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جبلوين

lekt. Ihre früher einmal mächtigen Molûk sind jetzt zu elenden, den Türken unmittelbar unterworfenen Dorfhäuptlingen herabgesunken. c) Die Gebelawînd. h. Bergbewohner, hausen in Fezoghlu, zwischen Khôr-el-Qanah und Khôr-'Adî. Sie sind Fung, aber stark mit Berțâ- Blut gemischt und mehr negerartig, als selbst die theilweise mohammedanischen

قعير

دار جموز

شلوک

eines den oberen

d) Fung des Dâr-Ġumûz blauen Flufs, besonders die Gebâl-Semîneh, G.- Abu-Ramleh, Ġ.-Qubbah, G.-Ingellam und G.-Qadalû, bewohnenden Stammes, dessen Ausbreitung nach Osten hin uns unbekannt geblieben. Von dieser wilden, kriegerischen Bevölkerung weifs man bis jetzt noch sehr wenig. Sie und die Qi'îr am oberen Khôr-el-Qanah (höchst wahrscheinlich nur ein Zweig der Gebelawîn), ferner die Ḥammêgh, sind hauptsächlich die schwarzen sogen. „San'kelâ" der Abyssinier '), welches Wort fast gleichbedeutend ist mit Sklaven". Zu den Fung gehören ferner noch die Sillûk Sing. Sillkâwî, welche besonders am Westufer des weifsen Flusses zwischen Baḥr-el-Glazâl und Makhâḍah-el-Kelb wohnhaft sind. Diese zeigen wiederum einen weit negerartigeren Charakter, als die Berûn, sind sehr dunkelgefärbt, fast ebenholzschwarz, mit kürzerem, krauserem, wenn auch nicht wolligem Haar, gehen fast gänzlich nackt und leben von Ackerbau, Viehzucht und Fischfang. Ihre Sprache ist ein Funqi-Dialekt und andererseits dem Denqawi verwandt. Sie sind Heiden, verehren den Njêkom als Stammvater ihres Volkes und halten den Nil für heilig. Die Regierung dieses Volkes ist despotisch - monarchisch. Die Śillûk waren bis in die neueste Zeit von der Türkenherrschaft unabhängig, wurden jedoch im Jahre 1861 durch Faqîh Mohammed - Khêr aus Donqolah und die mit diesem verbündeten Baqâra - Selîm überfallen, ihr König wurde aus seiner Residenz Denâb vertrieben und ihr Land faktisch dem Diwân zu Kharțûm unterworfen. Fast das ganze Śillûkland ist durch Moḍammed - Khêr's blutige Raubzüge entvölkert worden; viele seiner Bewohner sind zu Sklaven gemacht, andere nach dem Sôbât hin versprengt worden u. s. w.

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Endlich ist das in Dâr-Taklah

دار تقلة

-

دار تكلة

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oder Dâr-Teqein Süd-Ost-Kordufân herrschende Volk ein FunqiStamm. Es geht in Sennâr die Sage, die Śillûk hätten früher einmal das Gebirgsland Taklah erobert und die dasselbe ursprünglich bewohnenden Nôbah unterjocht, ähnlich wie sich die (woher stammenden?) Qangâra im Fûr zu Herren des dortigen Landes aufgeworfen. Die

') Aber auch helle Stämme, wie die Śukurîeh, gelten den Abyssiniern als Śan' kela, und zwar als San'kelâ-Takazê.

Sprache der eigentlichen Taklawîn soll dem Funqi sehr nahe verwandt sein. Im Aeufseren gleichen diese Leute allerdings sehr den Ḥammêgh, Śillûk u. s. w. Sie sind civilisirter als letztere, sehr kriegerisch und werden von einem in ganz Ost-Sudân als energischen Kriegsmanne gefürchteten Sulțân, dem „Sêkh-Naçr", beherrscht, welcher schon mehrere Versuche der Türken, sein Land zu erobern, vollständig zu Schanden gemacht. Die Taklawîn sind Moḥammedaner.

