Imatges de pÓgina
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brochen wird und es ist in diesem Alluvionsboden, aber nur auf seinem nördlichen oder rechten Ufer, dass man diese Art von Salz findet, in Dóma, Baútschi und Hamarúa. Denn, obgleich flache Landschaft sich auf der Südseite bis auf eine Tagereise jenseit Wukári erstreckt, scheint doch kein Salz dort gefunden worden zu sein. Barth giebt ') an, dass bei Bománda keine Thalbildung sei, aber im Jahre 1854, als wir [auf der Plejad] längs des Ufers passirten, nur in der Entfernung von wenigen Meilen von Bománda, sahen wir in seiner Nähe nichts als sumpfigen Alluvialboden, während die gesammte Oberfläche dermafsen mit Wasser bedeckt war, dafs wir, im Falle es nöthig gewesen wäre, unser Dampfschiff hätten dorthin bringen können. Da damals die Regenzeit herrschte, hatten wir zur Zeit keine Mittel zu unserem Gebote, um ein auf persönlichen Beobachtungen basirtes Urtheil zu fällen; aber Handelsleute, die Bománda genau kennen, haben mir berichtet, dafs Salz dort im Alluvialboden eben so reichlich ist, wie bei Awayē und Keyána“.

Zu diesen Bemerkungen fügt Dr. Baikie (in Inclosure in No. 9) ein besonderes Verzeichniss der hauptsächlichsten Plätze, wo dieses Erdsalz (surface salt) gefunden wird, und theile ich es hier mit.

In der Provinz Kébbi oder Kábbi an folgenden Plätzen:
Ráha, in der Nähe von Gwándu [Gando]; Bunza, ebenda;
Fógo (mein Fóga), weiter westlich.

In der Landschaft Dóma: in

Kéyana [gewöhnlich Keyána bei ihm accentuirt];
Kudúfu, westlich von Kéyana;

Gíza, südwestlich von Kéyana.

[Hier fehlt der von mir im 2. Theil S. 689 als Salzplatz oder garí n gisherí erwähnte Ort Túnga.]

In der, aus vielen kleinen, individuellen heidnischen Bruchstücken bestehenden, von den Eroberern Baútschi genannten, Provinz: in Awayē, ostsüdöstlich von Láfia - Béribéri;

Azáia, östlich von Awayē;

Ribi, zwischen Kóro und Awayē;

Kánje, südlich von Awayē;
Doíya, nördlich von Awayē;

') Hier hat Dr. Baikie mich wohl mifsverstanden; denn, indem ich sagte (Th. II. Deutsche Ausg. S. 599, Engl. Ausg. S. 502 Note), dafs ich gehört hätte, dafs in Bománda das Salz ebenso gewonnen werde, wie in Fógha, wo eine enge, markirte Thalbildung ist, fügte ich hinzu, dafs eine solche Thalbildung in Bománda nicht Statt zu finden scheine, und dafs defshalb Dr. Vogel vielleicht Recht habe, der behaupte (s. diese Zeitschrift Bd. VI, 1856, S. 485), das Salz an dieser letzteren Stelle werde nicht aus dem Erdreich, sondern aus den dort wachsen den Gräsern ge wonnen. Uebrigens habe ich zu bemerken, dafs in der deutschen Stelle anstatt des zweiten Fógha: Bománda zu lesen ist.

Gótto-Lému, westlich von Awayē;

Agwatáschi, nordwestlich von Doíya;

Wásai, mehr östlich;

A'kiri, östlich von Wasai;

Akáta, südlich von Wásai;

In der Provinz Hamarúa in Bománda.

In Bezug auf die sonstigen Lebensverhältnisse der Bewohner des Landes will ich nur einen, aber sehr wichtigen Zug aus Baikie's Papieren hier anführen. In No. 4 seiner Despatches nämlich sagt er zur Empfehlung der in jenen Gegenden erzeugten Baumwolle, dafs drei Viertel der arbeitenden Bevölkerung, gleichviel, ob Freie oder Sklaven, völlige Freiheit haben, ihre eigenen Landgüter zu besitzen und die gröfsere Menge (the bulk) ihrer eigenen Ernten zu verkaufen. Er meint daher, dass gröfsere Nachfragen nach Baumwolle, anstatt, wie in Yóruba, die Nachfrage nach und den Preis der Sklaven zu erhöhen, hier im Gegentheil das Resultat haben würde, dafs er Vielen der jetzigen Sklaven-Bevölkerung die Möglichkeit gewährte, ihre Freiheit zu erhalten durch die dermalsen zurückgelegten Gewinne.

