihren Familien. Wochenmarkt.

فكا

Gherî , alias Mohammed-Alipolis oder Qaçbat - Mohammed-Ali, am rechten Ufer des in den blauen Flufs mündenden Khôr- Adî, hart an der Südostgrenze von Fezoghlu. Trümmer umfangreicher Kasernen und Magazine. Grofses Dorf, dessen Toqûle z. Th. Kegeldächer auf viereckigen Unterbauten von Lehm besitzen. Militärbesatzung. Wochenmarkt.

') Der Titel des Qâdî heifst: Nas-e' Sera h-el-'Ali

-, d. h. Mann des hohen Gerichtes oder Nàib-e'-Śera'h Verweser des Gerichtes.

-

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Famakâ und Gherî sind, wie bemerkt, im Jahre 1862 von den Egyptern aufgegeben, zur Zeit aber, in welcher dies geschrieben, sicherlich schon wieder von Neuem besetzt worden.

Die Provinz Fezoghlu

فترقل

oder Fezighli - فرغلو. فزوغلی

oder Fazoqlo erstreckt sich vom Khôr-el-Qanah bis wenige Stunden oberhalb des Khôr-'Adî. Sie ist sehr gebirgig und eröffnet dem Auge des entzückten Reisenden echte Tropenlandschaften von üppigster Fülle und grofsartigster Schönheit. Unfern Famakâ, gegen den Khôr-el-Qanah bin, sieht man öfters Chloritschiefer zu Tage treten. Der Ġ.-Fezoghlu wird von Gneis gebildet. Südlich von hier erhebt sich Berg auf Berg des Berțâ-Landes: der Tâsah der Fazanqarô, der ́Aqarô Farong, der Fabâô

der Fafirûn

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, der Faloqût

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طاسة

der, فلقوت

- فدوقة - der Fadiqah, فباو

حمر

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-, der Qasanqaro-, der Qaçân

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محرم

قدوم

der Fabeqa, قصان

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- u. s. w. Folgende Berge, deren Lage uns zweifelhaft geblieben, notirte uns der gelehrte Faqîh El-Amîn zu Hêwân: Faḥarma

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andere Berge, die uns der schwarze Lieutenant Bakhît-Agha zu Famakâ genannt und der Faqîh 'Abd'el- Kerîm aufgeschrieben, über deren Lage wir aber ebenfalls keine Sicherheit erlangt, sind: der FanaĠingah

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Obwohl man sich nun für einige dieser

zuletzt genannten Berge an die Verzeichnisse von Russegger und Trémaux halten könnte, so habe ich dieselben, aus Mangel an sicherer Gewähr, auf unserer Karte dennoch nicht eingetragen.

Alles südlich vom Khôr-el-Qanah gelegene, von Gebelawin, FungĠumûz, Berțât und Gâlâ bewohnte Land ist überaus fruchtbar; Ebene und Berge sind dicht bewaldet und man könnte alle diese Gegenden als einen unermesslichen Urwald betrachten, der streckenweise, z. B. in den zwischen Jebûs und Abây gelegenen Niederungen, von den schönsten Weideländern unterbrochen wird. Wüste Strecken, wie sie im Innern der Gezîreh noch hier und da auftreten, sollen dagegen

höchst selten sein.

Der früher selbstständige, den Königen von Sennâr tributäre Melek von Fezoghlu ist gegenwärtig zu einem miserabelen Dorfhäuptlinge herabgesunken, welcher im Toqûldorfe Fezoghlu, am Fußse des gleichnamigen Berges, residirt und dem kaum mehr ein anderes Dorf gehorcht. Es haben sich hier noch einige sonderbare Gebräuche er

halten, die aus der alten Heidenzeit stammend, auch bei den Bertât stattfinden sollen. So wird im Dorfe Fezoghlu, wie am Qaçân, Farong u. s. w., zu Ende der Regenzeit, bei der Durrah-Reife, eine Bettstelle unter einen schattigen Baum getragen und der Mak nimmt darauf Platz. Nun bindet man einen Hund an das Bein der Bettstelle und jeder Dorfbewohner versetzt dem armen Thiere einen Ruthenstreich. Weshalb dies geschehe, wufste uns Niemand zu sagen. Die Durrah-Reife wird hier, wie in ganz Inner-Afrika, wie z. B. auch bei den Bâri- und Njâm - Njâm-Stämmen, mit Lustbarkeiten, Schmausen, Zechen und Tanzen begangen. Den grausamen Gebrauch, alte und sehr gebrechliche Leute lebendig zu begraben, haben die Türken unter den Ġebelawîn erst mit Mühe zu unterdrücken vermocht; ebenso endlich die Hinrichtung eines nicht mehr beliebten Mak.