2) Die Neger des oberen blauen Flufsgebietes, deren Wohnsitze sich auch über einige Berge der Ġezîreh erstrecken, sind die Berțât, Sing. Bertâ. Ihr Land heifst bei den Sudânesen „Dâr-Berțâ.“ Sie haben einen entschiedeneren Negertypus als Ḥammêgh und Gebelawîn; ihre Züge sind stumpfer, ihr Haar ist kürzer, krauser, als bei jenen. Die Hautfarbe ist ebenholzschwarz. Von Wuchs sind sie gedrungener als die grazilen Berûn, aber immer doch sehr proportionirt. Im Allgemeinen repräsentiren sie einen wohlgebildeten, urkräftigen Menschenschlag. Die Sprache der Berțât ist vokalreich und zeigt in ihren Wurzeln Uebereinstimmung mit den von Hammêgh und Gebelawîn geredeten Dialekten des Funqi. Unter diesen Schwarzen gehen die Männer fast ganz nackt; um ihre Hüften binden sie ein Stück ausgefranzten und mit den Haaren gegerbten Leders oder ein Thierfell, welches schwanzartig über die Nates herabhängt; die Scham bleibt gewöhnlich unbedeckt. Die Ġebelawîn tragen ein ähnliches Fellstück, verbinden jedoch damit einen die Pudenda verhüllenden Lederstreifen. Die Weiber der Berțât tragen einen schmalen Baumwollenlappen vor den Schamtheilen. Schnüre von Glasperlen und Kaurimuscheln, Elfenbeinarmbänder, im Kriege Vogelfedern und Affenfelle dienen zur Zierde. Als Waffen werden Widerhakenspeere, lange, schwere Holzkeulen und Dolchmesser benutzt.

Die Berțât wohnen in gutgebauten, auf einem steinernen Fundamente errichteten Toqûle. Sie flechten grobe Matten, gerben Leder und waschen Gold. Anbau von Durrah und Dokhn, Viehzucht und Jagd bilden jedoch ihre Hauptbeschäftigungen. Sie bauen ihre Dörfer am Abhang der Berge. Fast jeder Berg hat seinen unabhängigen Melek oder König und zwischen den einzelnen Gemeinden herrscht häufige Fehde. Dieser Zerrissenheit haben es die Berțât zu verdanken, dass sie von Türken, Tâbî-Schwarzen, Abyssiniern u. dgl. häufig gebrandschatzt werden und dafs die kühnen Nomaden der Ġezîreh ihnen während der trocknen Zeit die Weidegründe im Tumâtthale streitig machen. Ihre Molûk haben nur geringe Macht und können durch die Aussprüche der Notabeln, d. h. der durch Besitzthum und Tapferkeit hervorragenden Personen, entsetzt und dann hingerichtet werden. Ein ähnlicher Gebrauch herrschte in Meroë und im Funqi-Reiche Sennâr. Alte Leute

werden zuweilen mit ihrer Zustimmung lebendig begraben. Aehnliche Gebräuche gab es auch unter den Gebelawîn und sind diese erst durch die Türken abgeschafft worden. Ueber die Religion der Berțât weifs man nichts Sicheres. In mondhellen Nächten umtanzen sie grofse Bäume, namentlich die Sumudûrah (Kigelia) und Adansonia. Ob sie nun durch solche Tänze, wie Trémaux glaubt, dem Monde Verehrung zollen und die Bäume nur als Sammelplätze wählen oder ob sie, wie uns in Fezoghlu erzählt wurde, die Bäume selbst anbeten, steht noch dahin. Nur Wenige von ihnen sind Moslemîn. Die Berțât sollen früher auch Fezoghlu bis zum Khôr-el-Qanah innegehabt haben, aus diesem Besitzthum jedoch durch die Fung verdrängt worden sein, aus deren Mischung mit Berțât dann die Gebelawîn hervorgegangen.

3) Die Neger des weifsen Flufsgebietes zerfallen in eine Anzahl von Stämmen, welche verschiedenen Sprachgebieten angehören. Es ist bis jetzt noch nicht möglich, sich aus den häufig recht schätzenswerthen, aber doch noch zu vereinzelten Nachrichten der österreichischen am Bahr-el-abjaḍ wirkenden Missionäre, sowie aus dem aller Wissenschaftlichkeit baaren Geschwätz europäischer Elfenbeinhändler in Kharţûm wie Brun-Rollet, Petherick, De Bono, Poncet, ein einigermafsen genügendes Bild der dortigen Bevölkerungsverhältnisse zu machen. Wir selbst sind auf unserer Reise nur mit Denqa- Negern in Berührung gekommen, über welche hier dann einige, aus eigener Anschauung gewonnene Nachrichten folgen mögen.