Somit nehme ich vorläufig Abschied von Dr. Baikie und wünsche ihm nichts sehnlicher, als dafs er seine Reise, auf der er jetzt begriffen ist, glücklich ausführen und seinen gesammten Stoff umfassend bearbeiten möge. Denn unzweifelhaft hat er als Arzt manche bedeutende Sammlungen in den dortigen Gegenden gemacht, zumal für Zoologie, für die er sich besonders zu interessiren scheint, während auch seine sprachlichen Sammlungen unzweifelhaft viel neuen Aufschlufs über ethnographische Beziehungen geben können. Hier will ich nur erwähnen, dafs er der Ful-fúlde-Sprache besondere Aufmerksamkeit gewidmet zu haben scheint und werden wir auf einen Vergleich seiner eigenen Arbeit, wenn sie uns erst bekannt geworden, mit meiner eben jetzt im zweiten Theil meiner Afrikanischen Vokabularien herauskommenden Analyse jener Sprache bei späterer Gelegenheit zurückkommen.

Nachschrift von März 12: Nachdem obiger Aufsatz schon gedruckt war, fanden wir in der neuesten Nummer (No. 1845) des Athenaeum's eine Notiz über Dr. Baikie's Reise nach Kánō, die wir kurz beifügen wollen. Lieut. Lefroy nämlich fuhr Anfang September v. J. auf dem Dampfschiffe Investigator den Kuāra bis nach dem oben erwähnten Bída hinauf und hörte dort vom Gouverneur Masāba, dass Baikie noch nicht aus dem Innern zurückgekehrt sei, dafs er aber in Káno Dr. Vogel's Papiere aufgetrieben habe. Diese könnten wirklich dem Corporal Macguire bei seiner Ermordung am Belkaschi fassi abgenommen sein.

Zeitschr. f. allg. Erdk. Neue Folge. Bd. XIV.

9

VI.

Ueber den Abflufs des Wassers aus dem Innern Grönlands durch Quellen unter dem Eise. Nach einer Abhandlung von H. Rink.

Von A. von Etzel.

Ganz Grönland mit den dazu gehörenden Inseln, von der Südspitze bis zu dem 74. Breitengrade, kann wohl auf ein Areal von 16,000 Quadratmeilen veranschlagt werden. Obschon das Innere völlig unbekannt und unzugänglich ist, hat man doch Grund zu der Annahme, dass es von Norden nach Süden durch einen Bergrücken in zwei Theile zerschnitten wird, von denen der eine, falls er nicht ganz unter Eis begraben wäre, lauter Ströme oder Flüsse haben würde, welche in die Davis-Strafse und Baffins-Bucht münden, während die des andern ihren Abflufs in das Eismeer oder atlantische Meer nehmen müfsten. Es ist hinreichender Grund vorhanden, anzunehmen, dafs diese Wasserscheide näher gegen Osten als gegen Westen liegt, und man könnte dann die Behauptung aufstellen, dafs von jenen 16,000 Quadratmeilen wohl 10,000 ihren Abflufs in die Baffins - Bucht und Davis-Strafse haben. Von diesen 10,000 Quadratmeilen kann man dann wieder 1600 als den Halbinseln und Inseln zufallend annehmen. Dieser Theil des Landes, der so reichlich vom Meere durchschnitten und umflossen ist und dadurch zugänglich gemacht wurde, hat selbstverständlich eine unzählige Menge Ströme, die das von dem Regen und dem aufgethauten Schnee und Eise entstehende Wasser fortführen; aber kein einziger von diesen Strömen hat Gelegenheit, eine einigermafsen bedeutende Gröfse zu erreichen, weil alle diese Landstriche im Innern von Gebirgen durchzogen sind, die den Wasserabflufs theilen, dieser somit überall einen nur kurzen Weg bis zum Meere hat, und kein Strom Gelegenheit bekommt, besondere Zuflüsse von den Seiten her zu erhalten. Die gröfssten dieser Halbinseln oder Inseln erreichen wohl kaum ein Areal von 150 Quadratmeilen, und es giebt daher auch nicht einen Strom auf denselben, der den Abfluss von 50 Quadratmeilen sammelt; der gröfste bisher dem Verfasser daselbst bekannte Strom kann der Annahme nach auf ein Hinterland von höchstens 32 Quadratmeilen veranschlagt werden; aber im Allgemeinen versteht man in Grönland unter einem grofsen Strom einen solchen, der ein

Hinterland von 1 bis 2 Quadratmeilen hat; durch eine etwas mehr erweiterte Untersuchung der Küste, als die bisher schon vorgenomme, würde man sicherlich bald die Flüsse aufzählen können, die gröfser

sein mögen.