بنی شنقول

Die Entfernung zwischen Famakâ und Beni-Sonqôlo, oder Beni-Sanqûlë, dem Sitze eines bisher unabhängigen, den Berțât stammverwandten Negerhäuptlinges, beträgt drei starke Tagemärsche. Während der trocknen Jahreszeit, wo überall mehr Verkehr, wo die Abu-Rôf ihre Heerden das Tumât-Thal hinauftreiben und die Furcht vor den Tâbî- Schwarzen nicht so lebhaft, wie im Kharîf, gehen farbige Krämer zum öfteren von Famakâ nach BeniSonqôlo. Sie verlassen Famakâ mit Pferden, Eseln und Lastochsen

selten mit Kameelen Abends und sind den nächsten Morgen am Aqarô, gehen von hier Abends wieder ab und befinden sich den Morgen darauf am Qaçân; von hier wieder Abends abreisend, befinden sie sich am dritten Tage früh zu Beni-Śonqôlo. Die Strecke zwischen Famakâ und Qaçân wird aber selbst zu dieser Jahreszeit, der Löwen und feindlicher Schwarzer wegen, für sehr gefährlich gehalten. Von Beni-Sonqôlo gelangt man in drei vollen Tagen nach Fadâçî , gegenwärtig einem Hauptorte der Gâlâ, die es den früheren Bewohnern (Berțât?) entrissen haben sollen. Es ist ein grofses, reiches Toqûl-Dorf, am linken Ufer des Jebûs gelegen, Hauptmarkt für Pferde, Kaffee und Sklaven. Goldmarkt dagegen ist mehr noch zu Beni-Sonqôlo ').

') Ueber andere, diese Länder betreffende geographische Notizen ist mein gröfseres Buch: Reise des Freiherrn Adalbert von Barnim durch Nordost - Afrika in den Jahren 1859 und 1860. Beschrieben von seinem Begleiter Dr. Robert Hartmann. Mit Abbildungen und Karten. 4to. Berlin 1863, einzusehen.

Berichtigungen.

S. 13 Z. 15 1. die baumartige Euphorbie st. baumartige Euphorbien.

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st. 3.

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Zu S. 160: Nach Aeufserungen eines Baqâra-Śêkh ist es mir zweifelhaft geblieben,

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Reise der Königl. Preufsischen Gesandtschaft nach
Persien 1860 und 1861.

Geschildert nach dem Reisewerk des Dr. H. Brugsch ')
vom Stabsarzt Dr. W. Roth.

Es liegt uns hier der erste Band eines Werkes vor, das einen bekannten Namen als seinen Verfasser auf seinem Titel trägt. Der Verfasser, bekannt durch seine Schriften über das alte Aegypten, ist zugleich ein genauer Kenner orientalischen und mohammedanischen Lebens in Sprache, wie Sitten und Religion. Es muss von diesem Gesichtspuncte aus sehr befriedigen, wenn eine solche Persönlichkeit zur Begleitung einer officiellen Gesandtschaft an der Schahynschah ausersehen wurde. Die durch Gesandtschaften gewonnenen Reiseresultate haben in der Regel den Vorzug, dafs sie Vieles enthalten, was dem reisenden Privatmanne unter allen Umständen verborgen bleibt, öffnen sich ihnen Pforten, hinter die ein sonstiger schlichter Reisender vergeblich einen verstohlenen Blick zu werfen suchen würde. Aber gerade deswegen, wegen der zuvorkommenden Aufnahme, sind nicht alle Angaben, die durch Gesandtschaften gewonnen werden, als klare objective Darstellungen anzusehen; nur zu häufig werden solche Beschreibungen Land und Leute in zu rosigem Lichte erscheinen lassen, wie dies gerade das Gegentheil mit den Berichten Privatreisender in

es

') Reise der Königl. Preufs. Gesandtschaft nach Persien 1860 und 61, geschildert von Dr. H. Brugsch etc. 1. Bd. Leipzig (Hinrichs'sche Buchhandl.) 1862. gr. 8.

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