Nach unseren Erkundigungen nun, welche im Wesentlichen mit den Nachrichten des Missionär Kaufmann übereinstimmen, begreift die Nation der Denqa folgende Stämme in sich: Denqa (sic), Ġangeh, Rêk, Rêk - Atgan, Angatch, Fuwêr, Gôk, Eliâb oder Aliâb, Kitch, Arâl, Arâl-Angan, Lâû, Luánkot, Ġeruît, Affôt, Tuîtch, Tantch und Bôr. Alle diese Stämme sprechen verschiedene Dialekte des Denqâ wî, einer dem Sillkâwî und Funqi verwandten Sprache. Die Denqa bilden also Endglieder in der Kette schwarzer Völker von den GâlâBergen) bis in die östlichen Aequatorialgegenden und bis zu den Grenzen Kordufân's. Denn über die ethnologischen Verhältnisse der jenseits der hier genannten Regionen wohnenden Stämme dürfen wir uns vorläufig kein sicheres Urtheil gestatten.

Die Neger der östlichen Nordhälfte Afrikas, zu denen wir also auch die Denqa rechnen müssen, sind von den transäquatorialen verschieden. Jene tragen keineswegs den stark ausgeprägten Neger

') Ich sage: Gâlâ- Berge, weil ein Theil der nördlicheren Gâlâ-Völker an bergigen Erhebungen reiche Gegenden inne hat, die Gâlâ also nicht reine Ebenenbewohner sind.

typus, welcher die südlich vom Erdgleicher oder in dessen unmittelbarer Nähe wohnenden Völker charakterisirt. Selbst die hässlichsten dieser cisäquatorialen Neger, und das sind freilich die Denqa, ferner die Schwarzen aus Fertît und Süd-Wadâî, von denen wir nicht Wenige selbst in Augenschein genommen, haben im Allgemeinen doch immer noch gefälligere Züge, als wie wir dieselben aus Porträtzeichnungen, Photographien und an lebenden Individuen aus der Südhälfte des Erdtheiles, z. B. von Moçambique, kennen gelernt. Die den Denqa stamm und sprachverwandten Fung, die Nôbah, Berțât, Fûrer und, allem Anscheine nach, auch die Bewohner von Nord-Wadâî, die Fulbe, Bornûan und andere westcentralafrikanische Stämme repräsentiren den schönsten, vollkommensten Negertypus und gehen wiederum durch zahlreiche Mittelglieder zu den Nationalitäten über (Berbern, Berâbra, Begah, Kopten, Fellaḥîn u. s. w.), welche wir gewöhnlich „kaukasische" zu nennen belieben; wie denn andererseits auch die Denga durch Mittelglieder (vielleicht auch wohl durch Sprachverwandtschaft?) mit den aequatorialen und transaequatorialen Nationen zusammenhängen.

Was nun die eigentlichen Denqa anbetrifft, so führt diesen Namen im Besonderen ein am Ost-Ufer des Baḥr-el-abjaḍ, zwischen 12° und 9° Br., vom Gebel-Njemațî bis zum Baḥr-Sôbâs sich erstreckendes Volk. „Denqa — ÿ3 —“ (Sing. Denqâwî), bedeutet in der Sprache desselben „Regenmänner, Regenvolk", denn Regen Deñ — und angebliche Regenmacherei spielen im Leben dieser Menschen eine sehr grofse Rolle. Die freien Denqa, welche wir auf dem Markte zu HelletIdrîs am Ġ. Ghûle gesehen, waren sehr grofs, spindeldürr, aber wohlgewachsen und ebenholzschwarz; ihr Schädel zeigte sich im Hinterhaupt stark entwickelt; die Stirne war flach, die Nase ziemlich grade, an den Flügeln breit, die Lippen fleischig, jedoch nicht aufgewulstet. Der Gesichtsausdruck war stumpf, indolent. Die Haare am Körper waren theils vertilgt, theils, wie die des Kopfes, ganz kurz geschoren. Die Leute gingen völlig nackt, selbst ein Feigenblatt schien ihnen überflüssig zu sein. Ein Paar junger Mädchen, welche ihre Väter begleiteten, hatten das kurze, stark gekräuselte Haar in mehrere Reihen kleiner Zöpfchen geordnet; auch diese Dirnen waren nackt, kniffen jedoch, durch die rohen Scherze der uns umgebenden Fung aufmerksam gemacht, im Gehen die Oberschenkel übereinander. So zeigen sich diese Menschen auch in ihren heimischen Wäldern; die verheiratheten Frauenzimmer tragen da zwar einen kurzen Fellschurz, entledigen sich desselben jedoch, wo sie irgend können. Die Zierrathen dieser Denqa bestehen in Hals- und Armreifen von spiralig gedrehtem Eisen und in Schnüren von Glasperlen oder Kauri-Muscheln, welche letzteren ja bekanntlich ihren Weg bis in das Herz von Afrika nehmen. Als Waffen