Anders verhält es sich dagegen mit dem zusammenhängenden Festlande von Grönland, welches gleichfalls seinen Abflufs in das westliche Meer hat. Nach demjenigen, was eben darüber angeführt wurde, kann dasselbe auf mehr als 8000 Quadratmeilen veranschlagt werden. Dieses so bedeutende Areal kann nur seinen Abflufs im Hintergrunde der grofsen Fjorde und Buchten haben, die tief in das Land einschneiden. Vorausgesetzt, dafs der jährliche Niederschlag auf diesem Innenlande derselbe ist, wie auf dem Aufsenlande, und dafs nicht ein bedeutender Theil desselben jährlich unaufgethaut bleibt und sich im Innern des Landes aufhäuft, könnte man sehr wohl erwarten, hier auf Ströme zu stofsen, die 50 bis 60 Mal so grofs, wie die gröfsten des Aufsenlandes sind. Dies ist indessen keineswegs der Fall. Die meisten dieser tiefer in das Land eindringenden Fjorde nehmen durchaus keine Flüsse von dem Innenland auf, indem nämlich das Eis, welches dasselbe bedeckt, selbst bis ganz hinunter in den Fjord geht und in solcher Weise das Land, über welches die Flüsse hinweggehen müfsten, ganz verbirgt; und oben auf der zackigen, zerrissenen und zerklüfteten Oberfläche des Eises sind wiederum keine Flüsse denkbar. Die übrigen Fjorde, welche nicht in dieser Art von dem Eise des Innenlandes berührt werden, finden sich besonders zwischen dem 65. und 68. Grade N. Br. und sind bisher nur ziemlich wenig den Europäern bekannt, wohingegen sie um so mehr von den eingeborenen Grönländern, welche besonders in diesem Striche Rennthierjagd treiben, bereist werden. Man weifs auch aus den Berichten derselben, dafs sich daselbst mehrere Flüsse befinden, die alle ihre Quellen in dem Innenland-Eise haben und die im Vergleiche mit den gröfseren, die auf dem Aufsenlande zu finden sind, grofs zu nennen sind und wohl den Begriffen der Einwohner von einem grofsen Flusse entsprechen können; aber es ist Nichts, was darauf hindeutet, dass dieselben um vieles gröfser als diese sein sollten, oder auch nur den ganz gewöhnlichen Flüssen in anderen Ländern entsprächen. Im höchsten Falle können sie, wie auch ein einzelner der Ströme der Halbinseln, auf kurze Strecken von den flachen Weiberbooten benutzt werden, und gerade wegen dieses Umstandes kennen die Grönländer dieselben und suchen sie auf, wenn es gilt, dem Innenland-Eise, wohin die Rennthiere im Sommer am häufigsten zu gelangen suchen, so nahe als möglich zu kommen. Es ist daher kein Grund zu der Annahme vorhanden, dafs einer von diesen Strömen den Abflufs

für mehrere Hunderte, geschweige gar Tausende von Quadratmeilen bilde. Man kann nämlich auch nicht annehmen, dafs der Niederschlag und das Aufthauen auf dem Innenlande um so viel geringer, als auf dem Aufsenlande sein sollte, und dafs die Abwesenheit der zahlreichen Ströme, welche im Sommer überall von den Bergen des Aufsenlandes herabstürzen, ja zum Theil auch den ganzen Winter hindurch rinnen, dadurch sollte erklärt werden können. Der bereits weiter oben erwähnte Strom, welchen der Verfasser als den gröfsten auf dem Aufsenlande kennt, findet sich zwischen dem 71. und 72. Grade der N. Br., und der gröfste Theil seines auf 32 Quadratmeilen veranschlagten Hinterlandes wird von Gebirgen auf beiden Seiten des Thales, welches er durchläuft, bis auf 5000 Fufs Höhe ansteigend gebildet. Der südliche Theil des Innenlandes von Grönland selbst ist ja auch als eine nur etwas gröfsere Halbinsel zu betrachten, die in das atlantische Meer hinausragt, und da sie 10 Breitengrade südlicher liegt, mufs sie doch jedesfalls in Bezug auf die Menge des Niederschlags und der Sommerwärme Bedingungen darbieten, die sich einigermassen mit diesen messen können; nichts desto weniger sind die Ströme, welche das dadurch gebildete Wasser fortführen sollen, und die man gerade auf diesem Striche recht genau kennt, so gut wie für Nichts zu rechnen.

In meiner geographisch - statistischen Beschreibung von Grönland 1) ist der Versuch gemacht worden, diesen Mangel an Flüssen dadurch zu erklären, dafs gerade diejenigen Punkte, an denen die Mündungen dieser Flüsse gesucht werden müssten, unter dem Eise begraben liegen, welches daselbst das Land in einer Dicke von über 1000, vielleicht sogar von über 2000 Fufs bedeckt, und dafs sich die Stärke des ursprünglichen Wasserlaufs durch die Kraft zu erkennen giebt, mit welcher diese Eisplatten in das Meer hinausgeschossen werden und die schwimmenden Eisberge abgeben, indem der auf dem Innenlande fallende Niederschlag in solcher Weise jetzt dem Meere in festem, wie ursprünglich in flüssigem Zustande übergeben wird. In Uebereinstimmung mit dieser Hypothese wurde auch angenommen, dafs die Wasserscheide, von der schon weiter oben die Rede gewesen ist, der Ostküste näher, als der Westküste liegt, weil das Meer nach allen Erfahrungen im Westen von Grönland weit reicher an Eisbergen ist, als im Osten desselben. Diese Anschauung gewinnt auch dadurch an Wahrscheinlichkeit, dass der über 200 Meilen lange Aufsenrand des InnenlandEises, wenn er schon dasselbe Aussehen bei Julianehaab, wie bei Upernivik darbietet, sofern man nur die Höhe und Neigung der Ober

') Stuttgart 1860.

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Cotta'scher Verlag.

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