führen sie Lanzen mit Widerhakenspitze, 3 Fufs lange Keulen von Hegelig oder Sidr - Holz zum Schlagen und Werfen und einige Stämme bedienen sich auch länglicher Schilde. Ihre Sprache ist reich an Vokalen, enthält viele wie das französische an und in auszusprechende Laute und wird mit Pathos gesprochen. Sie sind abgehärtet, sehr kriegerisch und gelten im Allgemeinen als ernsthaft, unbildsam, verrätherisch und raubsüchtig. Die ewigen blutigen Verfolgungen, denen gerade die Denqa von Seiten der Türken, Fung, Beduinen und europäischen Strolche ausgesetzt sind, mögen ihren Charakter verdorben haben. Sie leben in den das Hinterland ihrer Flufsufer bewohnenden Wäldern in Toqûle, deren Rohrwände mit Erde verputzt sind und welche meist reinlicher gehalten werden, als wie diejenigen in Sennâr. Am Körper sind sie unsauber; sie reiben sich öfter mit Butter und selbst mit Rinderharn ein. Letzterer dient sogar zum Reinigen der Efsgeschirre. Nachts legen sie sich, theils um den gerade am Baḥr-el-abjaḍ so furchtbar lästigen Moskitos zu entgehen, theils um sich zu erwärmen, gern in die Asche. Ihre Hauptnahrung besteht in Durrahbrei, in sauerer Milch und Milch mit Zwiebeln gewürzt und selten geniessen sie das Fleisch von Schlachtvieh oder von erlegten Thieren. Sie bauen einiges Sorghum, Gurken, Zwiebeln, Kürbisse, Qajân (Strauchbohnen - Cajanus flavus D. C.), Sesam und Tabak. Als Ackerinstrument dient ihnen eine Eisenschaufel, wie sich deren auch die Fung bedienen. Ihre Hauptbeschäftigung ist Viehzucht; sie züchten Buckelrinder '), deren nicht lange (8-12 Zoll) Hörner künstlich verkrümmt werden, Schafe, Ziegen und Hunde. Den Rindern wird eine gewisse Verehrung gezollt; man wählt grofse, bunts checkige Stiere - Muór aus, stutzt ihnen den Schwanz und verhindert sie durch eine angelegte Schlinge am Bedecken; das sind dann heilige Thiere. Die Kuh gilt dem Denqâwî als Inbegriff alles Schönen und Verehrungswerthen; er liebt sie, besingt sie in seinen Liedern und trauert um die Gefallenen. Nur Ochsen werden geschlachtet. Die Schafe sind klein, schlichthaarig, die Ziegen ebenfalls klein, die Hunde sind windspielartig. Nachts pfercht man das Vieh innerhalb eines weiten Dornzaunes ein; darinnen schlafen auch einige Bewaffnete mit ihren Hunden. Schlechte Pflege, feuchtwarmes Klima und durch dasselbe bedingte Krankheiten, Kriege, bei denen Viehraub eine Hauptsache, und wilde Thiere thun ihrem Vieh

') Südlich vom Sôbat, in der südlichen Ġezîrêh, z. B. am Gebel-Țâbî, sind dies sehr grofse Thiere mit langen, lyraförmigen Hörnern, ähnlich den abyssinischen Rindern und den alten Apis-Stieren. Die Neger des oberen Bahr-el-abjad geben den Hörnern ihrer Stiere oft sehr seltsame Formen, spiralförmig u. s. w. Es geschieht dies durch Einschneiden bis auf die Matrix und durch Annähern erhitzter Lanzeneisen an die Hornsubstanz.

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